Nur jeder Zehnte lehnt E-Autos grundsätzlich ab, doch leicht zu gewinnen sind die anderen deshalb nicht

Nur eine kleine Minderheit lehnt Elektromobilität grundsätzlich ab, doch das bedeutet nicht automatisch, dass alle anderen Verbrenner-Fahrenden zum Umstieg auf ein E-Auto bereit sind. Das zeigt die EV Adopter Persona Study 2026 von USCALE, für die im Juni 2026 über 1.000 Verbrenner-Fahrende in Deutschland, repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland, zu ihrer Einstellung zur Elektromobilität befragt wurden.

Nur 10% „Hardcore-Verweigerer“

Nur knapp 10% der Befragten lehnen ein E-Auto grundsätzlich ab, unabhängig von Einkommen, Wohnsituation oder Alter. Diese Haltung ist nicht an eine bestimmte Lebenssituation gekoppelt: Zwei Drittel davon leben zwar in eingeschränkten wirtschaftlichen Verhältnissen, das übrige Drittel verteilt sich über alle anderen Lebenssituationen. Ihre Ablehnung von E-Autos steht dabei nicht isoliert, sondern ist Teil einer generellen Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien: Nur 12% bezeichnen sich als neugierig auf neue technische Entwicklungen (im Schnitt aller Befragten: 37%). Das zeigt sich auch im Medienkonsum: Nur 19% lesen Online-Zeitungen (im Schnitt aller Befragten: 32%). Überdurchschnittlich genutzt werden lediglich Facebook und die Lokalzeitung.

Warum die anderen trotzdem nicht alle kaufbereit sind

Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass die übrigen Befragten kurzfristig zum E-Auto wechseln. Die Studie zeigt zwei große Gruppen mit ganz unterschiedlichen Motiven für ihre Zurückhaltung. Für rund die Hälfte aller Befragten ist der Umstieg aktuell aus praktischen Gründen keine Option: Der sogenannten Ausgebremsten Mehrheit fehlt es an Budget, an einer eigenen Lademöglichkeit oder an einem passenden bezahlbaren Gebrauchtwagenangebot. Auch die öffentliche Ladeinfrastruktur wird abseits der Autobahn, etwa im eigenen Wohnumfeld, von vielen noch als unzureichend wahrgenommen. Anders als beim harten Kern der Verweigerer ist die Zurückhaltung also keine Frage der Überzeugung, sondern der praktischen Voraussetzungen. 

Eine weitere Gruppe von rund 16%, oft ältere Menschen mit geringer Fahrleistung, ist schlicht zufrieden mit dem eigenen Status quo: Die sogenannten Zufriedenen Zuschauer hätten häufig die Voraussetzungen für ein E-Auto, sehen aber aktuell weder Bedarf noch Anlass für einen Wechsel.

Ein Drittel ist schon heute bereit

Das übrige Drittel, die sogenannten Innovativen Statuskäufer und die Informierten Realisten mit dem höchsten Budget aller Gruppen, plant den Umstieg bereits konkret oder steht ihm grundsätzlich offen gegenüber. Sie bilden das Fundament der aktuellen Marktentwicklung, in der inzwischen gut jede vierte Neuzulassung in Deutschland ein E-Auto ist.

Was das für Hersteller, Anbieter und Politik bedeutet

Für Hersteller und Anbieter heißt das: Wachstum entsteht künftig neben der weiteren Ausschöpfung der bereits offenen Zielgruppen vor allem durch den gezielten Abbau der praktischen Hürden bei den Ausgebremsten, während die zufriedene Gruppe eher einen neuen Anlass zum Wechsel braucht als zusätzliche Aufklärung. Ein besseres Gebrauchtwagenangebot entsteht mittelfristig von selbst, wenn mehr E-Auto-Neuwagen auf den Markt kommen. 

Beim Laden sind sowohl Politik als auch Industrie gefragt: Die Politik kann mit besseren Rahmenbedingungen und gezielter Förderung den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur weiter unterstützen, etwa im Mehrfamilienhaus. Jetzt, wo der Hochlauf richtig in Gang kommt, muss auch die Energiewirtschaft den Ausbau weiter hochfahren, selbst wenn die Zulassungszahlen zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieben. Allgemeine Informationskampagnen dürften dagegen eher die ohnehin schon informierten Gruppen erreichen.

„Zehn Prozent harte Verweigerer klingt erstmal nach einer kleinen Zahl, aber daraus automatisch neunzig Prozent potenzielle Käufer zu machen, wäre ein Trugschluss“, sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von USCALE. „Für Hersteller und Anbieter zählt der Unterschied zwischen echter Ablehnung, praktischen Hürden und schlichtem Desinteresse. Nur wer diese Gruppen sauber unterscheidet, kann sie gezielt ansprechen.“

Zur Studie

Für die EV Adopter Persona Study 2026 wurden im Juni 2026 insgesamt 1.066 Verbrenner-Fahrende in Deutschland befragt, repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Sie zeigt, welche Gruppen für den Umstieg auf ein E-Auto grundsätzlich erreichbar sind und was sie jeweils überzeugt. Damit liefert sie die Grundlage, um Botschaften, Produkte und Kanäle gezielt auf die jeweilige Zielgruppe zuzuschneiden.

Weitere Unterlagen

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Übersicht aller Studieninhalte

Über USCALE
USCALE ist ein auf Elektromobilität spezialisiertes Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen begleitet Hersteller, Infrastrukturanbieter und Flottenbetreiber mit datenbasierter Marktforschung und Strategieberatung. Mehr unter www.uscale.digital.