Dänemark testet schwimmende Photovoltaik auf See
Die dänische Energiebehörde hat dem Ingenieur- und Beratungsunternehmen COWI sowie der Technischen Universität Dänemark (DTU) die Genehmigung erteilt, Voruntersuchungen durchzuführen sowie drei schwimmende Photovoltaik-Anlagen im Roskilde-Fjord zu installieren und zu testen. Ziel des Projekts nahe des DTU-Campus Risø im Norden Dänemarks ist es festzustellen, ob schwimmende Photovoltaik unter dänischen Bedingungen technisch, ökologisch und wirtschaftlich tragfähig ist.
Die Behörde entschied, dass für die drei Pilotanlagen keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist. Zudem wies sie darauf hin, dass eine 2024 in das dänische Gesetz für erneuerbare Energien aufgenommene Bestimmung es dem Minister für Klima, Energie und Versorgung erlaubt, Genehmigungen für die Erprobung von Anlagen für erneuerbare Energien auf See mit einer Höchstleistung von drei Megawatt zu erteilen. Solche Projekte können zu Forschungs-, Entwicklungs- oder Demonstrationszwecken für neue Technologien und Verfahren in einem Umkreis von 15 Kilometern vor der Küste und für eine Dauer von bis zu drei Jahren durchgeführt werden.
Das Pilotprojekt umfasst drei verschiedene Technologien für schwimmende Photovoltaik, die zu Vergleichszwecken nebeneinander installiert werden. Die Systeme stammen von den Unternehmen Heliorec (Frankreich), Sinn Power (Deutschland) und Sunlit Sea (Norwegen). Die drei Anlagen werden zusammen über eine Gesamtleistung von etwa 115 Kilowatt und eine Gesamtfläche von rund 920 Quadratmetern verfügen. Bei dem Projekt werden sowohl monokristalline PERC- als auch Heterojunction-Solarmodule getestet. Bei allen drei Systemen kommen Verankerungen aus Beton oder Zement am Meeresboden zum Einsatz, kombiniert mit Seilen und Verbindungselementen aus Materialien wie Stahl und Polyester.
Die Forschenden werden unter anderem den Energieertrag und die Betriebsleistung, Korrosion und Materialdegradation, den Wartungsaufwand, die Schwimm- und Montagekonzepte, die Auswirkungen auf Meeresökosysteme und Artenvielfalt, Investitionsrisiken sowie die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts – einschließlich der Stromgestehungskosten (LCOE) – untersuchen.
Eine der zentralen Forschungsfragen des Projekts ist, ob schwimmende PV-Anlagen in dänischen Fjorden besser abschneiden können als vergleichbare bodengebundene Installationen, da der Kühleffekt des umgebenden Wassers einen effizienteren Betrieb der Module ermöglichen könnte. Zudem werden potenzielle Nachteile im Zusammenhang mit der Meeresumgebung untersucht, insbesondere die Frage, ob die dauerhafte Einwirkung von Wasser und Feuchtigkeit Korrosion und Materialdegradation beschleunigt und somit die Haltbarkeit sowie die langfristige Leistungsfähigkeit der Anlage beeinträchtigen könnte. Das Projekt ist auf eine Dauer von rund drei Jahren angelegt.
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