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Smart-Meter-Rollout kommt langsam voran

Zur Jahresmitte waren fast sechs Prozent aller Messstellen mit einem Smart Meter ausgerüstet. Bei den Pflichteinbaufällen beträgt die Quote gut 26 Prozent. Die Bundesnetzagentur hat wegen zu geringer Einbauzahlen 434 Verfahren gegen grundzuständige Messstellenbetreiber eingeleitet.
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Große Messstellenbetreiber sind beim Smart-Meter-Rollout deutlich weiter als kleine Unternehmen. | Foto: Michael Bartels/Bayernwerk

Der schleppende Smart-Meter-Einbau gilt als eines der größten Hindernisse bei der Energiewende. Die intelligenten Messsysteme (iMSys) sind Voraussetzung etwa für dynamische Stromtarife, die Sektorkopplung und einen effizienteren Netzbetrieb.

Neue Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen nun, dass zum 30. Juni 2026 an 3.172.579 der insgesamt 54.135.202 Messlokationen ein Smart Meter verbaut war. Das entspricht einer Quote von 5,9 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 kamen rund 765.000 iMSys hinzu.

Bei den gesetzlichen Pflichteinbaufällen lag der Anteil zur Jahresmitte bei 26,1 Prozent. Dies betrifft etwa Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt, die Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder E-Auto-Ladestationen sowie Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr.

Die 19 großen Messstellenbetreiber mit mehr als 500.000 Messlokationen kommen beim Pflichteinbau im Durchschnitt auf eine Quote von 29,7 Prozent, die 591 Unternehmen mit weniger als 30.000 Lokationen im Mittel nur auf 19,2 Prozent.

Smart-Meter-Initiative kritisiert Rollout-Tempo

Die Messstellenbetreiber waren verpflichtet, beim Pflichteinbau zum 31. Dezember 2025 eine Quote von 20 Prozent zu erreichen. Die Bundesnetzagentur hat daher im März dieses Jahres damit begonnen, Aufsichtsverfahren gegen 434 Unternehmen einzuleiten, die die Vorgabe verfehlt haben. Davon hatten 77 grundzuständige Messstellenbetreiber noch kein einziges iMSys verbaut. Mittlerweile hat die Behörde 150 der Verfahren eingestellt, etwa weil die Quote in der Zwischenzeit erreicht wurde oder weil die Grundzuständigkeit an ein anderes Unternehmen überging.

„Der Smart-Meter-Rollout verliert an Fahrt“, kommentiert Matthias Martensen, Co-Founder von Ostrom und einer der Sprecher der Smart-Meter-Initiative, zu der sich vier Versorger zusammengeschlossen haben. Damit rückten die auf EU-Ebene diskutierten Ausbauziele von mindestens 50 Prozent Einbauquote in 2030 in weite Ferne. „Wenn Deutschland mit diesem Tempo weitermacht, wird dieses Ziel frühestens 2041 erreicht“, so Martensen. „Jetzt sollte schnell die Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes kommen, um den Einbau zu entbürokratisieren.“

Sebastian Schaule, Head of Political & Public Affairs bei Octopus Energy, fordert von der  Bundesregierung, nun die Weichen für das Smart Meter Light zu stellen. „Erst, wenn finanzielle Anreize in der Breite existieren, den Stromverbrauch beispielsweise von E-Autos, Batterien und Wärmepumpen in günstige und grüne Stunden zu verlegen, sinken die Netzkosten für alle“, so Schaule.

Die Smart-Meter-Initiative hatte Ende August konkrete Vorschläge vorgelegt, wie sich Smart Meter Light in der geplanten Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes verankern ließen

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Kommentare

Manfred Uhlig
Sep 23, 2026

Jede auf dem Dach oder woanders nicht selbst vom Netzbetreiber eingespeiste kWh ist ein Verlust für ihn. Deshalb machen die Netzbetreiber schon seit Jahren „Dienst nach Vorschrift“ bei allem, was mit dem EEG zusammenhängt . Sie verzögern und blockieren wo es nur immer innerhalb der gesetzlichen Vorgaben irgendwie geht – Ausnahmen bestätigen die Regel.

jonathan.brielmaier
Sep 22, 2026

Vielleicht würde es helfen, wenn die VNBs für Moderne Messeinrichtungen (nicht smart) keine Zählergebühr mehr verlangen dürfen. Das sind derzeit 25€. Dann hätten sie ein stärkeres wirtschaftliches Interesse an smarten Stromzählern…

gernot
Sep 22, 2026

«434 Verfahren gegen grundzuständige Messstellenbetreiber eingeleitet»

D.h. jeder zweite VNB agiert unter der Prämisse: Die Rechtslage ist uns scheißegal. Und sie können sich das eben leisten. Sie haben ja allesamt ein Monopol und null Wettbewerb.

Seit Juni müssen VNB Energy Sharing unterstützen. Ich vermute das 70-80% das nicht unterstützen. Aber vor 2028 wird die BNA da nichts machen.

Auch bei zeitvariablen Netzentgelten haben viele VNB eine reine Abwehrbepreisung aufgesetzt, so dass diese garantiert für keinen Kunden sinnvoll sind.

Das alles sind nur Symptome für das Kernproblem: unsere Struktur im Verteilnetz ist der größte Blocker für eine kostengünstige Energiewende. Die meisten VNB verhindern ein smartes Netz, verhindern Flexibilisierung.

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joey
Oct 01, 2026

Ich kann dem nur zustimmen, dass hier geblockt wird. Bei meinem VNB, der N-ERGIE Netz GmbH in Nürnberg, sind seit 01.04.2025 die zeitvariablen Netzentgelte nach Modul 3 auf Website und Preisliste offiziell existent, aber in der Realität für die Stromlieferanten aus „technischen Gründen“ nach 1,5 Jahren immer noch nicht freigeben. Vom vorangegangen Drama bis zum Einbau des SmartMeter ganz zu schweigen.