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1800 neue Elektrizitätsgemeinschaften in der Schweiz im ersten Halbjahr gegründet

Seit Beginn der gesetzlichen Neuregelung wird das Modell nach Erhebungen von Swissolar rege genutzt. Ein Großteil der Teilnehmer an den Elektrizitätsgemeinschaften bezieht dabei ausschließlich Strom, gerade mal 13 Prozent sind Prosumer.
Lokaler Strom Schweiz, Energiegemeinschaften
Quelle: LokalerStrom.ch

Seit Jahresanfang existiert in der Schweiz das Modell der lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), bei denen es darum geht, lokal produzierten Strom in einer Gemeinschaft zu verkaufen und zu verbrauchen. Nach einer aktuellen Erhebung des Branchenverbands Swissolar kommt das Modell gut an, denn allein im ersten Halbjahr habe es 1800 Gründungen gegeben. Der Verband hat dafür Daten der 30 größten Schweizer Verteilnetzbetreiber, die rund 71 Prozent der Bevölkerung abdecken, ausgewertet und mit Daten des „LEGhub“ ergänzt. Daraus lässt sich dann eine Hochrechnung erstellen, wieviele LEG schweizweit entstanden sind und auch die ungefähre Größe. Nach Angaben von Swissolar sind mit der Umfrage und den Daten des „LEGhub“ 1323 dieser Gemeinschaften erfasst worden. Mit der Hochrechnung kommt Swissolar dann auf die rund 1800 Elektrizitätsgemeinschaften.

Die regionale Verteilung der LEG sei jedoch bei weitem nicht gleichmäßig. So gebe es in einigen Regionen bereits viele Gemeinschaften, in anderen noch gar keine. Als Grund vermutet Swissolar neben der Nachfrage auch die unterschiedlichen Prozesse, IT-Systeme oder Angebote der jeweiligen Verteilnetzbetreiber.

Auch bei der Größe der Elektrizitätsgemeinschaften gebe es große Unterschiede. Durchschnittlich liege die Zahl der Teilnehmer bei 7,2. Allerdings gebe es Gemeinschaften mit nur 3 Teilnehmern, während andere 29 Teilnehmer haben. Die Zusammenschlüsse seien sehr unterschiedlich, manchmal seien es nur ein paar Nachbarschaften, in anderen Fällen deutlich größere Kooperationen. Nach den Angaben von Swissolar beziehen 78 Prozent der Teilnehmer ausschließlich Strom. 13 Prozent seien als Prosumer an den Elektrizitätsgemeinschaften beteiligt und 9 Prozent ausschließlich Erzeuger.

Trotz des vielversprechenden Starts des Modells sieht Swissolar auch noch regulatorische und praktische Hürden, die abgebaut werden müssten. So gelte es, den im Gesetz vorgesehenen Rabatt auf die Netzentgelte vollständig auszuschöpfen sowie Einführungs- und Mutationsgebühren zu vermeiden. Der Verband fordert auch, dass die Stromlieferung innerhalb einer Elektrizitätsgemeinschaft auch zwischen den Netzebenen 5 und 7 gemeindeübergreifend ermöglicht werden sollte. Dazu gibt es aktuell auch parlamentarische Vorstöße, die aber noch nicht beschlossen sind.

«Die ersten Zahlen machen deutlich: Die gemeinschaftliche Nutzung von lokal produziertem Strom ist in der Schweiz bereits Realität“, erklärte Wieland Hintz, stellvertretender Geschäftsführer von Swissolar. „Gleichzeitig besteht noch erhebliches Potenzial. Werden die bestehenden regulatorischen Hürden abgebaut und die gesetzlichen Möglichkeiten besser ausgeschöpft, können LEG noch deutlich attraktiver werden und einen noch größeren Beitrag zur effizienten Nutzung von erneuerbarem Strom leisten.“

Swissolar hat gemeinsam mit Energie Schweiz und dem VSE die Plattform www.lokalerstrom.ch eingerichtet. Dort werden unter anderem Haushalte, Fachpersonen, Gemeinden und Energieversorger bei der Umsetzung lokaler Strommodelle unterstützt.

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