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Next2Sun: Aktienemission bleibt bislang hinter Erwartungen zurück

Der Spezialist für vertikale Photovoltaik hat mit seiner laufenden Aktienemission nach eigenen Angaben bislang deutlich weniger Kapital eingeworben als erwartet. Erreicht Next2Sun bis zum 25. September kein Finanzierungsvolumen, das nach Einschätzung des Unternehmens eine „unternehmerisch sinnvolle Entwicklung“ gewährleistet, soll die Kapitalerhöhung entfallen. Für diesen Fall kündigt Next2Sun einen Insolvenzantrag an.
Next2Sun will über Aktienemission bis zu fünf Millionen Euro einwerben
Next2Sun entwickelt und vertreibt vertikale bifaziale Photovoltaik-Systeme, die sich unter anderem für Agri-Photovoltaik einsetzen lassen. | Foto: Next2Sun

Die laufende Aktienemission der Next2Sun AG hat bislang nur einen Bruchteil des angestrebten Volumens erreicht. Das teilte der Hersteller und Projektierer vertikaler Photovoltaik-Anlagen am 18. September mit. Next2Sun hatte die Kapitalmaßnahme im August mit einem Volumen von bis zu fünf Millionen Euro gestartet.

Genaue Zahlen zum bisherigen Zeichnungsvolumen und zur erforderlichen Finanzierungssumme nennt das Unternehmen nicht. Next2Sun erklärt jedoch unter anderem auf der Unternehmens-Homepage, die eingeworbenen Mittel nur anzunehmen, wenn ein Finanzierungsvolumen erreicht werde, das eine „unternehmerisch sinnvolle Entwicklung“ gewährleiste. Andernfalls entfalle die Kapitalerhöhung und das Unternehmen werde einen Insolvenzantrag stellen. Die Zeichnungsfrist endet den Angaben zufolge am 25. September. Die Mindestzeichnungssumme wurde auf 600 Euro gesenkt.

Anfang September hatte Next2Sun in einem Interview mit pv magazine die Kapitalmaßnahme vor allem mit seinen Wachstumsplänen begründet. Das Unternehmen wolle seine Kapitalbasis stärken, um Projekte schneller entwickeln und umsetzen sowie ein eigenes Portfolio von Stromerzeugungsanlagen aufbauen zu können. Neben Anlagenbau und Projektentwicklung plane Next2Sun, verstärkt als unabhängiger Stromerzeuger tätig zu werden. Zur Resonanz auf die Emission hieß es, kurz nach dem Start hätten erste Zeichnungen im sechsstelligen Bereich vorgelegen. Next2Sun sprach zu diesem Zeitpunkt von positiven Rückmeldungen und Interesse sowohl bestehender Aktionäre als auch neuer Investoren.

Als Gründe für die derzeitige Situation nennt Next2Sun Belastungen des Geschäftsjahres 2025 durch eine „nicht genehmigte Agri-PV-Förderung“ sowie eine starke Zurückhaltung von Investoren und Banken bei Finanzierungen im Bereich erneuerbarer Energien. Institutionelle Finanzierungen seien im aktuellen Marktumfeld nicht zugänglich. Next2Sun betont zugleich, über wirtschaftliche Projekte und eine starke Projektpipeline zu verfügen. In einem weiteren Aufruf zur Aktienemission spricht das Unternehmen zudem von einem „vollen Projektbestand“ und erklärt, dass weder Kunden noch Projekte oder Technologie fehlten.

Ende August hatte das Unternehmen angekündigt, 2026 Anlagen mit insgesamt 50 Megawatt ausliefern zu wollen. Für 2027 stellte Next2Sun ein Volumen von 70 Megawatt in Aussicht; mittelfristig sollten dreistellige Megawattwerte erreicht werden.
Next2Sun entwickelt und vertreibt vertikale bifaziale Photovoltaik-Systeme, die sich unter anderem für Agri-Photovoltaik einsetzen lassen. Im vergangenen Herbst nahm das Unternehmen an der Startbahn West des Frankfurter Flughafens eine knapp drei Kilometer lange vertikale Photovoltaik-Anlage mit 17,4 Megawatt Leistung in Betrieb.

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Kommentare

maeder.c
Sep 21, 2026

Die Technik an sich ist gut und sinnvoll . Der Flächenverbrauch auf dem Boden ist minimal, und die Nutzung von Ost- und Westsonnenstrahlen gibt absolut Sinn.
Es gibt 2 ausstehende Anleihen mit insgesamt 4 Millionen Euro Rückzahlungshoffnung. Anleihebesitzer sollten ein großes Interesse daran haben, dass die Aktienemission gelingt. Auch mit eigener Zeichnung von Aktien.

gernot
Sep 21, 2026

Neue Kohle, sonst Insolvenz, ist nicht so wahnsinnig überzeugend als Investitionsargument.

Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Next2Sun alles macht, bzw. alles selbst macht, aber möglicherweise, nur möglicherweise, stimmen ja die Strukturen einfach nicht? Die haben über 100 Mitarbeiter. Wenn die damit 2026 50 MW PV ans Netz bekommen wollen, dann sind das Größenordnungen, die andere Projektierer mit 15 Mitarbeitern schaffen.

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e.packebusch
Sep 21, 2026

Next2Sun ist nicht nur Entwickler, sondern deckt die gesamte Wertschöpfungskette inklusive Entwicklung, technische Planung, Systemlieferant, Anlagenbau inkl. einzelner Monteure und Betrieb ab.
Circa ein Drittel der Beschäftigen sind in der Anlagenmontage tätig.

Im nächsten Jahr sind > 70 MW vorgesehen – Next2Sun verfügt dafür bereits über ausreichend EEG-Zuschläge in der alten Förderung ohne Abschöpfung nach oben.