Bundesweiter Vergleich: In diesen Städten ist das Interesse an Solarenergie am größten
Weniger private Solarförderung im neuen Jahr: Geht es nach Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz ab 2027 den Umstieg auf Solarenergie deutlich weniger subventionieren. Auch aus diesem Grund denken immer mehr Menschen über den baldigen Wechsel hin zur eigenen, unabhängigen Energieversorgung nach. Wer auf erneuerbare Energien wie Solarenergie wechseln möchte, informiert sich heute meist zuerst im Netz. Eine aktuelle Analyse von ntv Energieeffizienz zeigt nun, wie unterschiedlich stark das Interesse an Solarenergie je nach Stadt ausgeprägt ist. Das Portal hat dafür das durchschnittliche monatliche Google-Suchvolumen zu Begriffen rund um Photovoltaik, Solarenergie und Stromversorgung in den 50 größten deutschen Städten ausgewertet und zur besseren Vergleichbarkeit ins Verhältnis zur regionalen Google-Reichweite gesetzt.
In diesen Städten ist das Interesse an Solarenergie am größten
In keiner Stadt wird sich so häufig über den Wechsel zu Solarenergie informiert wie in Oldenburg: Dort entfallen durchschnittlich 988 Suchanfragen pro 100.000 Google-Nutzer auf Begriffe rund um Solarenergie. Dabei zählen allgemeine Begriffe wie „PV Anlage” oder „Balkonkraftwerk” sowie die Fördermittel etwa in Form der „Einspeisevergütung” zu den am häufigsten gesuchten Anfragen in der niedersächsischen Stadt.
Es folgen Ludwigshafen am Rhein (848), Saarbrücken (814) und Halle (Saale) (766). Die Einwohner der Stadt in Sachsen-Anhalt informieren sich vor allem zu Themen rund um die Speichermöglichkeit von Solarenergie. Die Erzeugung von Solarstrom hängt stark vom Wetter ab, und auch das Stromnetz gerät zu Spitzenzeiten zunehmend an seine Grenzen. Ein Speicher kann überschüssige Energie auffangen und die eigene Versorgung selbst dann sichern, wenn die Sonne einmal nicht scheint.
Auch in Leverkusen ist das Interesse an Solarenergie mit durchschnittlich 749 monatlichen Suchen groß. Zum Vergleich: Der städteübergreifende Durchschnitt liegt bei 438 Suchanfragen pro 100.000 Nutzer.
Hier wird seltener nach Solarenergie gesucht
Deutlich seltener informieren sich hingegen die Menschen in Bonn zu Themen rund um Solarenergie: Mit lediglich 195 Suchanfragen pro 100.000 Nutzer und Monat belegt die Stadt den letzten Platz im Ranking. Auch in Frankfurt am Main (214), Düsseldorf (290) und Nürnberg (339) fällt das anteilige Suchvolumen unterdurchschnittlich aus. Und das, obwohl im Süden der Bundesrepublik häufiger die Sonne scheint als im Norden. In Freiburg, Köln und Mannheim (jeweils 391 Suchanfragen pro Monat) liegt das Suchvolumen ebenfalls unter dem bundesweiten Schnitt. Das liegt vor allem daran, dass Themen rund um die Stromkosten sowie die Förderung von Solaranlagen dort nur selten abgefragt werden.
Ein niedriger Wert bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass dort weniger Bedarf an Solarenergie besteht: In großen Städten mit hohem Anteil an Miet- und Geschosswohnungen haben Privatpersonen seltener die Möglichkeit, selbst eine Anlage zu installieren. Eine Ausnahme ist das sogenannte Balkonkraftwerk, eine Mini-PV-Anlage, die am eigenen Balkon angebaut und genutzt werden kann. Dafür interessieren sich deutschlandweit besonders viele Menschen.
Hype um Balkonkraftwerke – zumindest im Netz
Über alle Städte hinweg ist „Balkonkraftwerk“ mit durchschnittlich 1.893 monatlichen Suchanfragen der mit Abstand meistgesuchte Einzelbegriff der gesamten Erhebung – noch vor „Balkonkraftwerk mit Speicher“ (592) und „Photovoltaik“ (531). Daneben sind aber auch die rechtlichen Vorgaben relevant, allen voran das „Marktstammdatenregister” mit 400 Suchen pro Monat. In dieses Register müssen sich Inhaber einer Solaranlage eintragen lassen. Gefolgt wird der Suchbegriff von der „Einspeisevergütung” mit einem durchschnittlichen Suchvolumen von 331 Anfragen. Dabei handelt es sich um die staatliche Vergütung, die Betreiber für den ins Netz eingespeisten Solarstrom erhalten. Im Zuge einer geplanten EEG-Reform könnte sie für Neuanlagen ab 2027 jedoch entfallen.
Am unteren Ende der Skala steht das Suchwort „PV-Anlage Steuer“ mit einem monatlichen Suchvolumen von zehn Suchen pro 100.000 Nutzer. Seit 2023 gilt in Deutschland ein sogenannter Nullsteuersatz auf den Kauf und die Installation privater PV-Anlagen. Auch nach den Fachbegriffen „Solaranlage Anbieter“ und „KfW-Förderung PV-Anlage“ (je zwölf monatliche Suchen) sowie nach „Solar Förderung” und „Solaranlage kaufen” (13 bzw. 14 Anfragen pro Monat) wird deutschlandweit nur selten gesucht. Das Interesse dreht sich also vor allem um grundlegende Informationen zu Photovoltaik und um Balkonkraftwerke, während Förder- und Preisfragen eine vergleichsweise kleine Rolle spielen.
Experte: “Interesse an alternativen Energielösungen aufgrund weltpolitischer Entwicklungen ungebrochen.”
„Unsere Analyse zeigt, dass sich das Interesse an Solarenergie quer durch Deutschland auf einem hohen Niveau befindet. Insbesondere angesichts der im europäischen Vergleich hohen Strompreise und dem möglichen Wegfall von Fördermitteln ab 2027 machen sich derzeit immer mehr Menschen Gedanken über einen Wechsel hin zu einer unabhängigen, autarken Energieversorgung“, erklärt Energie-Expertin Daphne Evans von ntv Energieeffizienz. Sie ergänzt:
“Diesen Wechsel muss der Staat jedoch weiter fördern. Viele Menschen schrecken nicht vor der Technik zurück, sondern vor den oft noch zu komplexen Vorschriften. Das zeigt sich auch daran, wie häufig nach regulatorischen Begriffen wie dem Marktstammdatenregister gesucht wird. Wenn wir die Energiewende schaffen möchten, müssen bürokratische Hürden abgebaut und der Umstieg weiter gefördert werden. Nur so lässt sich das vorhandene Interesse auch in tatsächlich installierte Anlagen übersetzen.“
Sämtliche relevanten Untersuchungsergebnisse wurden unter dem nachfolgenden Link grafisch aufbereitet: https://www.n-tv.de/energieeffizienz/photovoltaik/photovoltaik-foerderung
Über die Untersuchung
Für den Vergleich wurde das Suchinteresse an Begriffen rund um Photovoltaik, Solarenergie und Stromversorgung im Alltag analysiert, indem die durchschnittlichen monatlichen Suchanfragen im Zeitraum von Mai 2025 bis April 2026 für die 50 größten deutschen Städte ermittelt wurden. Die Auswertung erfolgte anhand von fünf spezifischen Keyword-Clustern (Themenbereichen), deren Volumina ins Verhältnis zur regionalen Google-Reichweite gesetzt wurden.
Die Analyse unterteilt sich in folgende Themenbereiche und Suchbegriffe: Speichermöglichkeiten: „Batteriespeicher“, „Solaranlage mit Speicher“, „Speicher Solaranlage“, „Speicher Solarenergie“, „PV Anlage mit Speicher“, „Speicher PV Anlage“, „Solarspeicher“, „Stromspeicher“, „PV Speicher“ und „Sungrow Speicher“. Kosten & Inflation: „Vergleich Strompreise“, „Strom Tarife“, „Energiekosten“, „Strompreise aktuell“, „Stromkosten“, „Strom Grundpreis“ und „Energiepreis“. Interesse: „Photovoltaik“, „Marktstammdatenregister“, „Solarthermie Panel“, „Solarplatten“, „Solaranlage“, „PV Anlage“, „Photovoltaikanlage“, „Wechselrichter“, „Energiewende“, „Solarstrom“, „PV Module“, „Photovoltaik Module“, „Solarmodule“, „Erneuerbare Energien“, „Solarthermie“, „ENWG“, „Solarstromanlage“, „Solarstrom Anlagen“, „Netzbetreiber“, „Energiewirtschaftsgesetz“, „Solaranlage kaufen“, „PV-Anlage kaufen“ und „Solaranlage Anbieter“. Förderung: „Einspeisevergütung“, „Photovoltaik Förderung“, „Energy Sharing“, „Solar Förderung“, „KfW Förderung PV-Anlage“ und „PV Anlage Steuer“. Balkonkraftwerke: „Balkonkraftwerk“, „Balkonkraftwerk mit Speicher“, „Gasolarxy“, „Balkonkraftwerk Anmeldung“, „Speicher für Balkonkraftwerk“, „Balkonkraftwerk Speicher“, „Balkonkraftwerk 2000 Watt“, „Balkonkraftwerk 800 Watt“ und „Balkon Solaranlage“.