SoliTek bringt ultra-robuste Solarmodule für alpine Regionen auf den Markt

Der europäische Solarmodulhersteller SoliTek hat eine neue Reihe ultra-robuster Alpine-Solarmodule vorgestellt, die speziell für Höhenlagen, hohe Schneelasten und anspruchsvolle Wetterbedingungen entwickelt wurden. Die Module sind für Installationshöhen von bis zu 3.000 Metern ausgelegt und adressieren die besonderen Anforderungen alpiner PV-Projekte.

SoliTek, einer der größten europäischen Solarmodulhersteller, hat eine neue Reihe alpiner Solarmodule eingeführt. Sie wurden speziell für Höhenlagen und schneereiche Umgebungen entwickelt.

Standardtechnologie ist nicht für die Berge gemacht

In alpinen Umgebungen sind herkömmliche Solarmodule starken strukturellen und elektrischen Belastungen ausgesetzt. Diese können zu schneller Degradation oder sogar zu Leistungsausfällen führen. Warum speziell entwickelte Alpine-Module notwendig sind, zeigen unter anderem unabhängige mechanische Belastungstests von SUPSI in der Schweiz*:

• Mechanisches Versagen: Massive Schneelasten und starke Winde setzen Module extremem Druck nach unten und Sogkräften nach oben aus. Die Tests zeigten, dass Standard-Aufdachmodule bei einer Belastung von über 5.400 Pa durch sofortigen Glasbruch versagen.

• Elektrische Risiken in Höhenlagen: In Höhen von bis zu 3.000 Metern erhöht die dünnere Atmosphäre deutlich das Risiko partieller elektrischer Entladungen zwischen leitenden Komponenten und der Glaskante.

• Thermische Belastung und UV-Stress: Intensive UV-Strahlung in großen Höhen führt zu schneller Degradation herkömmlicher Laminationsfolien. Gleichzeitig erzeugt die starke Sonneneinstrahlung in den Bergen hohe Ströme, die thermische und elektrische Komponenten stark belasten können.

Regulatorischer Rückenwind: Der Alpin-PV-Boom in der DACH-Region

Der Bedarf an speziell entwickelten alpinen Solarlösungen wird durch neue Vorschriften, Sicherheitsstandards und öffentliche Initiativen in der DACH-Region weiter beschleunigt.

In Deutschland hat das Solarpaket I eine eigene EEG-Ausschreibungskategorie für besondere Solaranlagen geschaffen und die Obergrenze für Freiflächenprojekte auf 50 MW erhöht. Gleichzeitig eröffnet die Regelung zu „benachteiligten Gebieten“im EEG 2023 neue Möglichkeiten für geförderte Freiflächenanlagen in ertragsschwächeren Höhen- und Bergregionen, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg.

Zusammen schaffen diese Maßnahmen schneller neue Flächen und Investitionsmöglichkeiten für alpine PV, als Standardmodule sich an die besonderen Bedingungen dieser Regionen anpassen können.

In Österreich bietet das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) Investitionszuschüsse pro kWp in vier Größenkategorien. Hinzu kommt ein „Made in Europe“-Bonus von bis zu 30 % für in Europa hergestellte Komponenten. Gleichzeitig stellen die OIB-Richtlinien immer höhere Anforderungen an Schneelast und Hagelwiderstand bei neuen Installationen.

In der Schweiz fördert das sogenannte „Winterbonus“-Modell neue alpine Solarkapazitäten. Zusätzlich stärkt der Mantelerlass 2024 den Ausbau erneuerbarer Energien, unter anderem durch eine Solarpflicht für Gebäude über 300 m² und vereinfachte Bewilligungsverfahren. Die Plattform alpine-pv.ch erfasst bereits mehr als 820 MW geplanter oder aktiver alpiner PV-Kapazität.

Für Installateure, Projektentwickler und Gebäudeeigentümer in diesen Märkten sind mechanische Belastbarkeit und elektrische Sicherheit in Höhenlagen längst keine nachrangigen Themen mehr. Sie sind zentrale Anforderungen an das Systemdesign.

SoliTek Alpine-Module – gebaut für extreme Bedingungen

Die Alpine-Module von SoliTek basieren auf einer bifazialen Glas-Glas-Konstruktion mit n-Type TOPCon-Zellen. Sie verfügen über stärkeres Glas, verstärkte Rahmen und optimierte Rahmengeometrien. Zu den wichtigsten technischen Eigenschaften gehören:

  • Installationshöhe: bis zu 3.000 Meter
  • Betriebstemperatur: −40 °C bis +85 °C
  • Hagelwiderstand: Klasse 4, 40 mm Hagelkörner
  • Beständigkeit gegen Ammoniak und Salznebel

Technische Verbesserungen für den Einsatz in alpinen Regionen

Neben der robusteren Konstruktion hat SoliTek gezielte Anpassungen vorgenommen, um die elektrischen und umweltbedingten Belastungen in Bergregionen besser zu bewältigen:

  • Die Laminationsfolie wurde für eine höhere UV-Beständigkeit optimiert. Diese bewusste technische Entscheidung reduziert die nominale Leistung geringfügig, verbessert jedoch deutlich die langfristige Haltbarkeit unter intensiver UV-Strahlung in Höhenlagen.
  • Das Layout der Modulmatrix wurde neu gestaltet, um Verschattung durch Rahmen und Anschlussdose zu minimieren und so den Energieertrag zu verbessern.
  • Der Abstand zwischen leitenden Komponenten und der Glaskante wurde vergrößert, um das Risiko partieller Entladungen in Höhenlagen zu reduzieren.
  • Zellverbinder mit größerem Querschnitt und eine höher ausgelegte Bypassdiode werden eingesetzt, um die höheren Ströme durch starke alpine Sonneneinstrahlung ohne thermische oder elektrische Überlastung zu bewältigen.