Zu klein für das Portfolio, groß genug für den Schwarm: aurivolt übernimmt Speicherprojekte bis zehn Megawatt
Der deutsche Speichermarkt hat ein Größenproblem, nur nicht das, über das üblicherweise gesprochen wird. Die Debatte dreht sich um Gigawatt-Anfragen und überlastete Netzbetreiber. Weniger Aufmerksamkeit bekommt, was am Ende dieser Prüfverfahren übrig bleibt: Projekte, die genehmigt sind, aber kleiner ausfallen als geplant.
Die Zahlen zeigen die Größenordnung. Nach der Auswertung der Monitoring-Daten der Bundesnetzagentur durch pv magazine (25.08.2026) stellten Projektierer 2025 insgesamt 18.158 Netzanschlussbegehren für Batteriespeicher mit rund 574 Gigawatt Leistung. Zusagen erteilten die Netzbetreiber für gut 54 Gigawatt und 142 Gigawattstunden. Weniger als ein Zehntel der beantragten Leistung kam also durch.
Für den einzelnen Entwickler heißt das häufig nicht Ablehnung, sondern Kürzung. Beantragt werden 20, 50 oder 100 Megawatt. Zugesagt werden zwei, drei oder fünf. Die Fläche ist gesichert, die Baugenehmigung liegt vor oder ist in Arbeit, der Anschluss ist reserviert. Aber für ein Geschäftsmodell, das auf Großspeicher ausgelegt ist, rechnet sich der Standort nicht mehr. Die Folge: Entweder wird das Projekt mit unverhältnismäßigem Aufwand einzeln verkauft, oder es bleibt liegen. Die Entwicklungskosten sind in beiden Fällen weitgehend verloren.
Ein Geschäftsmodell für den Regelfall der anderen
Aurivolt setzt an dieser Stelle an. Das Unternehmen aus Löhne betreibt Batteriespeicher grundsätzlich dezentral: viele kleine Standorte, die als Schwarm gesteuert und gemeinsam vermarktet werden. Was für einen Großspeicherentwickler ein Ausnahmefall ist, ist für aurivolt die Normalgröße.
Ab sofort nimmt aurivolt deshalb Projektrechte für Speicherprojekte zwischen einem und zehn Megawatt an. Voraussetzung ist ein fortgeschrittener Projektstand: eine vorliegende Netzanschlusszusage, eine erteilte oder beantragte Baugenehmigung sowie eine gesicherte Fläche. Nach Prüfung übernimmt aurivolt die Rechte, errichtet den Speicher mit eigenen Systemen und integriert ihn in die bestehende Flotte. Die Vermarktung erfolgt automatisiert im Day-Ahead- und Intraday-Handel an der EPEX Spot.
„Große Projektentwickler denken in hundert Megawatt. Wir denken in vielen kleinen Einheiten”, sagt Markus Baumann, Gründer und CEO von aurivolt. „Ein Projekt mit drei Megawatt ist für uns kein Restposten, sondern ein vollwertiger Standort im Schwarm. Deshalb sagen wir Projektentwicklern: Sprechen Sie mit uns, bevor Sie ein genehmigtes Projekt liegen lassen.”
Ergänzung, kein Wettbewerb
Aurivolt versteht das Angebot als Arbeitsteilung im Markt. Entwickler konzentrieren sich auf ihre Großprojekte und realisieren gleichzeitig den Wert ihrer kleinen Genehmigungen. Für das Netz hat das einen Nebeneffekt: Zugesagte Anschlusskapazität wird tatsächlich gebaut, statt in der Warteschlange zu verfallen.
Projektentwickler können Projekte über direkt aurivolt anbieten.
Über aurivolt
Die aurivolt GmbH aus Löhne baut und betreibt dezentrale Batteriespeicher, die als Schwarm zusammenarbeiten. Kernsystem sind Batteriespeicher mit 125kW Leistung und etwa 290 kWh Kapazität. Weitere Geschäftsfelder sind Co-Location, Peak Shaving, Ladeinfrastruktur und dezentrale Rechenzentren. Ziel ist die führende Plattform für die Energy Transformation in Europa.