Longi erreicht mit Perowskit-Silizium-Tandemzelle einen Weltrekord-Wirkungsgrad von 35,5 Prozent
Longi hat einen Wirkungsgrad von 35,5 Prozent für eine zweipolige Tandem-Solarzelle aus kristallinem Silizium und Perowskit bekannt gegeben. Das Unternehmen hat damit einen neuen Weltrekord für diese Technologie aufgestellt.
Der chinesische Photovoltaik-Hersteller präsentierte das Ergebnis in dieser Woche auf seiner „2026 Solar and Storage Innovation Technology Conference“ an der Shanghai Jiao Tong University. Das Ergebnis sei unabhängig von der European Solar Test Installation (ESTI) zertifiziert worden, die zum Gemeinsamen Forschungszentrum der Europäischen Kommission in Italien gehört.
Longi gab weder die aktive Fläche noch detaillierte elektrische Eigenschaften der Rekordzelle bekannt. Der gemeldete Wert bezieht sich daher auf eine zertifizierte Laborzelle und nicht auf ein kommerzielles Modul oder ein Serienprodukt.
Das neue Ergebnis übertrifft Longis bisherigen, direkt vergleichbaren Laborrekord von 34,85 Prozent, der im April 2025 bekannt gegeben und vom US-amerikanischen National Renewable Energy Laboratory (NREL) unabhängig bestätigt wurde. Zuvor hatte das Unternehmen zertifizierte Tandem-Wirkungsgrade von 31,8 Prozent im Jahr 2023 sowie 33,9 Prozent noch im selben Jahr und 34,6 Prozent im Jahr 2024 gemeldet.
Longi hat zudem Tandemzellen mit größerer Fläche entwickelt, die für kommerzielle Formate bestimmt sind. Im Juni 2025 gab das Unternehmen einen Wirkungsgrad von 33 Prozent für eine vom NREL zertifizierte Perowskit-Silizium-Tandemzelle mit zwei Anschlüssen und einer Fläche von 260,9 Quadratzentimetern bekannt. Das Ergebnis ist nicht direkt mit dem neuen Wert von 35,5 Prozent vergleichbar, da größere Zellflächen zusätzliche Herausforderungen hinsichtlich der Gleichmäßigkeit der Beschichtung, elektrischer Verluste und der Komplexität der Fertigung mit sich bringen.
Das Unternehmen hat keinen Zeitplan für die kommerzielle Produktion des neu angekündigten Moduls bekannt gegeben. Im Juni erklärte Longi, dass es keinen konkreten Plan für die Massenproduktion von Tandemzellen aus kristallinem Silizium und Perowskit gebe. Die Technologie muss in Bereichen wie der Abscheidung auf großen Flächen, der Fertigungsausbeute, der Verkapselung, der Langzeitstabilität und der Kostensenkung noch weiterentwickelt werden.
Die Bekanntgabe des Wirkungsgrads war Teil des „Technology Forest“-Konzepts von Longi auf der Konferenz, das eine Reihe von Zell-, Modul- und Systemtechnologien unter einem übergreifenden Rahmen für die Technologieentwicklung zusammenfasst.
Zu den auf der Veranstaltung vorgestellten Technologien gehörten die Nano-Legierungs-Kontaktmatrix (ACM), die integrierte leitfähige Rückseitenfolie, die Shingled-Cell-Verbindung, verdeckte Sammelschienen, die temperaturgesteuerte Legierungsverbindung, die Smart-Modul-Technologie, die digitale Plattform „Longi One OS“ sowie das „Three-Proof Pro“-Moduldesign.
Longi erklärte, dass die ACM-Technologie in seinem 21-Gigawatt-Zellfertigungsprojekt in Xixian bereits in die Serienproduktion übergegangen sei. Während sich die Tandemzelle noch im Forschungsstadium befindet, unterstreicht dieses Ergebnis die Effizienzsteigerungen, die das Photovoltaik-Unternehmen parallel zu seiner Roadmap für die Rückkontakt-Zelltechnologie anstrebt.
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