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Photovoltaik-Zubau in der Schweiz sinkt 2025 auf 1,33 Gigawatt

Insgesamt sind in dem Land nun Photovoltaik-Anlagen mit knapp 9,5 Gigawatt installiert. Während weniger Photovoltaik-Anlagen hinzukamen, steigt die Nachfrage nach Batteriespeichern, die ein Marktwachstum von 70 Prozent verzeichneten.
Zubau, Photovoltaik, Schweiz, Swissolar
Für dieses Jahr erwartet Swissolar nur einen leichten Anstieg des Zubaus gegenüber 2025. | Quelle: Swissolar

In der Schweiz waren bis zum Jahresende 2025 insgesamt 338.270 Photovoltaik-Anlagen installiert, die über eine kumulierte Leistung von 9498,6 Megawatt verfügten. Dies geht aus der am Donnerstag veröffentlichten „Statistik Sonnenenergie 2025“ hervor. Dabei erlebte der Photovoltaik-Markt in dem Land im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang der Nachfrage. Der Zubau ging der Statistik zufolge von 1800 Megawatt im Jahr 2024 auf 1333 Megawatt im vergangenen Jahr zurück. Auch die verkaufte Photovoltaik-Leistung ging im Vergleich von 1810 auf 1280 Megawatt zurück. Dass der reale Zubau höher lag, liegt am Überhang, der sich aus dem Jahr 2024 ergab.

Die in der Schweiz installierten Photovoltaik-Anlagen erzeugten fast 8 Gigawattstunden Solarstrom, ein Plus von 33,3 Prozent gegenüber 2024. Die Photovoltaik deckte damit in der Schweiz im Vorjahr 13,71 Prozent des heimischen Verbrauchs ab.

In der Statistik ist auch eine Verteilung der neu installierten Anlagen über verschiedene Segmente zu finden. 25.562 der 37.257 Neuanlagen entstanden demnach auf Einfamilienhäusern. Sie hatte im Durchschnitt eine Leistung von 13,4 Kilowatt und summierten sich auf insgesamt 342,9 Megawatt im vergangenen Jahr. Fast 5.800 Photovoltaik-Anlagen mit 204,4 Megawatt entstanden demnach auf Mehrfamilienhäusern. Sie haben eine durchschnittliche Leistung von 35,4 Kilowatt. Den größten Anteil am Zubau mit 547 Megawatt hatten die neuen Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe und der Industrie. Auf landwirtschaftlichen Gebäuden sind rund 110 Megawatt hinzugekommen und bei Gebäuden des öffentlichen Diensts waren es 65,6 Megawatt. Eine eher untergeordnete Rolle spielen Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Schweiz. In der Statistik sind 50 neue Anlagen in diesem Segment mit insgesamt 33,3 Megawatt verzeichnet.

Die Anlagen sind auch noch nach Größenklassen ausgewertet worden. Dabei zeigt sich, dass die mit Abstand meisten Anlagen im Bereich zwischen 10 und 20 Kilowatt zugebaut wurden. Den größten Anteil am Gesamtzubau hatten hingegen die Anlagen zwischen 100 und 1000 Kilowatt Leistung.

Boom bei Batteriespeichern

Ganz anders sieht die Entwicklung bei Batteriespeichern in der Schweiz aus. Die Nachfrage hat sich zwischen 2024 und 2025 deutlich erhöht. Die verkaufte Lithium-Ionen-Speicherkapazität stieg im Jahresvergleich von 287.400 auf 490.070 Kilowattstunden, wie die Statistik zeigt. Ein Anstieg um 70 Prozent. Im vergangenen Jahr sind 27.775 neue Speichersysteme mit kumuliert rund 485.000 Kilowattstunden Kapazität hinzugekommen. Die schweizweit installierte Kapazität von Lithium-Ionen-Speichern erhöhte sich binnen Jahresfrist von 0,884 auf 1,38 Gigawattstunden. Sie Kapazität verteilt sich auf fast 93.500 Speichersysteme.

Die Nachfrage nach Batteriespeichern ist im vergangenen Jahr weiter stark gewachsen. | Quelle: Swissolar

Den zahlenmäßig größten Anteil am Speicherzuwachs hatte das Segment der Einfamilienhäuser, in denen 24.345 Systeme mit insgesamt 309.630 Kilowattstunden Kapazität neu installiert wurden. Die durchschnittliche Speicherkapazität lag dabei bei 12,7 Kilowattstunden. Swissolar kommentierte den Abschwung beim Photovoltaik-Zubau wie folgt: „Dies ist ein Indiz für den Wandel im Strommarkt und die Verunsicherung in Sachen Energie- und Strompolitik des Bundes.“ Es war der erste Rückgang seit 2017 bei den Neuinstallationen.

Swissolar: Zusätzliche Anreize für Photovoltaik-Ausbau notwendig

Der Schweizer Photovoltaik-Verband forderte Anpassungen bei den Rahmenbedingungen im Stromgesetz, um die Ziele mit Blick auf die „Energiestrategie 2050“ zu erreichen. Neue Anreize und Instrumente für Eigenverbrauch und lokalen Strom seien nötig. „Wichtige Elemente sind Vereinfachungen für lokale Strommodelle (ZEV und LEG) sowie die Höhe der Einmalvergütung. Entscheidend für den weiteren Ausbau ist die intelligente Kombination mit Batteriespeichern“, heißt es vom Verband. Dabei seien auch die Verteilnetzbetreiber gefragt. Sie müssten mit tarifarischen Anreizen und einheitlichen Datenstandards die Speicherung von Solarstrom weiter optimieren. 

Swissolar verweist auch darauf, dass mit dem neuen Stromgesetz bisher noch zu wenig etablierte Instrumente eingeführt wurden. Das Ziel dabei ist, die Photovoltaik-Produktion stärker auf den Verbrauch auszurichten. Zu den Instrumenten zählen insbesondere die virtuellen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV), die lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sowie die Netzentgelt-Befreiung für Batteriespeicher. Swissolar zufolge zeigen sich insbesondere bei den LEG Konstruktionsfehler, die leicht zu beheben wären: Einerseits brauche es eine Anhebung des Rabatts auf die Netznutzung von 40 auf 60 Prozent oder bei Nutzung mehrerer Netzebenen von 20 auf 40 Prozent sowie andererseits die Möglichkeit, Strom zwischen den Netzebenen 5 und 7 oder umgekehrt zu handeln. Ein entsprechender Vorschlag liege bereits vor und solle zügig von der Politik umgesetzt werden.

Ein Anreiz zur marktdienlichen Netzeinspeisung von Solarstrom soll die ab nächstem Jahr neu geregelte Abnahmevergütung von Solarstrom sein. Sie basiert auf dem Stundenmarktpreis, kombiniert mit einer Minimalvergütungsprämie zur Sicherstellung der langfristigen Investitionssicherheit. Netzbetreiber könnten darüber hinaus andere Vergütungsmodelle anbieten oder zusätzlich auch Herkunftsnachweise abnehmen. Aktuell sorge die Neuregelung, für die eine Übergangsfrist bis 2028 gilt, Swissolar zufolge bei vielen Photovoltaik-Betreibern und potenziellen Investoren für Verunsicherung. Der Verband fordert daher zusätzliche Anreize für den Bau neuer Photovoltaik-Anlagen, etwa eine stärkere Erhöhung der Einmalvergütung zum April 2027.

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