Ein Acker, doppelte Ernte: In Riepholm bleibt die Energiewende in regionaler Hand

Vizekanzler Lars Klingbeil eröffnet Agri-PV-Projekt auf Bioland-Hof Wilkens – entwickelt mit DoppelErnte, getragen von Landwirtschaft und den Menschen vor Ort

Ein Acker, doppelte Ernte und die Wertschöpfung bleibt vor Ort: Gemeinsam mit dem Bioland-Hof Wilkens hat die DoppelErnte GmbH in Riepholm ein Agri-Photovoltaik-Projekt entwickelt, das ökologische Landwirtschaft und Solarstromerzeugung auf derselben Fläche verbindet. Die Anlage bleibt in regionaler Hand: Mehrheitseigentümerin ist Familie Wilkens, beteiligt ist zudem die Bürgerenergiegenossenschaft Visselhövede eG.

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil eröffnete die Anlage gemeinsam mit Landwirt Olaf Wilkens und Till Skudelny von DoppelErnte vor über 100 Gästen aus Landwirtschaft, Kommunalpolitik und Energiewirtschaft.

Von der Idee zur fertigen Anlage: DoppelErnte begleitet den Bioland-Hof Wilkens

DoppelErnte begleitete das Projekt von der ersten Flächenprüfung über Planung und Genehmigung bis zur Inbetriebnahme. Auf 11 Hektar entstand eine Tracking-Agri-PV-Anlage mit einer Nennleistung von 7.992 Kilowatt-Peak – knapp acht Megawatt. Die durchschnittliche Jahresproduktion ist mit rund 9,62 Millionen Kilowattstunden kalkuliert – das entspricht dem Jahresstromverbrauch von über 3.000 Durchschnittshaushalten. Im kommenden Jahr ist ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von ca. 10 Megawattstunden geplant. Unter und zwischen den Modulen wird der Acker weiterhin landwirtschaftlich genutzt und bleibt Bioland-zertifiziert.

Das Projekt in Riepholm steht für den Ansatz von DoppelErnte: Agri-Photovoltaik gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben entwickeln und die Stromerzeugung als zusätzliches wirtschaftliches Standbein mit der Bewirtschaftung des Ackers verbinden. Dabei geht es sowohl um die doppelte Nutzung der Fläche als auch um die Beteiligung der Landwirtschaft an den Erträgen der Energiewende.

„Die Wertschöpfung aus Agri-Photovoltaik gehört in die Hände der Landwirte und Flächeneigentümer. Wer den Boden bewirtschaftet und die Fläche bereitstellt, soll auch von derStromerzeugung profitieren. Genau dafür steht das Projekt in Riepholm: Landwirtschaft und Energieerzeugung auf demselben Acker – und beide Ernten bleiben beim Hof“, sagt Till Skudelny, Geschäftsführer der DoppelErnte GmbH.

Ein zusätzliches Standbein für den Bioland-Hof

Für den Bioland-Hof Wilkens stärkt die Anlage die wirtschaftliche Resilienz des Betriebs: Die Einnahmen aus der Stromerzeugung schaffen ein zusätzliches, planbares Standbein neben der klassischen Hofbewirtschaftung. Die Anforderungen des ökologischen Landbaus an Boden und Bewirtschaftung gelten auf der Fläche weiterhin.

„Ich stehe hier auf meinem Bioacker, den ich seit Jahren bewirtschafte, und jetzt hängen über mir

Solarmodule. Das muss man einmal gesehen haben, um zu verstehen, dass das zusammengeht. Der Boden ist derselbe geblieben, die Arbeit ist dieselbe geblieben – dazugekommen ist nur etwas, das obendrüber Strom macht.“

Olaf Wilkens, Bioland-Hof Wilkens

Mit der Verbindung beider Nutzungen setzt Agri-Photovoltaik an einer zentralen Herausforderung der Energiewende an: Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energie zu erschließen und zugleich landwirtschaftliche Produktion zu erhalten. Über die Bürgerenergiegenossenschaft Visselhövede eG können sich auch Bürgerinnen und Bürger direkt am Projekt beteiligen, wodurch jeder von der Energiewende profitieren kann.

Über 100 Gäste zur Eröffnung mit Lars Klingbeil

Bei der Eröffnung gaben Olaf Wilkens und das Team von DoppelErnte Einblicke in die Entstehung der Anlage. Wilkens erläuterte seine Entscheidung für Agri-Photovoltaik, anschließend stellten die Projektentwickler den Weg von der ersten Flächenprüfung bis zur fertigen Anlage vor. Gemeinsam mit Vizekanzler Lars Klingbeil eröffneten sie die Anlage. Im Anschluss sprach Klingbeil zu den Gästen.

Miriam Staudte, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, richtete ein Videogrußwort an die Teilnehmenden. Weitere Ansprachen hielten die Landtagsabgeordneten Christian Schroeder und Jörg Hillmer.

Die Bürgerenergiegenossenschaft Visselhövede eG erläuterte die Bedeutung der Energiewende in Bürgerhand. Nach der Vorstellung der wichtigsten Anlagendaten wurde die Anlage in Anlehnung an die RichtfestTradition mit einem Gebet gesegnet.

Bei Führungen zwischen und unter den Modulreihen konnten die Gäste die doppelte Flächennutzung unmittelbar erleben und mit den Projektbeteiligten ins Gespräch kommen. Bei einem anschließenden Get-together ließen die Gäste den Nachmittag mit persönlichen Gesprächen und Austausch ausklingen.

Das Projekt im Überblick

Projektentwicklung: Agri-PV Wilkens GbR und DoppelErnte GmbH

Standort: Riepholm, Stadt Visselhövede, Landkreis Rotenburg (Wümme)

Landwirtschaftlicher Betrieb: Bioland-Hof Wilkens

Fläche: 11 Hektar, weiterhin Bioland-zertifiziert

Anlagentyp: Aufgeständerte Agri-Photovoltaik

Nennleistung: 7.992 kWp

Kalkulierte durchschnittliche Jahresproduktion: 9.620.000 kWh

Batteriespeicher: 10 MWh, geplante Inbetriebnahme 2027

Betreibergesellschaft: Agri-PV Riepholm GmbH; 75 Prozent WiRi GmbH (Familie Wilkens), 25 Prozent Bürgerenergiegenossenschaft Visselhövede

Technische Planung und Bau: MaxSolar GmbH

Finanzierung: Volksbank Lüneburger Heide eG

Über DoppelErnte

Die DoppelErnte GmbH entwickelt Agri-Photovoltaik-Projekte gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben. Im Mittelpunkt steht die doppelte Nutzung der Fläche: Landwirtschaft und Stromerzeugung auf demselben Acker. DoppelErnte begleitet Betriebe von der ersten Flächenprüfung über Planung und Genehmigung bis zur Inbetriebnahme.