Kiwigrid beteiligt sich strategisch an der Energy Hub Alliance – Europas größter herstelleroffener Pool industrieller Energie-Konnektivität entsteht
Dresden/Osnabrück, 23. Juni 2026 – Die Kiwigrid GmbH steigt als strategischer Investor in die Energy Hub Alliance (EHA) ein, die herstellerübergreifende Industrieallianz für Konnektivität im Energienetz. Kiwigrid tritt als Gesellschafter bei – neben den Gründungsmitgliedern HagerEnergy GmbH und P3 group GmbH sowie dem 2026 hinzugekommenen strategischen Partner Vattenfall Europe Sales GmbH. Gemeinsam wollen die Partner industrielle Konnektivität und Künstliche Intelligenz (KI) für einen zunehmend dezentralen, digitalen und regulierten Energiemarkt nutzbar machen.
Damit schaffen sie die technologische Infrastruktur, mit der Stadtwerke, Energieversorger und Ökosystem-Partner eigene virtuelle Kraftwerke (Virtual Power Plant, VPP), sowie Vermarktungs- und Tarifprodukte realisieren können – mit klarem Fokus auf den DACH-Raum.
Strategischer Einstieg: Beteiligung und gemeinsame Entwicklung
Kiwigrid tritt dem bestehenden Gesellschaftervertrag der EHA bei; die Governance der Gründungsmitglieder P3 group und HagerEnergy sowie des strategischen Partners Vattenfall bleibt unberührt.
Mit dem Einstieg verbinden die Partner zwei komplementäre Ansätze: Kiwigrid steht für lokales intelligentes Energiemanagement, ein eigenes Hardware-/Edge-Device sowie Strommarktanbindungen, die Energy Hub Alliance für cloudbasierte Vernetzung auf Grundlage des European Data Act. So entsteht eine hybride Edge-to-Cloud-Architektur für das intelligente Energienetz – eine offene, sichere und skalierbare Grundlage, auf der Energieversorger eigene digitale Produkte aufbauen und dezentrale Anlagen markt- und netzdienlich nutzbar machen können. Die 2023 gegründete Energy Hub Alliance hat bereits über 40 Industriepartner technisch angebunden – darunter Stromanbieter, Automotive-OEMs, Heimspeicher-, Wallboxen- und Wärmepumpen-Hersteller.
Der größte Pool industrieller Energie-Konnektivitäten in Europa entsteht – mit über 200 Herstellern
Mit dem Beitritt von Kiwigrid entsteht der größte Pool industrieller Energie-Konnektivitäten in Europa. Die Allianz bündelt die Geräte- und Marktanbindungen ihrer Mitglieder und Partner zu einem gemeinsamen, herstelleroffenen Konnektivitäts-Ökosystem mit über 200 Herstellern.
Den Grundstock bilden die seit 2023 über 40 technisch angebundenen Industriepartner der EHA. Kiwigrid bringt eine Konnektivitätsbibliothek mit Anbindungen an über 160 Gerätemarken sowie die offenen Plattform-APIs von KiwiOS (Domänen Solar, Mobility, Heat und Connectivity) ein. So lassen sich Photovoltaikanlagen, Speicher, Wallboxen, Wärmepumpen, Automotive-OEMs, Stromanbieter, dynamische Tarife und die EPEX-Strombörse herstellerübergreifend integrieren.
Der entscheidende Hebel ist die Bündelung: Statt dass jedes Unternehmen Konnektivitäten einzeln entwickelt und dauerhaft pflegt, werden sie in der EHA zentral verwaltet und stehen allen Teilnehmern zur Verfügung. Das senkt Entwicklungs- und Wartungsaufwand erheblich, erhöht Verfügbarkeit und Qualität und beschleunigt das Onboarding neuer Geräte und Marktpartner – ein klarer Größen- und Geschwindigkeitsvorteil für das gesamte Ökosystem.
Orchestrierbare Flexibilität als offene Basis für virtuelle Kraftwerke
Aus den gebündelten Flexibilitäten der beteiligten Unternehmen entsteht ein herstelleroffener Fexibilitäts-Pool. Über die gemeinsame Plattform werden dezentrale Anlagen – Heimspeicher, Photovoltaik, Wallboxen und Wärmepumpen – aggregiert und prognostiziert. Damit wird die technologische Infrastruktur bereitgestellt, mit der Partner im Ökosystem diese Flexibilitäten flexibel abrufen und für ihre eigenen VPP- und Vermarktungszwecke nutzen können.
Allein die HagerEnergy-Marke E3/DC managt heute rund 180.000 Heimspeicher – etwa acht Prozent der in Deutschland installierten Speicher – und speist diese über die von der EHA definierten Schnittstelle in das virtuelle Kraftwerk ein. Kiwigrid erweitert den Pool industrieller Energie-Konnektivitäten um über 200.000 installierter Geräte und ergänzt ein Flexibility Dashboard zur Aggregation auf- und abregelbarer Flexibilität sowie die Anbindung netzdienlicher Anwendungsfälle (u. a. § 14a EnWG).
Der Bedarf ist hoch: Negative Börsenstrompreise, wachsende Preisspannen, die „Duck Curve“ sowie sinkende Einspeisevergütungen und die kommende verpflichtende Direktvermarktung erhöhen den Wert flexibler, steuerbarer Leistung. Ein VPP dieser Größenordnung macht diese Flexibilität wirtschaftlich nutzbar – für stabile Netze, neue Erlösmodelle und eine höhere Kundenbindung.
KI als Befähiger für Entwicklung und energetische Optimierung
Künstliche Intelligenz ist in der Zusammenarbeit ein zentraler Befähiger – auf zwei Ebenen. In der Entwicklung beschleunigt KI die Erstellung und Wartung von Konnektivitäten, das automatisierte Onboarding neuer Geräte sowie das Testing und damit die Industrialisierung der Plattform – ein wesentlicher Faktor, um die über 650 Verbindungen effizient zu betreiben und stetig zu erweitern.
In der energetischen Optimierung verbessert KI die Erzeugungs- und Verbrauchsprognosen, optimiert Strombezug und -verbrauch und ermöglicht eine vorausschauende, markt- und netzdienliche Steuerung der dezentralen Anlagen. So werden Eigenverbrauch, Flexibilitätsvermarktung und Netzdienlichkeit gleichzeitig adressiert. Bereits die erste Entwicklungstranche nach dem Einstieg umfasst gezielt KI-Lösungen sowie die Anbindung von Fahrzeug-OEMs.
Offenheit, Sicherheit und Einfachheit als Fundament
Grundlage der Zusammenarbeit ist eine hersteller- und anbieterunabhängige Plattform: Geräte unterschiedlichster Hersteller und verschiedenste Tarifmodelle lassen sich flexibel anbinden, sodass Energieversorger unabhängig bleiben. Da die Steuerung dezentraler Anlagen Teil kritischer Infrastrukturen wird, ist Sicherheit von Beginn an integraler Bestandteil von Plattform, Geräten und Betriebsprozessen. Trotz steigender Komplexität bleibt die einfache Nutzung – intuitive Installation, App-gestützte Inbetriebnahme und Fernwartung – ein zentrales Ziel.
Was Kiwigrid in die Allianz einbringt
- Offene Konnektivität: eine Bibliothek mit lokaler Anbindung an über 160 Gerätemarken, als eigenständiges Produkt für das Ökosystem der Allianz.
- Cloud-nahe Produkte: Anbindung dynamischer Stromtarif-Anbieter und der EPEX-Strombörse (europaweit) sowie Abschluss- und Onboarding-Strecken für Stromverträge.
- VPP: ein Flexibility Dashboard zur Aggregation auf- und abregelbarer Flexibilität sowie die Anbindung netzdienlicher Anwendungsfälle.
- Plattform-Kompetenz: die offenen KiwiOS-APIs sowie ein cloudseitiger EMS-Adapter zur nahtlosen Integration in die Plattformarchitektur der Allianz.
- Plattform-Betrieb: hochsicherer und professioneller Betrieb aller Konnektivitäten und Produkte bzw. Bausteine entlang der Kiwigrid Service Level Agreements (SLAs), und
- Energiepark Neuwiese: 48 Validierungsplätze auf 20.000 Quadratmetern Fläche zum industriellen Testen mit integrierter Akademie für Schulung- und Zertifizierung rund um Energiemanagement.
Ausblick
Perspektivisch entwickeln die Partner weitere KI- und VPP-Anwendungsfälle gemeinsam, aber auch selbstständig weiter. Eine erste standardisierte Schnittstelle für die Anlagensteuerung sowie eine erste VPP-Lösung werden beiderseits auf der Intersolar vorgestellt; Projekte mit weiteren Energieversorgern sollen die Entwicklung praxisnah beschleunigen.
„Wir bauen die Energy Hub Alliance bewusst mit strategischen Partnern auf, die unsere DNA teilen: ein sicheres, nachhaltiges und smartes Energienetz für Deutschland und Europa – über offene Interoperabilität statt geschlossener Silos. Mit Kiwigrid als Gesellschafter entsteht der größte Pool industrieller Konnektivität in Europa, und wir gewinnen einen Partner mit ausgewiesener EMS-Kompetenz, hoher Geschwindigkeit und der passenden Kultur.“
— Jozsef Farkas, Managing Director der Energy Hub Alliance
„Die technische Machbarkeit virtueller Kraftwerke ist bewiesen. Die eigentliche Herausforderung ist die Industrialisierung – Tausende Anlagen effizient einzubinden, zuverlässig zu steuern und wirtschaftlich zu vermarkten, und das bei steigenden regulatorischen Anforderungen. Mit unserem Einstieg in die Energy Hub Alliance bringen wir unsere offene Plattform, unsere Konnektivität und unsere KI-Kompetenz in ein gemeinsames, herstelleroffenes Ökosystem für die Energiewende – und investieren gezielt in die Bereitstellung dieser starken digitalen Infrastruktur.“
— Dr.-Ing. Carsten Bether, Chief Product Officer (CPO) bei Kiwigrid
Über die Energy Hub Alliance
Die Energy Hub Alliance ist eine herstellerübergreifende Industrieplattform für interoperable, cloudbasierte Energiedienstleistungen. Ihr Ziel ist es, allen Marktteilnehmern, die an dynamische, flexible Interoperabilität in der Cloud glauben, die Teilhabe an einem gemeinsamen, sicheren und nachhaltigen Energie-Ökosystem zu ermöglichen. Die Allianz wurde 2023 gegründet; zu den Gründungsmitgliedern zählen die HagerEnergy GmbH und die P3 group GmbH, 2026 kam die Vattenfall Europe Sales GmbH als strategischer Partner hinzu. Über 40 Industriepartner sind bereits technisch angebunden.
Über Kiwigrid
Kiwigrid ist ein Technologieanbieter für intelligentes Energiemanagement. Die „Energy Manager“ ermöglichen die nahtlose Integration und intelligente Optimierung von Energieerzeugern und -verbrauchern im Gebäude, über sämtliche Energiebereiche (PV, Speicherung, E-Mobilität, Wärme und dynamische Tarife) hinweg. Die offene, industrielle und einfache Hard- & Softwarelösung des Unternehmens hat sich bereits in zehntausenden Gebäuden bewährt. Für maßgeschneiderte Lösungen bietet die IoT-Plattform KiwiOS die Basis, eigene Produkte zur Steuerung dezentraler Energie aufzubauen. Kiwigrid ist in Dresden ansässig und beschäftigt mehr als 160 Mitarbeiter:innen. Mit über zehn Jahren Erfahrung in Entwicklung, Produktion und Betrieb in Deutschland ist Kiwigrid Energiemanagement-Partner u. a. von Solarwatt, EKD, enercity, EWE, Tibber und SpotMyEnergy.
Pressekontakt
—————————————————————-
Kiwigrid GmbH
Sarah Reichelt, Principal Marketing Manager
E-mail: [email protected]