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Enercity errichtet Power to Heat-Anlage mit 50 Megawatt

Das Kraftwerk in Hannover-Herrenhausen soll überschüssigen Strom aus Photovoltaik und Windkraft für die Fernwärmeerzeugung nutzen. Neben der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung will Enercity damit auch die Stromnetze entlasten.
Im Enercity-Kraftwerk Herrenhausen entsteht eine P2H-Anlage mit 50 Megawatt. | Image: Enercity

Der Energieversorger Enercity errichtet eine Power-to-Heat-Anlage mit 50 Megawatt Leistung. Dies ist einerseits Teil des bereits 2017 beschlossenen Kohleausstiegs von Enercity und der Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung, anderseits aber auch ein gezielter Schritt zur Entlastung der Stromnetze. Die beständig steigende Produktion aus Wind- und Photovoltaik-Anlagen, so das Unternehmen, „führt zu teils sehr niedrigen bis negativen Strompreisen und erhöht zunehmend den Druck auf die Netze“. Deshalb baue man nun „die Fähigkeit aus, solche Stromüberschüsse gezielt aufzunehmen und für die Wärmeversorgung nutzbar zu machen“.

Im historischen Kraftwerk Herrenhausen betreibt Enercity bereits seit 2020 einen Elektrodenheizkessel mit 20 Megawatt thermischer Leistung; diese soll auf 26 Megawatt gesteigert werden. Mit einer aktuell im Bau befindlichen 50 Megawatt-Anlage wird die Power-to-Heat-Leistung des Energieversorgers nun deutlich gesteigert.

Die Kessel können sowohl direkt ins Hannoveraner Fernwärmenetz einspeisen als auch in bestehende Wärmespeicher. Die entstehende Flexibilität sei „insbesondere dann entscheidend, wenn viel erneuerbare Energie im Netz ist oder ein sehr hoher Wärmebedarf entsteht, beispielsweise an besonders kalten Wintertagen“. Die Anlagen seien aber auch ein Beitrag zu mehr Versorgungssicherheit im Wärmenetz, weil sie bei hoher Nachfrage kurzfristig zugeschaltet werden können. Power-to-Heat sei „kein Dauerläufer, sondern wird gezielt in Situationen eingesetzt, in denen das Energiesystem Unterstützung benötigt“. So werde die bereits bestehende Anlage in Herrenhausen genutzt, um Fernwärmespeicherwasser schnell von 98 Grad Celsius auf die im Winter erforderliche Vorlauftemperatur von bis zu 120 Grad zu erhitzen. Damit lasse sich der Speicherinhalt auch Spitzennachfrage nutzen, was den Einsatz anderer Erzeugungsanlagen erspare und zur wirtschaftlichen Fernwärmeerzeugung beitrage.Für die Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung in Hannover soll bis Ende 2027 der zweite Kohleblock vollständig ersetzt werden. Dann lasse sich „ein sehr großer Teil“ der Fernwärme klimaneutral erzeugen, wobei neben Power-to-Heat unter anderem Großwärmepumpen, die Umweltwärme aus Fluss- und Klärwerkswasser sowie erweiterte Abfallwärmenutzung genutzt werden. Im Stadtteil Rodenbruch ist nach Angaben von Enercity zudem eine weitere Power-to-Heat-Anlage mit 100 Megawatt geplant.

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