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Steinkohlekraftwerke für den Winter: Strompreis runter, CO2-Emissionen rauf

Nach einer Analyse von Montel würde die Reaktivierung der Steinkohlekraftwerke den durchschnittlichen Großhandelspreis für Strom bis zum Jahresende um rund 2,3 Prozent und 2027 um knapp 5 Prozent senken. Gleichzeitig würden die CO2-Emissionen in der deutschen Stromversorgung aber um zehn Prozent steigen.
Kohle, Windrad
Der Strompreis würde mit dem Einsatz der Kohlekraftwerke leicht sinken, die CO2-Emissionen erheblich steigen. | Foto: S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Der mangelhafte Füllstand der Gasspeicher generiert Sorgenfalten bezüglich der Versorgungssicherheit und Strompreise, speziell für den anstehenden Winter. Wirtschaftspolitiker aus CDU und CSU haben deshalb die Reaktivierung von Kohlekraftwerke aus der Reserve gefordert. Was dies für Auswirkungen hätte, haben die Analysten von Montel modelliert.

Bei einer Reaktivierung der Steinkohlekraftwerke mit insgesamt 7,8 Gigawatt Leistung aus der Strommarktreserve würde der durchschnittliche Day-ahead-Großhandelspreis um etwa 2,3 Prozent bis zum Jahresende sinken. 2027 ließe er sich sogar um knapp 5 Prozent unter den Durchschnitt drücken, wobei aufgrund wieder sinkender Erdgaspreise für die Jahre 2028 bis 2030 dann nur noch Reduktionen bis 2,5 bis 3 Prozent zu erwarten sind, wie die Analysten am Montag veröffentlichten. Die Preisrückgänge wären dabei auch nicht gleichmäßig über die Monate verteilt, sondern im Winter deutlich höher. Nach der Analyse könnte der Einsatz der Steinkohlekraftwerke den Day-ahead-Preis im Januar 2027 um mehr als neun Prozent senken. Im Juni läge der Effekt dagegen nicht einmal bei zwei Prozent, so Montel weiter.

Die Kehrseite wären steigende CO2-Emissionen im Stromsektor. Montel ermittelt einen Anstieg um bis zu zehn Prozent.

„Zusätzliche Steinkohleverstromung würde insbesondere in diesem und im kommenden Winter Strom aus derzeit vergleichsweise teuren Erdgaskraftwerken verdrängen“, sagt Tobias Federico, Chefanalyst bei Montel. Das würde Gas sparen und gleichzeitig die Großhandelspreise für Strom dämpfen. Der Effekt sollte allerdings nicht überschätzt werden.“

Montel verweist auch darauf, dass die Reaktivierung nicht bedeute, dass die Steinkohlekraftwerke dann rund um die Uhr liefen. „Es gilt immer noch die Regel: Produziere günstig, verkaufe teurer am Markt. Welche Kraftwerke tatsächlich zum Einsatz kommen und wie häufig sie laufen, entscheidet sich über ihre Wirtschaftlichkeit am Markt“, so Frederico weiter. Die Modellierung zeige, dass die durchschnittliche Auslastung der Steinkohlekraftwerke 2027 bei zusätzlicher Kapazität um 15 Prozent sinke.

Die Auswirkungen auf die Strompreise für Haushalte halten die Analysten für gering. Bei industriellen Großverbrauchern könnte es aufgrund des hohen Verbrauchs durchaus relevante Einsparungen durch die sinkenden Großhandelspreise geben. Bei einem angenommenen Großhandelspreis von 10 Cent je Kilowattstunde entsprechen 5 Prozent rund 0,5 Cent je Kilowattstunde.

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Kommentare

thbelzig
Sep 01, 2026

Also mal ehrlich.
Die Steinkohlekraftwerke sind vom CO2 Ausstoß nicht schlechter als Gaskraftwerke, wenn man die gesamte Lieferkette und den Methanschlupf auf dem Weg nach Deutschland betrachtet.

Derzeit wird bei der CO2 bepreisung dieser Methanschlupf überhaupt nicht betrachtet.
Wir haben im Dezember 2024 gesehen, was passiert wenn eine Dunkelflaute auftritt und die viele Gaskraftwerke am Markt teilnehmen. Die DayAhead Preise waren exorbitant und sind erst zurückgegangen, als wieder mehr Steinkohlekraftwerke am Netz waren.

Wenn genug Großbatterien am Markt sind, wären die Steinkohlekraftwerke auch flexibel genug.

Wir brauchen keinen weiteren Gaskraftwerkausbau, wenn wir die Steinkohlekraftwerke weiterlaufen lassen und die Großbatterien ausbauen.

khyranius
Aug 31, 2026

Das ist doch wieder lächerlich.
1. Neue Verträge mit den SK-KW- Betreibern.
2. Neue Verträge mit der SK Versorgung.
Es gibt in Deutschland kein SK Abbau mehr in nennenswerter Größe. Also alles importieren.
Dadurch neue Versorgungswege.
Das hatten wir doch alles schon 2022. Und das war arschteuer. Nur hatten wir damals 200€ Gaspreise und physikalische Engpässe.
Da gab es damals zum Beispiel Vorrang für SK Transport auf Schiene.
Das müsste alles wieder aktiviert werden und natürlich mit der EU Beihilfe Richtlinie konform sein.
Das kostet Milliarden. Bis alles durch ist, ist die Straße von Hormus wieder offen und der Gaspreis ist (kurzfristig) auf einen Tief wie zu Coronazeiten.