See all

Durchschnittlicher Zuschlagswert für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sinkt auf 4,79 Cent pro Kilowattstunde

Für das ausgeschriebene Volumen von 2135 Megawatt gingen 401 Gebote mit insgesamt 3170 Megawatt Leistung ein. Die ermittelten Zuschlagswerte reichen von 4,38 bis 4,97 Cent pro Kilowattstunde.
Solarpark auf einer Freifläche
Die Ausschreibungsrunde für Photovoltaik auf Freiflächen sowie auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind, war erneut überzeichnet. | Foto: HarmvdB / Pixabay

Bei der Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zum Gebotstermin 1. Juli 2026 haben 261 Angebote einen Zuschlag erhalten. Das teilte die Bundesnetzagentur am Dienstag mit. Ausgeschrieben waren insgesamt 2135 Megawatt Photovoltaik auf Freiflächen sowie auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind. Für dieses Volumen wurden der Bonner Behörde zufolge 401 Gebote über insgesamt 3170 Megawatt eingereicht. 48 Gebote sind demnach vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen worden, von den übrigen bekamen 261 einen Zuschlag.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte der erneut überzeichneten Ausschreibungsrunde liegen der Mitteilung zufolge zwischen 4,38 und 4,97 Cent pro Kilowattstunde. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert beträgt 4,79 Cent pro Kilowattstunde und liegt damit leicht unter dem Wert der Vorrunde von 4,94 Cent pro Kilowattstunde.

Die meisten Zuschläge entfallen auf den Süden der Republik: In Bayern waren 75 Gebote mit zusammen 429 Megawatt erfolgreich, in Baden-Württemberg 41 Gebote mit insgesamt 266 Megawatt. Auf Niedersachsen entfallen 28 Zuschläge und 225 Megawatt, auf Rheinland-Pfalz 25 Zuschläge und 239 Megawatt sowie auf Nordrhein-Westfalen 21 Zuschläge und 233 Megawatt.

Die Bundesnetzagentur weist auf Grund von Nachfragen aus dem Kreis potenzieller Bieter darauf hin, dass „von den Teilnehmern dieser Ausschreibung noch keine Netzentgelte mit Finanzierungsfunktion (Kapazitätsentgelte) im Sinne der Orientierungspunkte der Bundesnetzagentur zur Beteiligung der Einspeiser vom 17. Februar 2026 erhoben“ werden. Alle weiteren Fragen werden demnach im Rahmen des Festlegungsprozesses zur allgemeinen Netzentgeltsystematik (AgNes) entschieden.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wird mit dem Gebotstermin 1. Dezember 2026 durchgeführt.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].

Kommentare

maeder.c
Aug 19, 2026

Wem gehört Deutschland?
Die Wohneigentumsquote liegt im Durchschnitt in Deutschland bei etwa 47 Prozent. Wobei diese von Bundesland zu Bundesland stark variiert. ( Saarland 60 % / Berlin 16 % )
Die Wohneigentumsquote liegt in Kroatien bei etwa 90 % . Eine solche Traumquote wie in Kroatien bildet eigentlich den „harten und gerechten Kapitalismus“ perfekt ab . Obwohl man
in Deutschland genau umgekehrt denkt , nämlich dass Mieter eher weniger Geld zur Verfügung haben , und Grundstücksbesitzer eher mehr , ist dies relativ unlogisch. Das Geld für die Miete einer Wohnung ist monatlich komplett ausgegeben . Dies können sich, logisch gedacht , eigentlich nur wirklich wohlhabende Menschen leisten. So sieht man es in Osteuropa und Südeuropa. In Budapest eine grosse Wohnung mieten ist ziemlich teuer. Wer hat der hat .Das eigene Architektenhäusle auf dem eigenen Grund und Boden , verbrieft und garantiert im Grundbuch, ist ein Wert der sich aufbauen und speichern lässt. Sehr wenige Mieter in Deutschland besitzen selbst eine Immobilie oder ein Grundstück, welches Sie vermieten oder verpachten. Der Besitz von Grundstücken in Deutschland ist eine Sache der oberen Zehntausend, und der Personen die selbst in ihrem EFH wohnen , oder MEA an einem MFH haben.
Aus eigener Erfahrung macht es Spaß ein Grundstück mit Wohnbebauung ( Klassiker : Schwabenhäusle ) zu besitzen, und darauf zu leben. Es macht glücklich und erwachsen.
Um dieses Glück auch anderen zu ermöglichen, könnten Freiflächenanlagen auch auf Parzellen errichtet werden , welche 10 , 50 oder 100 verschiedenen Eigentümern gehören. Es ist doch schön ein Grundstück zu besitzen , wenn es auch nur 150 Quadratmeter groß ist .
Die Freiflächenanlage könnte erhöht gebaut werden , so dass man das eigene Grundstück auch als Freizeitgrundstück nutzen kann . Eventuell kann man so ein Grundstück auch immer weiter aufwerten , zum Beispiel durch die Installation von Wallboxen.

Gruenstrom
Aug 18, 2026

Ist es besser den Strom aus PV-Freiflächenanlagen zu nehmen oder teure PV-Dachanlagen, bezogen auf die Einspeisevergütung
Hier mal eine Kalkulation zu zeigen währe toll, auch wenn solche Rechnungen immer auch mit Ungenauigkeiten hat.
Es gibt 2 Meinungen und die Wahrheit liegt in der Mitte bestimmt.
Aber wer wagt sich an eine Kalkulation.

Antworten anzeigen
Antworten ausblenden
PB
Aug 19, 2026

die Frage war „bezogen auf die EV“, nicht auf Ideologie.
Darauf bezogen gibt es keinen Unterschied, die Rendite ist gleich, darum gibt es ja unterschiedliche Vergütungsgrößen. Man hat vorher berechnet wie der preisliche Unterschied ist und hat denn die Vergütung an einer gleichen Rendite bestimmnt.

Ideologisch gesehen gehört die FF Vergütung abgeschafft. FF Anlagen können unter 5c/kWp gebaut werden wie die Ausschreibungen zeigen. Der Marktwert entspricht dieser Höhe also ist eine EEG-Vergütung unnötig und füllt nur die Taschen der wenigen Investoren die FF Anlagen bauen können.
Die Energieerzeugung muss vor Ort stattfinden. Die Netze sind vorhanden und müssen nicht gebaut werden. Wohngebiete sollten sich über wenige Dächer im Wohngebiet und Smart Metern autark versorgen. So können sich die umliegenden Häuser durch Stromkauf bei ihren Nachbarn an den Kosten der Anlage beteiligen und Netzausbau ist überflüssig.
Die EEG Vergütung für Anlagen bis 30kwp ist so lächerlich gering, dass eine Abschaffung überhaupt nicht auffallen wird. Durch den Wegfall vieler Altanlagen werden die Ausgaben sinken und man wird sagen, dass das auf die Beendigung der Vergütung zurückzuführen ist. Typische Augenwischerei.

Kostenvergleich: 5Mio PV Aufdachanlagen mit 10kWpGröße die 5000kWh ins Netz einspeisen, würden bei einer Vergütung von 8c nach Abzug der Markterlöse von im Schnitt 5c noch 750.000.000€ EGG Kosten verursachen.
5.000.000*5.000=25.000.000.000*0,03=750.000.000

Das ist lächerlich im Verhältnis zu den 18Milliarden die im Moment in andere Taschen fliessen.
Ich weiß, da sind auch noch andere Erzeuger und Kosten enthalten, deshalb nur bezogen auf die PV Vergütung der Kleinanlagen.

Dazu kommt, diese Vergütungen landen in den Taschen der Bürger, die das Geld wieder ausgeben.
Die Bürger haben meisten Kredite aufgenommen um die Anlagen zu bauen.
Hausdachanlagen sind reiner Wirtschaftskreislauf. Das Geld wird nicht gehortet.
Großanlagen gehören meistens Investoren die nicht wissen wohin mit ihrem Geld (Konzerne, Hedgefonds etc.)
Diese Vergütungen landen auf Konten auf denen sie liegenbleiben.
Der Volkswirtschaftliche Effekt ist bei FF Anlagen katastophal.

Tom Iltmann
Aug 19, 2026

Das eine ist der volkswirtschaftliche Effekt, der bei Freilandanlage bestimmt höher ist (das Geld lässt sich nur einmal ausgeben). Das andere ist der betriebswirtschaftliche Effekt für jede Gebäudeanlage. Bei den aktuellen Anlagenpreisen inkl. Speicher macht es kaum noch Sinn, vorhandene Dachflächen nicht zu nutzen. Und diese Investitionen betreffen immer das jeweilige Projekt und werden meist sehr gut berechnet.
Beiden gemeinsam ist der langfristige Effekt in der Ersparnis von weniger Einfuhr fossiler Energie. Der Umweltaspekt kommt quasi gratis dazu, wird aber in vielen Diskussionen in den Vordergrund gestellt, damit es eine Farbe bekommt und damit von einigen abgelehnt werden kann.

Ralf Schnitzler
Aug 19, 2026

Gruenstrom schreibt: „Es gibt 2 Meinungen und die Wahrheit liegt in der Mitte bestimmt.“

Ganz nüchtern betrachtet gibt es eigentlich nur eine Antwort: Wenn wir die Energieversorgung für die nächsten 50, 100 oder sogar 200 Jahre denken, dann haben Freiflächenanlagen erhebliche Vorteile: Die Fläche bleibt dauerhaft verfügbar („Boden und Baugenehmigung verschleißen nicht.“), Module, Wechselrichter und Verkabelung können entweder im laufenden Betrieb oder auf einen Streich (wenn es sich rechnet) unkompliziert ausgetauscht werden und der Betrieb ist unabhängig von Sanierungszyklen, Eigentümerwechseln oder Nutzungsänderungen von Gebäuden. Die eingesetzten Fachkräfte können dort erheblich effizienter arbeiten und ein vielfaches (5-10) an Leistung je Fachkraft installieren, hegen und pflegen. Das Verhältnis wird noch gewaltig ansteigen, wenn der Automatisierungsgrad im Bereich der Freiflächenphotovoltaik zunehmen wird.
Auch bei den Kosten sollte man die Gesamtsystemperspektive betrachten. Eine große Freiflächenanlage erzeugt Strom heute in der Regel deutlich günstiger als kleine Dachanlagen, weil Planung, Montage, Wartung und Betrieb wesentlich effizienter erfolgen. Genau deshalb werden große Solarparks weltweit als die kostengünstigste Form der Stromerzeugung ausgebaut.
Zum Thema Infrastruktur: Ja, Freiflächenanlagen benötigen Netzanschlüsse. Gleichzeitig vermeiden sie aber tausendfachen Installationsaufwand auf einzelnen Dächern und ermöglichen einen erheblich schnelleren Ausbau der Erzeugungskapazitäten angesichts des Fachkräftemangels.
Und noch ein Gedanke: Während über jeden Hektar für Solarparks wegen angeblicher Flächenknappheit diskutiert wird, werden in Deutschland 2,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche für Energiepflanzen wie z.B. Mais zur Biogasproduktion ver(sch)wendet. Verglichen damit erzeugen Solarparks ein Vielfaches (Faktor 50-100) an Energie pro Hektar und können bei entsprechender Gestaltung sogar einen Beitrag zur Biodiversität leisten. Solange das so ist, gibt es kein Argument der Flächenknappheit. Der Klimawandel wird noch ein übriges dazu tun, dass bald noch ein paar Millionen Hektar Agrarland auf den Markt kommen.
Deshalb meine ich, dass besser (effizienter) ist, auf Freiflächenanlagen zu setzen, wenn es um die langfristige Energieversorgung Deutschlands geht.

Aber: Wer eine Dachanlage zur Eigenversorgung baut, handelt vernünftig, es sollte bei eventuelle Einspeisung von überschüssigem Strom, aber keine zusätzlichen Subventionen in Form einer fixen EE-Vergütung geben. Auch sind bei Dachanlagen die Aufwände für eine Direktvermarktung nicht zu rechtfertigen, weil das unnötig Ressourcen bindet, die effizienter in größeren Projekten arbeiten würden.