Sunventory digitalisiert die Wareneingangskontrolle auf Solarpark-Baustellen

Auf Solarpark-Baustellen wird jede Anlieferung bis heute auf Papier quittiert. Die Berliner Sunventory UG bietet dafür seit Ende August eine Alternative an: Die Lieferung wird mit dem Smartphone bei der Annahme erfasst, das Büro sieht sie sofort am Rechner.

Berlin, 29. August 2026

Auf den Baustellen großer Solarparks wird bis heute jede Anlieferung auf Papier quittiert, meist von dem, der gerade vor Ort ist. Die Berliner Sunventory UG bietet dafür eine Alternative an, die seit Ende August vollständig verfügbar ist: Die Lieferung wird mit dem Smartphone direkt bei der Annahme erfasst, das Büro sieht sie am Rechner, und die Warenwirtschaft kann die Daten automatisch übernehmen. Gegründet hat das Unternehmen ein Bauleiter.

Hunderte Lieferungen, mehrere Ordner im Baucontainer

Über die Bauzeit einer Freiflächenanlage treffen hunderte Lieferungen ein: Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Kabel. Das Baustellenpersonal nimmt sie an, unterschreibt den Durchschlag und legt ihn im Container ab. Ob eine Position vollständig geliefert wurde, zeigt sich im Büro erst mit Verzögerung. Soll später jemand belegen, was wann angekommen ist, beginnt die Suche im Ordner.

Mit der App wird der Lieferschein bei der Anlieferung fotografiert, dazu werden Lieferant, Artikel und Menge erfasst. Die Anwendung vergleicht das mit der Stückliste der Baustelle und zeigt für jede Position, was angekommen ist und was noch fehlt.

Vom Lieferschein zur Tranche

Auf Großprojekten hängt an diesen Belegen mehr als die Materialwirtschaft. Bauverträge und Projektfinanzierungen sehen Zahlungen in Tranchen vor, deren Freigabe an Nachweise über gelieferte Mengen geknüpft ist. Wer diese Nachweise aus Papierbelegen zusammenstellt, braucht dafür Zeit und Personal. Die in der App erfassten Lieferungen lassen sich stattdessen mit Fotos und Mengen exportieren.

Erfassung ohne Mobilfunknetz

Die App arbeitet ohne Netzverbindung. Sie startet auch offline und zeigt den zuletzt gespeicherten Stand, Lieferungen und Fotos bleiben auf dem Gerät. Neu erfasste Anlieferungen überträgt sie, sobald wieder Netz verfügbar ist.

„Angeliefert wird auf dem Acker, und dort ist selten Empfang. Eine Erfassung, die am Tor ausfällt, nützt niemandem“, sagt Bastian Maaßen, Gründer und Geschäftsführer der Sunventory UG. „Der Lieferschein ist am Ende ein Zahlungsbeleg. Wer ihn erst zusammensuchen muss, wartet länger auf sein Geld, und das kostet mehr als die Stunden, die das Suchen dauert.“ Maaßen war Bauleiter und hat den Bau von über 670 MWp an Freiflächenprojekten geleitet.

Anbindung an Warenwirtschaft und ERP

Über eine offen dokumentierte Schnittstelle können Warenwirtschafts- und ERP-Systeme die Stückliste einer Baustelle übergeben und werden benachrichtigt, sobald dort eine Lieferung eintrifft. Die Anwendung läuft auf iPhone, auf Android-Smartphones und am Rechner, betrieben wird sie auf ISO 27001 zertifizierten Servern in Deutschland.

Preis

Sunventory rechnet einmalig 0,25 Euro je Kilowattpeak installierter Leistung ab, ohne Abonnement und ohne Mindestabnahme. Für einen Solarpark mit 20 Megawatt sind das 5.000 Euro.