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Wien plant Photovoltaik-Faltdach über Klärbecken

Über einem Becken der Wiener Kläranlage soll bis Juni 2027 eine faltbare Photovoltaik-Anlage entstehen. Das Faltdach lässt sich für Wartungsarbeiten sowie bei bestimmten Wetterbedingungen einfahren. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, könnten weitere Beckenflächen für die Solarstromerzeugung genutzt werden.
Wien bereitet bei eibner Kläranlage den Bau eines Photovoltaik-Faltdachs vor
Insgesamt sind bei der Wiener Kläranlage rund 46.000 Quadratmeter Beckenfläche grundsätzlich für Photovoltaik-Faltdächer geeignet. | Foto: Stadt Wien / Christian Jobst

Die Wiener Hauptkläranlage will über dem Becken „Vorklärung West 2“ ein Photovoltaik-Faltdach mit 262 Kilowatt Leistung installieren. Auf der Anlagenfläche von 1750 Quadratmetern sind 504 Solarmodule vorgesehen; der erwartete Jahresertrag liegt bei rund 260 Megawattstunden. Das Projekt soll bis Juni 2027 realisiert werden. Bewährt sich das Konzept, kommt nach einer Machbarkeitsstudie eine deutlich größere Fläche für weitere Anlagen infrage. Insgesamt sind demnach auf dem Gelände rund 46.000 Quadratmeter Beckenfläche grundsätzlich für Solarfaltdächer geeignet.

Bei einem Photovoltaik-Faltdach sind anders als bei einer fest installierten Überdachung die Module an einer Seilkonstruktion befestigt und können ein- und ausgefahren werden. Damit soll das darunterliegende Becken für Wartungsarbeiten zugänglich bleiben. Nach Angaben der Stadt Wien dauert das vollständige Ein- oder Ausfahren rund 30 Sekunden. Eine Wettersteuerung soll das Solardach bei starkem Wind, heftigem Schneefall oder Hagel automatisch einfahren. Die dadurch entstehenden Ausfallzeiten seien bei der Berechnung des erwarteten Stromertrags bereits berücksichtigt. Die Konstruktion wird eine lichte Höhe von 4,35 Metern, eine Gesamthöhe von 6,3 Metern und ein Gewicht von rund 57 Tonnen haben.

Betreiberin der Kläranlage ist die Ebswien im Auftrag der Stadt Wien. Wie das Unternehmen am Dienstag weiter mitteilte, erzeugt die Kläranlage schon jetzt bilanziell mehr Energie, als sie selbst benötigt. Für 2025 lag demnach der Eigenversorgungsgrad für Strom bei 110 Prozent und für Wärme bei 173 Prozent. Ein wesentlicher Teil der Energie werde aus dem Klärschlamm gewonnen.

Ebswien rechnet allerdings künftig mit einem deutlich steigenden Energiebedarf. Zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten am Standort sollen daher dazu beitragen, den hohen Eigenversorgungsgrad aufrechtzuerhalten. Die Überbauung der Klärbecken mit Photovoltaik ermögliche eine zusätzliche Stromerzeugung, ohne dafür weitere Bodenflächen in Anspruch zu nehmen.

Lieferant des Photovoltaik-Faltdachs ist dhp Technology. 2025 hat das Schweizer Unternehmen auf der Abwasserreinigungsanlage ARA Thunersee im Schweizer Kanton Bern ein Photovoltaik-Faltdach mit 3,6 Megawatt Leistung realisiert.

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Kommentare

benjamin.brand
Aug 25, 2026

Haben die Wiener die Kläranlage ich Schweinfurt besucht?
Dort wurde das schon umgesetzt https:// www. youtube.com/watch?v=HQf8UWNYRqg