See all

Zelestra und Salzgitter Flachstahl unterzeichnen Hybrid-PPA für Photovoltaik und Batteriespeicher

Der hybride kommerzielle PPA kombiniert 147 Megawatt Photovoltaik mit 237 Megawattstunden Speicherkapazität für die Umstellung auf grünen Stahl.
Zelestra, Solarpark Klevenow, Deutschland, Freifläche
Zelestra gibt eine 2 Gigawatt-Projektpipeline für Deutschland an (im Bild das erste deutsche Projekt des Unternehmens, der im August 2026 ans Netz gegangene Solarpark Klevenow). | Foto: Zelestra

Das Erneuerbare-Energien-Unternehmen Zelestra und der deutsche Stahlhersteller Salzgitter Flachstahl haben den nach eigenen Angaben bislang größten deutschen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) für eine kombinierte Solar- und Speicherlösung unterzeichnet.

Die langfristige Vereinbarung umfasst zwei neue Hybridanlagen mit einer Photovoltaik-Gesamtleistung von 147 Megawatt, ergänzt durch Batteriespeichersysteme mit 79 Megawatt Leistung und 237 Megawattstunden Speicherkapazität. Zelestra wird die Projekte in Brandenburg und Thüringen entwickeln, besitzen und betreiben. Salzgitter Flachstahl wird jährlich 158 Gigawattstunden Strom aus beiden Anlagen beziehen und die angeschlossenen Batteriespeicher direkt steuern, um den Einsatz von Solarenergie in der CO₂-armen Stahlproduktion zu maximieren.

Beide Batteriespeicher werden ausschließlich mit überschüssigem Solarstrom geladen. Salzgitter Flachstahl betonte, dass hybride PPAs im Rahmen des Dekarbonisierungsprogramms SALCOS zunehmend zu einem wichtigen Beschaffungsinstrument werden. Für Zelestra unterstreicht das Projekt die Expansion des Unternehmens in Deutschland, wo derzeit eine Pipeline von mehr als 2 Gigawatt an Photovoltaik-, Hybrid-, Wind- und Batteriespeicherprojekten entwickelt wird.

„Dies ist eine innovative Vereinbarung zwischen zwei zukunftsorientierten Unternehmen mit einem gemeinsamen Fokus auf Dekarbonisierung. Als bislang größter Hybrid-Deal in Deutschland zeugt er von großem Ehrgeiz beider Partner, und wir erwarten, dass dieses Marktsegment in den kommenden Monaten erheblich wachsen wird“, sagte Mathias Künicke, CEO von Zelestra Deutschland.

Marco Hauer, Leiter der Energiebeschaffung bei Salzgitter Flachstahl, erklärte, die Vereinbarung unterstütze die Dekarbonisierungspläne des Unternehmens: „Die Kombination von Solarenergie und Batteriespeichern eröffnet uns die Möglichkeit, erneuerbare Energien bedarfsgerecht und zu wettbewerbsfähigen Konditionen für unsere industrielle Prozesse zu beschaffen. Damit unterstützt die Vereinbarung unsere ambitionierte Dekarbonisierung der Stahlerzeugung und trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Salzgitter zu sichern.“

Im August hatte Zelestra bereits eine sogenannte Tolling-Vereinbarung mit Centrica Energy für 99 Megawatt/297 Megawattstunden-Batteriespeicher in Hilgermissen (Niedersachsen) unterzeichnet. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].

Kommentare

pv-magazine-3309
Sep 16, 2026

„Beide Batteriespeicher werden ausschließlich mit überschüssigem Solarstrom geladen.“

Warum das? Macht es im Winter nicht Sinn, nachts günstigen Windstrom zu speichern, um ihn dann am morgen/tagsüber für die Stahlproduktion nutzen zu können?