Hybridkraftwerk mit 69 Megawatt Photovoltaik und 76,5 Megawattstunden Speicher geht ans Netz
Am Freitag kommender Woche wird in Brandenburg ein großes Hybridkraftwerk eröffnet. Auf einer Fläche von rund 54 Hektar südlich von Löwenberg ist eine Photovoltaik-Anlage mit insgesamt 69 Megawatt Leistung installiert worden. Ergänzt wird diese durch einen Batteriespeicher mit 76,5 Megawattstunden Kapazität, wie der Betreiber Solarpark Löwenberger Land Betriebs GmbH & Co. KG am Donnerstag mitteilte.
Rund vier Jahre an Projektentwicklung, Genehmigung, Planung, Finanzierung und Bau sind dem Regelbetrieb des Hybridkraftwerks vorausgegangen. Die technische Freigabe zur Einspeisung erfolgte dabei bereits Mitte August.
Insgesamt sind 17 Batteriecontainer mit jeweils 4,5 Megawattstunden Kapazität für die Anlage aufgebaut worden. 14 der Batteriespeicher befinden sich direkt im Solarpark, die 3 weiteren am Kraftwerks-eigenen Umspannwerk Bergsdorf-West. Die Errichtung der Anlagen übernahm die MHB Montage GmbH aus Merkendorf. Die MHB Energie GmbH aus Dessau-Roßlau war als Generalunternehmer für die Umsetzung des Solarparks verantwortlich, wie es weiter hieß. Die Solarmodule für das Photovoltaik-Kraftwerk stammen von Phono Solar, Wechselrichter und Batteriespeicher von Huawei und die Unterkonstruktionen von der Zimmermann PV-Steel Group. Gesellschafter des Betreibers sind zu 96 Prozent die Solarpark Verwaltung I GmbH und zu 4 Prozent die Landwirtsfamilie Pfitzmann-Freese.
Dabei ist die Photovoltaik-Anlage auf zwei Teilflächen errichtet worden. 33,6 Megawatt sind nach Angaben von Tobias Bertenbreiter, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, vollständig im IAB-Modell abverkauft. Vertriebspartner dabei seien Finanzkonzepte Deutschland (FKD) und die Von Feder Gruppe. Der zweite Teil mit 35,4 Megawatt befinde sich aktuell noch im Eigenbestand, sagte Bertenbreiter gegenüber pv magazine. Es sei jedoch geplant, gut die Hälfte davon zeitnah ebenfalls im IAB-Modell abzuverkaufen. Die restliche Leistung würde langfristig im Eigenbestand bleiben.
Streit mit Netzbetreiber über Bezugsleistung
Dabei steht noch aus, ob der Speicher künftig zumindest teilweise auch als Graustromspeicher genutzt werden kann. Bertenbreiter berichtet, dass der zuständige Netzbetreiber Eon Edis zunächst einen Anschlussvertrag vorgelegt habe, in dem 6,8 Megawatt an Bezugsleistung für den Speicher vorgesehen waren. 800 Kilowatt waren für den Eigenbedarf der Erzeugungsanlage vorgesehen, der Rest sollte für die Vermarktung des Speichers genutzt werden. Daher seien auch drei der Batteriecontainer direkt am Umspannwerk platziert worden.
Doch diese Zusage zog der Netzbetreiber schließlich wieder zurück, weshalb der Speicher aktuell nur als Grünstromspeicher betrieben werden darf. Die Optimierung und Vermarktung übernimmt dabei Suena Energy. Über die Einnahmen erfolgt dann auch die Refinanzierung des Projekts, wie Bertenbreiter weiter sagt. Einen PPA oder FPA gebe es nicht. Die Betreibergesellschaft hat mittlerweile ein Anwaltsschreiben an Eon Edis geschickt, das pv magazine vorliegt, um auch noch die Bezugsleistung für den Speicher zu erhalten.
Zur offiziellen Eröffnungsfeier am 25. September ab 15 Uhr ist auch die Öffentlichkeit eingeladen. Sie findet direkt auf dem Gelände des Solarparks statt, und zwar im ehemalige Materiallager im südlichen Bereich der Anlage.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment