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Belectric baut weiter Photovoltaik-Speicher-Kraftwerke – nur derzeit kaum in Deutschland

Zum 25-jährigen Bestehen blickt Geschäftsführer Thorsten Blanke auf sechs Gigawatt realisierte Projekte zurück. Im Interview auf der The smarter E hat er erklärt, warum reine Solarparks in Deutschland derzeit schwierig sind und warum Batteriespeicher vor allem in Spanien schneller zum Geschäft werden. Allerdings setzt er auch in den deutschen Markt Hoffnungen.
Thorsten Blanke, Geschäftsführer von Belectric, feiert das 25jährige Jubiläum auf der Intersolar | Foto: pv magazine

Belectric wird dieses Jahr 25 Jahre alt. Wie blicken Sie zurück?

Thorsten Blanke: Belectric hat ja als lokales Unternehmen in Franken begonnen. Das Unternehmen wurde dann sehr schnell international aktiv. Im Jahr 2012 hatten wir schon ein Gigawatt gebaut. Mittlerweile sind wir bei 6 Gigawatt. Ich finde, das ist eine schöne Entwicklung und Belectric ist eines der wenigen Unternehmen, die alle Ups und Downs der Branche überlebt haben.

Im Jahr 2012 habe ich über die Großanlagen von Belectric mit Holzgestellen geschrieben und mit Experten diskutiert, ob diese Vorteile haben. Gibt es diese noch?

Also wir haben noch Anlagen, in denen wir sogenannte Wooden Beams nutzen. Aber wir haben damals lange Garantien gegeben und müssen die jetzt austauschen.

Wie blicken Sie derzeit auf den deutschen Markt?

Unsere Haupttätigkeit ist ja das EPC- und O&M-Geschäft, für Photovoltaik-Anlagen größer 50 Megawatt. Reine Photovoltaik-Projekte sind in Deutschland gerade nicht gefragt. Das liegt daran, dass durch die vielen Stunden mit niedrigen oder negativen Preisen die Erlöse gering sind. Jetzt ist Klarheit in den Agnes-Prozess gekommen, mit dem Netzentgelte neu geregelt werden. Wir setzen große Hoffnungen darauf, dass wir nun wieder Batteriespeicher in Deutschland bauen können. In der Vergangenheit war das schon einmal eines unserer Standbeine.

Und wie sieht es mit Photovoltaikanlagen aus, die die Erlöse über Stromlieferverträge generieren?

Das ist gerade schwierig. Wenn man eine reine Photovoltaikanlage ohne Speicher bauen würde, sind die PPA-Abschlüsse so niedrig, dass die Wirtschaftlichkeit überhaupt nicht mehr gegeben ist. Kein Investor würde da gerade investieren. Hybridanlagen mit Speichern sind dagegen attraktiv. Das gilt auch für die Hybridisierung von älteren Anlagen. Darin sind wir aktiv. Bisher aber nicht in Deutschland. In Deutschland bauen wir derzeit nicht, haben aber natürlich unseren ganz normalen Betrieb.

Warum funktioniert das Geschäftsmodell in Spanien?

In diesem Bereich ist dort die Dynamik sehr groß, unter anderem weil die regulatorischen Rahmenbedingungen dort viel einfacher sind als in Deutschland. Hier braucht man immer noch die Genehmigung des Netzbetreibers, um eine Solaranlage um einen Speicher zu erweitern, auch wenn ein Grünstromspeicher geplant ist. Wie überall benötigt man auch in Spanien eine Baugenehmigung. Der Betreiber muss dann nur sicherstellen, dass die vorgegebene Netzanschlussleistung nicht überschritten wird. In Deutschland gibt es übrigens sehr gute Beispiele, wo man in wenigen Wochen die Genehmigung bekommt. Es gibt leider aber auch Netzbetreiber, wo man Monate wartet.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Der Markt braucht Flexibilisierung. Dafür müssen die Netzbetreiber sorgen, da sie die Netzanschlüsse für die Batterien vergeben.

Wie blicken Sie auf die Diskussion um den Redispatch und den Redispatch-Vorbehalt?

Das ist ein kritischer Punkt. Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, dass man in bestimmten Regionen nur schwer weiter zubauen kann. Aber ich würde, falls der Redispatch-Vorbehalt umgesetzt wird, auf jeden Fall den Netzbetreibern die Auflage machen, dass sie in einem überschaubaren Zeitraum die Netzengpässe, die zu diesen Redispatch-Maßnahmen geführt haben, auflösen. Batterien können zur Lösung beitragen, sie sind kein zusätzliches Problem.

Momentan ist fraglich, ob man den Strom, der wegen Netzengpässen abgeregelt wird, nutzen kann, um die Batterie zu laden. Sehen Sie da Klärungsbedarf?

Ich hoffe, dass der normale Menschenverstand auch bei der Gesetzgebung dazu führt, dass letztlich Batterien auch im Redispatch geladen werden können. Alles andere wäre ein Schildbürgerstreich, der alle Geld kosten würde. Denn dann zahlt der Stromverbraucher die Redispatch-Kosten und zu Hochpreiszeiten steht weniger günstiger Strom in den Batterien bereit. Umgekehrt, wenn man die Batterie im Redispatch-Fall benutzen darf, hat man einen doppelten preissenkenden Effekt.

In welchen Ländern sind Sie derzeit noch hauptsächlich aktiv?

Großbritannien ist immer noch spannend und Irland, wo wir einen ersten Auftrag haben. In Holland haben wir jetzt ein sehr großes Projekt unterschrieben. Außerdem sind Italien, Spanien und Polen wichtige Märkte für uns. Nach Dänemark schauen wir ebenfalls, aber der Markt hat derzeit ähnliche Probleme wie Deutschland.

Was heißt die Marktentwicklung in Deutschland für die Mitarbeiter? Mussten Sie entlassen?

Nein. Dadurch, dass wir in anderen Ländern bauen, nutzen wir die Kompetenz, die wir in Deutschland aufgebaut haben. Wir haben rund 700 Mitarbeiter. Ich plane keine großen Abbauwellen, ich plane auf der anderen Seite aber auch keinen großen Aufbau. Wir werden auch nicht jede Stelle, wo jemand das Unternehmen verlässt, sofort wieder besetzen. Wir schauen gerade auch intensiv auf die Kosten.

Haben Sie noch Kontakt zu den Gründern?

Ja, es gibt immer noch Kontakt zu den Gründern und früheren Geschäftsführern, wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Zu einzelnen Weggefährten aus der Anfangszeit stehe ich bis heute regelmäßig im Austausch.

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