CATL nimmt weltweit größte Validierungsplattform für Energiespeicher in Betrieb

CATL hat das Xiamen Energy Storage Validation Research Institute (ESVL) in Betrieb genommen. Die nach Unternehmensangaben weltweit größte zentrale Plattform für Tests und Validierung soll die Prüfung von Energiespeichern unter realen Bedingungen branchenweit voranbringen. Auf dem über 10 Hektar großen Testgelände investierte CATL rund 3 Milliarden RMB (über 370 Millionen Euro). Die Infrastruktur steht der […]

CATL hat das Xiamen Energy Storage Validation Research Institute (ESVL) in Betrieb genommen. Die nach Unternehmensangaben weltweit größte zentrale Plattform für Tests und Validierung soll die Prüfung von Energiespeichern unter realen Bedingungen branchenweit voranbringen. Auf dem über 10 Hektar großen Testgelände investierte CATL rund 3 Milliarden RMB (über 370 Millionen Euro). Die Infrastruktur steht der gesamten internationalen Energiespeicherbranche offen.

Warum Validierung unter realen Bedingungen nötig ist

Energiespeicher gewinnen als zentraler Baustein der Energiewende zunehmend an Bedeutung. Zugleich wächst die Lücke zwischen installierter und tatsächlich verfügbarer Leistung: Laut Daten und Erfahrungswerten von CATL bleibt weltweit fast jede fünfte großtechnische Speicherstation hinter den Erwartungen zurück, bei 46,5 Prozent der Systeme verzögert sich der Netzanschluss um mehr als zwei Monate. Da sich die Validierung bislang weitgehend auf Komponenten- und Szenariotests beschränkt, fehlt es der Branche an einem belastbaren Prüfverfahren auf Anlagenebene.

Eine praxisnahe Validierung bildet die realen Betriebsbedingungen des Stromnetzes ab – von der Komponente über das Gesamtsystem bis zur Anlage. So lassen sich Sicherheit, Netzdienlichkeit und Zuverlässigkeit bereits vor der Inbetriebnahme umfassend prüfen.

„Mit dem Eintritt in die Gigawatt-Ära wird wissenschaftliche Genauigkeit wichtiger denn je“, sagt Dr. Wu Kai, Chefwissenschaftler bei CATL. „Das heißt: präzise Aussagen zur Anlagenleistung, die Berücksichtigung der Netzdynamik und ein diszipliniertes Vorgehen bei den Testergebnissen. Zugleich heben wir die Qualitätsstandards der Branche auf Kraftwerksniveau und verlagern die Validierung in die Phase vor der Auslieferung. Genau dafür steht unsere neue Testinfrastruktur.“

„Das ESVL steht der internationalen Energiespeicherbranche offen. Gemeinsam mit führenden Zertifizierungsstellen wie TÜV SÜD, TÜV Rheinland, CGC und CSA bieten wir nach dem Mehraugenprinzip weltweit anerkannte Prüfdienstleistungen an“, sagt Dr. Chen Xiaobo, Leiter des ESVL. „Da Energiespeicher zunehmend zur kritischen Infrastruktur zählen, liefert das ESVL unabhängige, nachvollziehbare und praxisnah validierte Daten. Davon profitieren Regulierungsbehörden bei evidenzbasierten Entscheidungen, Versicherer bei der Risikobewertung und Finanzinstitute, die Energiespeicher künftig als verlässlichere, bankfähige Anlagewerte einstufen können.“

Fünf Labore zur Validierung unter realistischen Bedingungen

Netzintegration: Weltweit erstes Netzintegrationslabor auf Stationsebene – 35-kV/100-MVA-Netzsimulator, 14-mal größer als die NREL-Plattform (USA). Prüft mehr als zehn Großspeicher gleichzeitig, simuliert Netze mit 1.000 Knoten (15–60 Hz) und validiert netzbildende Funktion und Mehrgeräte-Zusammenspiel.

Hochspannungs-Sicherheit: Untersucht im Bereich 1 kV bis 500 kV die Brand- und Explosionsmechanismen unter extremer Spannung – per Blitzstoß-, Netzfrequenz-, Gleichspannungs- und Teilentladungsprüfung – und bestimmt die Sicherheitsgrenzen von Komponenten und Systemen.

Thermische Sicherheit: Weltweit erste große Indoor-Brandanlage (100.000 m³) mit 20-MW-Kalorimeter; Explosionstests an neun Großspeicher-Behältern gleichzeitig – Datenbasis für Sicherheitsabstände und Einsatzplanung.

Umwelt & Zuverlässigkeit: Klima-, Salznebel-, Regen- und Sandkammern testen komplette Container von –50 °C bis 100 °C und in simulierten Höhen bis 7.200 Meter – für Wüstenhitze, Höhenlagen und Küstenklima.

EMV: Weltweit einzige Einrichtung für einen kompletten 40-Fuß-Container (67,7 m³), mit 65-Tonnen-Drehscheibe und 5-MW-Versorgung; EMV-Messungen in der Absorberhalle unter realen Lade- und Entladebedingungen.

CATLs als Anbieter von Energiespeicherlösungen

CATLs Position im Bereich praxisbewährter Energiespeicher beruht auf langjähriger Erfahrung: 2016 startete die Entwicklung einer Lithium-Ionen-Speichertechnologie der 100-MWh-Klasse, 2020 folgte mit der 30-MW/108-MWh-Station im chinesischen Jinjiang ein Meilenstein für langlebige, verlustfreie Technologie.

Seitdem hat CATL sein Speichergeschäft weltweit ausgebaut – etwa mit dem Quinbrook-Projekt in Australien und einem großen Solar-plus-Speicher-Projekt in Nordamerika, für das später eine Refinanzierung zu günstigeren Konditionen gelang. 2025 setzte CATL 121 GWh Speicherbatterien ab und kam auf einen weltweiten Marktanteil von 30,4 Prozent – fünf Jahre in Folge Platz eins. Aus kontinuierlicher Innovation, bewährter Projektleistung und soliden Validierungskapazitäten auf Systemebene setzt CATL damit neue Maßstäbe für die globale Energiespeicherbranche.