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Erste Agri-Photovoltaik-Anlage in Österreich liefert direkt Bahnstrom

ÖBB und Burgenland Energie haben die Photovoltaik-Anlage mit 6,6 Megawatt Leistung in Donnerskirchen in Betrieb genommen. Der Solarstrom aus der nachgeführten Anlage wird direkt ins 16,7-Hertz-Bahnstromnetz eingespeist. Jährlich soll sie etwa 8,3 Gigawattstunden Solarstrom erzeugen.
Agri-Photovoltaik-Anlage, Bahnstrom, Tracker, Österreich
Matthias Grün (Vorstandsvorsitzender Esterhazy Betriebe AG), Landesrat Heinrich Dorner, Stephan Sharma (CEO Burgenland Energie), Silvia Angelo (Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG) weihten die neue Agri-Photovoltaik-Anlage, die direkt ins Bahnstromnetz einspeist, in dieser Woche ein. | Foto: ÖBB/Richard Tanzer

In Donnerskirchen im Burgenland ist in dieser Woche eine besondere Photovoltaik-Anlage eingeweiht worden. Es handelt sich um eine Agri-Photovoltaik-Anlage auf einachsigen Trackern mit 6,6 Megawatt Leistung, deren Solarstrom direkt in das 16,7-Hertz-Bahnstromnetz eingespeist wird.

Die Anlage schafft damit gleich mehrere Synergieeffekte. Die Österreichische Bundesbahn ÖBB bekommt direkt grünen Strom in sein Netz geliefert. Nach ihren Angaben ist es erste nachgeführte Agri-Photovoltaik-Bahnstrom-Anlage Österreichs. Dazu kommt, dass die Esterhazy Betriebe AG auf den Flächen weiterhin Bio-Landwirtschaft betreiben kann. An der Realisierung beteiligt war zudem Burgenland Energie.

Agri-Photovoltaik-Anlage, die auf einer Fläche von sieben Hektar direkt neben der Bahnstrecke entstand, soll künftig jährlich etwa 8,3 Gigawattstunden Solarstrom liefern. Sie werden direkt in das Bahnstromnetz eingespeist und von den Zügen genutzt. Der Solarstrom sei ausreichend für rund 32.500 Zugfahrten von Wien nach Eisenstadt im Jahr. Die Entfernung zwischen den Städten beträgt etwa 60 Kilometer.

„Durch die direkte Einspeisung in das Bahnstromnetz erhöhen wir die Versorgungssicherheit und reduzieren gleichzeitig Energieverluste“, sagte Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG. „Solche Lösungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie, den Bahnbetrieb langfristig noch unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und die Rolle der ÖBB als eines der größten Klimaschutzunternehmen Österreichs weiter zu stärken.“

Matthias Grün, Vorstandschef von Esterhazy Betriebe, stellte den Doppelnutzen in den Vordergrund. „Durch Agri-Photovoltaik sichern wir den Erhalt landwirtschaftlicher Produktionsfläche, ermöglichen aber zeitgleich die Verwertung der Sonnenenergie“, sagte er. Bei den Projekten werde dabei auf natürliche Abgrenzungen wie Gräben und Hecken gesetzt, damit die Fläche weiterhin barrierefrei bleibe. „Seit mehreren Jahren erforschen wir bereits für derartige Standorte die Eignung diverser Kulturarten und entwickeln dazu angepasste Betriebskonzepte. So sind wir überzeugt am Standort Donnerskirchen gezielt Vorteile heben zu können: Die Pflanzen werden geschützt, während die Photovoltaik durch natürliche Kühlung effizienter arbeitet – ein Gewinn für Landwirtschaft und Energie zugleich“, sagte Grün weiter.

Die spezielle Bauweise der Agri-Photovoltaik-Anlage auf den Nachführsystemen sorgt ebenfalls dafür, dass die natürliche Versickerungsfähigkeit des Bodens erhalten bleibt. Es gebe zudem umfangreiche Bepflanzungsmaßnahmen, um weiterhin den heimischen Tierarten weiterhin einen Rückzugsraum zu bieten. Die Nutzung des Grundstücks für den landwirtschaftlichen Betrieb durch das Biolandgut Esterhazy ermögliche somit eine dreifache Nutzung des Bodens, hieß es von den Beteiligten.

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Kommentare

benjamin.brand
Jul 12, 2026

Schade das technische Einzelheiten im Artikel fehlen. Gerade die Wechselrichter wären interessant gewesen. Die müssen ja 16,7 Hz Ausgangsspannung liefern, das können nicht so viele WR.
Vielleicht weiß ja jemand der Mitlesenden noch etwas dazu.

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Sandra Enkhardt
Jul 12, 2026

Ich hatte diesbezüglich bei der ÖBB nachgefragt, aber bisher keine Antwort bekommen.

bernhard_erwin
Jul 10, 2026

Das Foto von der Anlage?
Was ist vorgesehen um die Fläche unter, zwischen den Pänels zu nutzen?
Ein Speicher würde sich negativ auf die Kalkulation auswirken?
Freundliche Grüsse
Erwin Bernhard