Batterie-Wechselrichter von SMA für neuen Momentanreserve-Markt zertifiziert
Netzbildende Wechselrichter geben Projektierern und Anlagenbetreiber die Möglichkeit, durch Momentanreserve und weitere Stabilitätsdienstleistungen zusätzliche Erlöse zu erzielen. Mit dem „VDE FNN Hinweis Technische Anforderungen an Netzbildende Eigenschaften inklusive der Bereitstellung von Momentanreserve“ hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE ein Regelwerk geschaffen, das technische Anforderungen und Nachweisverfahren für netzbildende Einheiten definiert, die am neuen deutschen Markt für Momentanreserve teilnehmen.
Als nach eigenen Angaben erster Hersteller hat nun SMA eine Zertifizierung nach diesem Regelwerk erhalten. Sie gilt für die Batterie-Wechselrichterplattform Sunny Central Storage UP-S von SMA. Die Zertifizierung bestätigt, dass die Anforderungen des VDE FNN Hinweises Version 2.1 eingehalten werden.
SMA hat 2025 bereits ein Einheitenzertifikat für netzbildende Batterie-Wechselrichter nach den deutschen VDE-AR-N-Anwendungsregeln erhalten. Damit konnte das Unternehmen seine Technologie im Speicherprojekt „Surevive“ in Föhren nahe Trier unter realistischen Bedingungen erproben.
Bei dieser Anlage handelt es sich SMA zufolge um den ersten Batteriespeicher mit netzbildenden Funktionen auf europäischem Festland. Der an einen 17-Megawatt-Solarpark angeschlossene Speicher in Föhren verfügt über 55 Megawattstunden Kapazität und 21 Megawatt Wechselrichterleistung. Die Erfahrungen aus diesem sowie weiteren Projekten in Großbritannien lässt SMA nun in Lösungen für den Markt für Momentanreserve und weitere Stabilitätsdienstleistungen einfließen.
Der Markt für Momentanreserve wurde Anfang 2026 geschaffen. Damit können erstmals auch umrichterbasierte Anlagen und Batteriespeicher an der marktgestützten Beschaffung dieser Systemdienstleistung teilnehmen.
„Die Energiewende erreicht eine neue Phase, in der Batteriespeicher zunehmend Aufgaben für die Netzstabilität übernehmen“, sagt Olaf Heyden, COO von SMA. Systeme mit netzbildenden Wechselrichtern könnten genau diese Stabilitätsdienstleistungen bereitstellen. „Mit dieser Zertifizierung schaffen wir eine wichtige Voraussetzung dafür, diese Technologien künftig breiter einzusetzen und den Umbau der Stromversorgung aktiv zu unterstützen.“
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