CATL und Intilion streben Bau von bis zu 3 Gigawattstunde Natrium-Ionen-Speichern an
Der chinesische Batteriehersteller CATL und der deutsche Systemintegrator Intilion haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um in den nächsten fünf Jahren gemeinsam Projekte zur Errichtung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern mit einer Gesamtkapazität von bis zu drei Gigawattstunden im deutschsprachigen Raum zu entwickeln.
Intilion-CEO Hubertus Jakobi gab die Vereinbarung in der vergangenen Woche in einem LinkedIn-Beitrag bekannt. er erklärte, die Unternehmen beabsichtigten, die Natrium-Ionen-Batterielösungen von CATL in den DACH-Märkten, also Deutschland, Österreich und der Schweiz, einzusetzen. Die Vereinbarung erweitere ihre bestehende Zusammenarbeit um eine weitere Batteriechemie.
Die Angabe von drei Gigawattstunden stellt dabei eher ein Entwicklungsziel dar als bereits bestätigte Batterielieferungen. Keines der beiden Unternehmen hat konkrete Projekte, Beschaffungsverpflichtungen, Vertragswerte oder erste Liefertermine bekannt gegeben.
Die Unternehmen arbeiten bereits seit mehreren Jahren zusammen. Im Mai 2025 schlossen CATL und Intilion eine weitere Partnerschaftsvereinbarung ab, die auf Batteriespeicherprojekte mit einem Volumen von bis zu 10 Gigawattstunden in der DACH-Region über einen Zeitraum von fünf Jahren abzielt. Diese Vereinbarung umfasste die „TENER“-Energiespeicherprodukte von CATL und sah eine weitere Zusammenarbeit bei integrierten Gleichstrom- und Wechselstromlösungen vor. Die Unternehmen haben nicht angegeben, ob das neue Natrium-Ionen-Abkommen Teil dieser früheren Vereinbarung ist.
Intilion mit Hauptsitz in Paderborn gehört zur deutschen Hoppecke-Gruppe. Das Unternehmen ist auf die Integration von Batterietechnologien in Speichersysteme für Energieversorger sowie für Gewerbe und Industrie spezialisiert. Es bietet Dienstleistungen in den Bereichen Engineering, Software, Inbetriebnahme und Wartung an.
Jakobi hob mehrere angegebene Leistungsmerkmale der Natrium-Ionen-Technologie von CATL hervor, darunter einen Round-Trip-Wirkungsgrad von über 96,5 Prozent, mehr als 15.000 Lade- und Entladezyklen sowie eine Kapazitätserhaltung von über 90 Prozent bei niedrigen Temperaturen.
Die von CATL veröffentlichten Spezifikationen für sein Energiespeichersystem „TENER Sodium“ liefern weitere technische Anhaltspunkte: 15.000 Zyklen bei 25 Grad Celsius, mehr als 10.000 Zyklen bei 45 Grad Celsius und eine Kapazitätserhaltung von über 92 Prozent bei -20 Grad Celsius.
CATL stellte „TENER Sodium“ im Juni 2026 in München auf der „The Smarter E Europe“ vor. Das modulare System bietet mehr als 30 Megawattstunden pro standardisiertem Energieblock und unterstützt Speicherdauern von einer bis acht Stunden. CATL hat zudem spezielle bidirektionale Gleichspannungsregelungs- und Batteriemanagementsysteme entwickelt, die auf die Eigenschaften von Natrium-Ionen-Batterien zugeschnitten sind.
Jakobi erklärte, die Natrium-Ionen-Technologie könne Vorteile bei der Verringerung der mit der Rohstoffgewinnung verbundenen Umweltauswirkungen sowie bei der Senkung der Lärmemissionen an Speicherstandorten bieten. Er fügte hinzu, dass die Partnerschaft darauf abziele, zu den Ersten zu gehören, die „dieses technologische Potenzial in konkrete Projekte umsetzen“.
Die Vereinbarung folgt auf mehrere andere europäische Partnerschaften im Bereich Natrium-Ionen-Speicher. Im Juli kündigten CATL und der niederländische Energietechnologieanbieter Alfen Pläne an, Natrium-Ionen-Speichersysteme mit einer Gesamtkapazität von 5 Gigawattstunden in ganz Europa einzusetzen. CATL hat zudem eine dreijährige Kooperationsvereinbarung über 60 Gigawattstunden Natrium-Ionen-Speicher mit dem chinesischen Integrator Hyperstrong unterzeichnet (lesen Sie mehr dazu auch im Artikel aus unserer September-Ausgabe „Wachablöse bei der Batteriechemie„).
CATL rechnet damit, dass seine Auslieferungen von Natrium-Ionen-Speichersystemen in diesem Jahr eine Gigawattstunde erreichen werden, wobei der Beginn der internationalen Lieferungen für Juni 2027 geplant ist.
Die geschlossenen Partnerschaften ist für beide Seiten von Vorteil. Für Intilion erweitert die Vereinbarung das Portfolio an Batterietechnologien über Lithium-Ionen-Systeme hinaus. Für CATL bedeutet dies einen weiteren etablierten europäischen Integrationspartner, da das Unternehmen die internationale Vermarktung von Natrium-Ionen-Speichersystemen anstrebt.
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