Das Dach passt, das Budget nicht: Wie Photovoltaik-Contracting Gewerbeprojekte möglich macht
Für Elektrofachbetriebe, Solarteure und Energieberater ist das ein vertrauter Moment: Technisch ist das Projekt reif, doch der Auftrag droht zu scheitern. Photovoltaik-Contracting beziehungsweise ein On-Site-Power-Purchase-Agreement (PPA) können dann eine zusätzliche Umsetzungsoption sein.
Wenn nicht die Technik, sondern das Kapital bremst
Bei der klassischen Eigeninvestition trägt das Unternehmen die anfänglichen Investitionsausgaben (Capex) und wird Eigentümer der Anlage. Beim Contracting investiert dagegen ein Dritter, errichtet und betreibt die Photovoltaik-Anlage. Der Kunde stellt die geeignete Fläche und den notwendigen Zugang bereit und bezieht den dort erzeugten Solarstrom zu einem vertraglich vereinbarten Preis. Dieser Preis ist in der Regel um die Hälfte günstiger als der Strom des Energieversorgers. Die Stromrechnung kann deutlich gesenkt werden – ohne selbst investieren zu müssen.
Aus der einmaligen Investition werden damit laufende Energieausgaben (Opex). Der restliche Strombedarf kommt weiterhin aus dem Netz. Typische PPA-Laufzeiten liegen bei 15 Jahren. Die Lebensdauer der Anlage liegt bei 30 Jahren und länger.
Die gesamte Projektierung, Umsetzung und Verrechnung übernehmen wir als 5 Cent Energy GmbH. Als unabhängiges Contractingunternehmen werden auf Wunsch Anlagen oder Projekte von jedem Elektrofachbetrieb übernommen und zum Endkunden hin finanziert. Wenn die technische Prüfung positiv ausfällt, dann kann jedes gewerbliche Projekt größer 50 Kilowattpeak durch uns umgesetzt werden. Während der Laufzeit kümmern wir uns um Betrieb, Wartung, Monitoring, Service und Versicherung.
Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar
Ein Beispiel: ein Betrieb verbraucht rund 500.000 Kilowattstunden pro Jahr. Eine Photovoltaik-Anlage mit 200 Kilowatt erzeugt etwa 200.000 Kilowattstunden, die fast zur Gänze im Betrieb verbraucht werden können. Bei 23 Cent pro Kilowattstunde Strompreis entstehen 46.000 Euro Energiekosten; bei einem PPA-Preis von 11,5 Cent pro Kilowattstunde sind es im Vergleich 23.000 Euro. Dies ist einee Reduktion um 50 Prozent. Durch eine optimale Abstimmung von Stromerzeugung und Verbrauch wird der Überschuss auf ein Minimum gesenkt. Durch ein KI unterstütztes Energiemanagementsystem wird auch der Bezug und die Leistung vom Netz so weit wie möglich abgesenkt.
Der tatsächliche Preis hängt unter anderem von Anlagengröße, Ertrag, Eigenverbrauch, Laufzeit und den vereinbarten Preisbestandteilen ab. Fakt ist auch: 11,5 Cent pro Kilowattstunde bedeuten bei Elektrofahrzeugen Ladekosten von nur 2 Euro auf 100 Kilometer. Vergleicht man dies mit herkömmlichen Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen, dann ergibt dies eine Ersparnis von rund 80 Prozent.
Eine zusätzliche Option für Fachbetriebe
Für unsere Umsetzungspartner (Gewerbekunden als auch Elektrofirmen) liegt der Nutzen vor allem darin, technisch gute Projekte nicht wegen einer fehlenden Investitionsfreigabe aufgeben zu müssen. Stattdessen können sie Contracting früh als Finanzierungs- und Betriebsvariante ansprechen und geeignete Vorhaben von uns prüfen lassen.
Projekte werden in Österreich und Deutschland angenommen. In beiden Märkten gelten dieselben Einstiegsschwellen: Dach- und Fassadenanlagen ab 50 Kilowatt, Freiflächen- und Agri-PV-Projekte ab 100 Kilowatt sowie Parkplätze ab 25 Stellplätzen und 100 Kilowatt Leistung. Finanzierungen sind ab rund 50.000 Euro Investitionsvolumen möglich. Entscheidend bleiben Ertrag, Eigenverbrauch, Bonität und technische Machbarkeit.
Was es für eine erste Prüfung braucht
Für eine erste Einschätzung genügen: der jährliche Strombedarf am Standort, die möglichen (Dach-)Flächen und ein Photovoltaik-Angebot (wenn vorhanden). Besonders hilfreich ist ein Lastgang mit Viertelstundenwerten. Hinzu kommen der aktuelle Stromliefervertrag und ob die Liegenschaft im Eigentum ist oder nicht (Mietverhältnis).
KfW-Kredit oder Contracting?
Für deutsche Unternehmen ist eine kreditfinanzierte Eigeninvestition eine Alternative. Das KfW-Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ kann bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten finanzieren. Der Antrag läuft vor Beginn des Vorhabens über einen Finanzierungspartner; Zinssatz und Sicherheiten hängen von der individuellen Bankbewertung ab. Das Unternehmen wird Eigentümer und trägt Finanzierung, Betrieb und wirtschaftliches Risiko.
Contracting ist besonders interessant, wenn Kapital und Kreditlinien für das Kerngeschäft frei bleiben oder Betrieb und Wartung ausgelagert werden sollen. Dafür besteht eine langfristige Vertragsbindung und während der Laufzeit kein Eigentum an der Anlage. Nach der Laufzeit geht die Anlage ins Eigentum des Kunden über.
Vom Angebot zum Contracting
Wer als Elektrofachbetrieb, Solarteur oder Energieberater ein technisch tragfähiges Gewerbeprojekt betreut, das an der Investitionsfreigabe zu scheitern droht, kann es bei uns unverbindlich auf seine Contracting-Eignung prüfen lassen.
Über die Autoren
Anja Korber ist Assistentin der Geschäftsführung bei Alumero Systematic Solutions GmbH. Sie verantwortet die Stabstelle Koordination für die gesamte Unternehmensgruppe zu der auch die 5 Cent Energy GmbH gehört.
Rupert Haslinger ist seit 2002 in der Energiewirtschaft in Deutschland und Österreich tätig – seit 2009 mit dem Schwerpunkt Photovoltaik-Systeme. Seit 2026 ist er Geschäftsführer der 5 Cent Energy GmbH.
Mehr unter: www.5centenergy.com oder [email protected]
Die Blogbeiträge und Kommentare auf http://www.pv-magazine.de geben nicht zwangsläufig die Meinung und Haltung der Redaktion und der pv magazine group wieder. Unsere Webseite ist eine offene Plattform für den Austausch der Industrie und Politik. Wenn Sie auch in eigenen Beiträgen Kommentare einreichen wollen, schreiben Sie bitte an [email protected].
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment