Studie: Industrie lässt 5 bis 7 Gigawatt Flexibilität ungenutzt liegen. aurivolt zeigt, wie sich das ändern lässt.

Eine McKinsey-Untersuchung zeigt: Nur ein Drittel der deutschen Industrieunternehmen prüft aktiv, ob sich eine flexible Stromabnahme lohnt. aurivolt argumentiert, dass der Hebel nicht in der Produktion liegt, sondern im bestehenden Netzanschluss.

Löhne, 7. September 2026. Eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey, über die das Handelsblatt berichtete, beziffert das ungenutzte Flexibilitätspotenzial der deutschen Industrie auf 5 bis 7 Gigawatt. Das entspricht rechnerisch der Leistung von bis zu 23 Gaskraftwerken. Trotzdem prüft nach der Befragung von 400 Industrieunternehmen nur ein Drittel aktiv, ob sich eine flexible Stromabnahme wirtschaftlich lohnt.

Als Hauptgrund identifiziert die Studie eine ausgeprägte Risikosensibilität gegenüber Eingriffen in bestehende Produktionsprozesse. Unternehmen scheuen Maßnahmen, die den Wirkungsgrad gefährden oder zusätzliche Anfahr- und Stillstandskosten auslösen könnten. Der aurivolt-Gründer und CEO Markus Baumann sieht darin keinen Widerspruch zur eigenen Flexibilisierungsstrategie, sondern deren Bestätigung: „Die Studie beschreibt genau das Problem, das wir mit unserem Peak-Shaving-Modell lösen. Die Industrie will die Produktion nicht anfassen, und das muss sie auch nicht. Der Hebel liegt daneben, nicht darin.“

Der Speicher steht neben dem Prozess, nicht in ihm

aurivolt bietet Industrie- und Gewerbekunden Batteriespeicher zur Lastspitzenkappung an, die hinter dem bestehenden Netzanschluss installiert werden. Das System erkennt Lastspitzen automatisch und deckt sie aus der Batterie, wodurch der Netzbezug unter der Kappungsgrenze bleibt und der Leistungspreis dauerhaft sinkt. Nach Unternehmensangaben ist dafür kein Eingriff in Produktionsabläufe notwendig: Der Speicher arbeitet vollautomatisch im Hintergrund, während Produktion, Prozesse und Versorgungssicherheit unberührt bleiben.

Der Ansatz geht über die reine Kappung hinaus. Da eine Lastspitze nach Unternehmensangaben manchmal nur wenige Stunden im Jahr auftritt, steht die Anlage die übrige Zeit für weitere Nutzungen zur Verfügung: den gesteigerten Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage, den günstigen Einkauf über dynamische Tarife sowie den automatisierten Handel am Strommarkt über dieselbe Handelslogik, mit der aurivolt seine eigene Speicherflotte täglich an der EPEX Spot steuert.

Auch die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugflotten lässt sich nach Unternehmensangaben über den bestehenden Anschluss abbilden, da Ladespitzen von 150 bis 1.000 Kilowatt pro Ladepunkt vom Speicher abgefangen werden, ohne dass ein neuer Netzanschluss beantragt werden muss.

„Die anderen planen Speicher. Wir betreiben sie“, sagt Baumann mit Verweis auf die eigene, täglich an der EPEX Spot gehandelte Speicherflotte des Unternehmens. „Was wir unseren Kunden anbieten, ist kein theoretisches Modell. Es ist unser eigener Betrieb.“

Über aurivolt

aurivolt energy GmbH mit Sitz in Löhne entwickelt und betreibt dezentrale Energieinfrastruktur für die Energiewende: Batteriespeicher, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur. Die eigene Schwarmspeicherflotte wird vollautomatisiert an der Strombörse EPEX Spot gehandelt. Gegründet 2023, verfolgt aurivolt das Ziel, bis 2030 20.000 Speicher zu betreiben.

Quelle

Klaus Stratmann: „Warum die Industrie ihren Stromverbrauch kaum an den Markt anpasst“, Handelsblatt, 7. September 2026.