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Batterierecycling ist derzeit nicht wirtschaftlich

Ausgediente Elektroauto-Batterien müssen als Gefahrgut transportiert werden. Einer Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management zufolge macht das deren Recycling unwirtschaftlich. Batterien werden daher teurer, wenn sie ab 2031 wiederverwertete Materialien enthalten müssen.
Recycling von E-Auto-Batterien ist derzeit nicht wirtschaftlich
Nach Abzug aller Kosten bleibt ein Verlust von rund 1,90 Euro pro Kilogramm Batteriepack, so die Studie. | Foto: Maryna – stock.adobe.com (KI-generiert)

Technologisch steht der Rückgewinnung von Batterien aus Elektroautos nichts im Wege – die Verfahren sind ausgereift. Wirtschaftlich ist das Recycling aber nicht, wie eine Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management zeigt: Verkauft ein Recyclingbetrieb die aus einem Batteriepack zurückgewonnenen Rohstoffe zu Marktpreisen, bleibt nach Abzug aller Kosten ein Verlust von rund 1,90 Euro pro Kilogramm Batteriepack.

Als wichtigsten Grund nennen die Forscher, dass die ausgedienten Batterien als Gefahrgut gelten. Das macht den Transport im Schnitt 16-mal teurer als den eines normalen Frachtguts. Auch die Kosten bei der Demontage fallen hier ins Gewicht. Hinzu kommen Unsicherheiten hinsichtlich der Materialzusammensetzung und der möglichen Rückgewinnungsraten.

Das hat Folgen für den Batteriepreis: Ab August 2031 schreibt die EU-Batterieverordnung vor, dass ein Mindestanteil der in neuen Fahrzeug-, Industrie- und Starterbatterien verwendeten Rohstoffe aus Recycling stammen muss. Geht man von einer Recyclingquote von 20 Prozent aus und legt die Verluste der Recyclingbetriebe eins zu eins auf diese Pflichtmenge um, würde ein Batteriepack um rund 6 Prozent teurer, so die HHL-Forscher.

„Europa braucht bessere Geschäftsmodelle für Zirkularität“

Das Forscherteam hält es deshalb für sinnvoll, die Kosten mit sichereren Batteriedesigns, kürzeren Transportwegen und verbindlichen Standards, mehr automatisierter Demontage und einer stärkeren Spezialisierung der Recyclingbetriebe zu reduzieren. All das zusammen könnte der Studie zufolge die Recyclingkosten um rund 34 Prozent senken. Aus dem aktuellen Verlust von 1,90 Euro pro Kilogramm Batteriepack würde ein Gewinn von 13 Cent pro Kilogramm.

Die Leipziger Experten weisen zudem auf ein Verteilungsproblem hin: Der Wert der Batterien würde steigen, wenn sie nach dem Einsatz in den Autos als stationäre Speicher verwendet werden. Das Forscherteam beziffert den Wertzuwachs mit 64 Prozent. Davon profitierten allerdings die Fahrzeug-Besitzer und die Speicher-Betreiber – nicht die Hersteller, die die Kosten der Wiederverwertung tragen müssen, und auch nicht die Recyclingbetriebe.

Die HHL-Forscher schlagen deshalb neue Koordinationsakteure vor: Unternehmen, die Batteriepacks über beide Lebensphasen hinweg verwalten und so Kosten und Erträge gerechter zwischen den Beteiligten verteilen.

„Solche Akteure würden die Batterien und die darin enthaltenen Materialien besitzen“, sagt Studienleiter Dima Smirnov, Postdoktorand am Lehrstuhl für Innovationsmanagement und Entrepreneurship an der HHL. Sie könnten Marktdruck für Innovationen in vorgelagerten Prozessen aufbauen und gleichzeitig den Wert aus dem zweiten Leben der Batterie fair umverteilen. „Europa braucht deshalb nicht nur bessere Batterieprozesse, sondern marktbasierte Geschäftsmodelle, die Zirkularität wirtschaftlich tragfähig machen.“

Die HHL hat die Studie im Rahmen von SAFELOOP erstellt, ein von der Europäischen Union gefördertes Verbundprojekt zur Entwicklung sichererer und nachhaltigerer Batterietechnologien für Elektrofahrzeuge. Das Projekt betrachtet den gesamten Batterielebenszyklus und will durch neue Lösungen für Materialversorgung, Entwicklung, Nutzung und Recycling zu mehr Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

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Kommentare

maeder.c
Aug 29, 2026

Die großen europäischen Automobilhersteller sollten sich nicht vor der chinesischen Konkurrenz zu Tode fürchten. Chinesische Produkte haben prinzipiell immer einen kleinen bis mittleren Nervfaktor eingebaut, welcher offenbar traditionell und unvermeidlich ist . Die 100 % Perfektion gilt in China vermutlich als unlebendig . Chinesische Sonnenschirme sind gut , funktional und – ab und an verhaken sich eben die Spanndrähte beim Aufkurbeln….nur Europäer finden dies vielleicht nervig, in China ist dies wohl “ das Leben“ .
Die europäischen Autobauer sollten es aufgeben zwanghaft Arbeitsplätze erhalten zu wollen , die künstliche Intelligenz und die Automatisierung wird die Industrienationen sowieso von Grund auf ändern, und zu einem neuen Bewusstsein ( Was ist der Mensch ? ) leiten .
Stattdessen sollte der Focus auf perfekte Produkte gerichtet werden , die einfach besser sind und Unfälle vermeiden. Das Aussehen eines Autos spielt in Europa ebenfalls eine extrem wichtige Rolle , und sollte zukünftig auch wieder die Geschichte des jeweiligen Landes inkludieren . Der optische Retro – Trend bei Elektroauto in allen Ehren , aber es ist ein zweischneidiges Schwert : Können Elektroautos nicht in der Gegenwart für sich stehen und fahren , und eine neue heitere Zeit begründen ? Um die Übergangszeit zu 99 ,8X % Elektroautos bis etwa 2055 finanziell ertragreich zu gestalten, sollten die Automobilhersteller auf ihre Systemrelevanz hinweisen: Deutschland würde ohne individuelle Mobilität zusammenbrechen, und als Länderbund aufhören zu existieren.
Ich hoffe auf :
* Brennstoffzellen – Elektroautos die grünen Wasserstoff als Treibstoff nutzen. Diese Autos sind ganz klar für die finanzielle Oberschicht , welche Oberklasse – Komfort erwartet . Kurze Betankungszeit und enorme Reichweite im Vergleich zu BEV.
* Elektroautos die so fies und beunruhigend cool aussehen, wie der BMW M 635 CSI zu seiner Zeit aussah. Muss zum Beispiel der elektrische Ford Capri so Kaninchen-soft aussehen ? Wieso kann der nicht aussehen wie der Verbrenner Ford Mustang ?
* Einen starken elektrischen Kleinbus , welcher den ID Buzz ablöst . Mehr Reichweite , mehr Camper, mehr Freiheit… Als FCEV und BEV
* Offizielle TIER 1 Umbauprogramme für sehr gut erhaltene alte Autos .Verbrennermotor raus , Elektromotor rein. Speziell Klassiker wie VW T4 , Mercedes W123 / W124 oder BMW 5 ,6 und 8 würden damit zur klimaneutralen Ewigkeit berufen , und in die grüne Walhalla einziehen dürfen.
* Jedes Elektroauto sollte selbst anrufbar sein , also eine eigene Telefonnummer besitzen. Jedes moderne Auto sendet unaufhörlich Daten OTA , da kommt es auf ein paar zusätzliche Audiodaten auch nicht mehr an . Sollte man mal das Smartphone vergessen haben mit ins Auto zu nehmen , ist man trotzdem erreichbar. Eine Freisprecheinrichtung hat jedes moderne Auto sowieso verbaut. Das billige Notfall- Feature Nokia Handy dauerhaft im Handschuhfach ist zwar eine gute Notlösung , aber kennt man ja : Im Notfall ist der Akku der leer.
* Kühlboxen die ab Werk im Auto verbaut werden.
Europäer lieben es mehrmals die Woche beim Super Natur Markt / Discounter einzukaufen . Meist wird die Fahrstrecke mit dem Auto zurückgelegt. Wenn die wärmeempfindliche Ware gekühlt wird , muss man nicht sofort nach Hause zum Kühlschrank fahren, sondern kann noch in die Innenstadt zum shoppen tigern.
Elektroautos leiden ja eher an Stromüberschuss als an Strommangel , speziell im Sommer und mit eigener Hausdach PV ,da ist ein dauerhafter Verbraucher im Elektroauto sogar hilfreich.

Paul Wieland
Aug 29, 2026

Ich glaube dieser Studie einfach nicht! Der Transport von Batterien gilt immer als Gefahrgut, nicht erst wenn Sie ausgedient haben… Bei einem derart hohen Gefahrgutzuschlag würden keine Li-Ionen-Speicher mehr verbaut werden! Ich habe gerade mal eine Sendung Li-Ionen-Batterien 600 kg UN3480, E, 9 von Ravensburg nach Hamburg mit Cargoboard (www.cargoboard.com) kalkuliert. Transportkosten netto: ca. 220,- EUR; darin enthaltener Gefahrgutzuschlag: 10,- EUR !!!!! Das sind knapp 5 % des Transportpreises!!! Wundert sich bei solchen völlig unkritisch übernommenen Meldungen noch irgendjemand, dass Fake-News und Verschwörungstheorien Hochkonjunktur haben?

PB
Aug 28, 2026

„Als wichtigsten Grund nennen die Forscher, dass die ausgedienten Batterien als Gefahrgut gelten. Das macht den Transport im Schnitt 16-mal teurer als den eines normalen Frachtguts. “

also fahren jeden Tag über 2 Mio Gefahrguttransporter auf unseren Strassen rum.
Da könnte die Regierung eigentlich über eine „Gefahrgutabgabe“ pro Fahrzeug und am besten noch pro Insasse, denn die sind ja Schuld an der ganzen Gefahr, nachdenken.
Das könnte auch den Verbrenner wieder etwas wirtschaftlicher machen.

maeder.c
Aug 28, 2026

Die emotionale Bindung an das „eigene“ Auto hat in der Deutschen Gesellschaft deutlich pathologische Züge . Der missionarische Eifer der sogenannten „Oldtimer-Narren “ ( …die perfekte Diagnose und Bezeichnung in einem ) hat innerhalb der Gesellschaft enorme Reichweite. Die Autos der Gegenwart sind sehr gute und sichere Industrieprodukte , und die Autos der Vergangenheit sind eher lausige und gefährliche Industrieprodukte. Kein vernünftiger Mensch würde das Industrieprodukt „Kühl- Gefrierkombination“ 30 Jahre lang hegen und pflegen , und dann stolz die Bezeichnung “ Historische Kühl- Gefrierkombination“ bei seinem Stromanbieter beantragen. Strom verbraucht diese alte Kühl- Gefrierkombination dann trotzdem nicht weniger. Ach – egal jetzt….
Ich sehe ein möglich Zukunft für Industrienationen in der Umsetzung eines höheren Masterplans , welcher die Industrie auf ein Niveau hebt , welches bislang nur Staaten und Religionsgemeinschaften für sich beanspruchen. Die Absolution bekommt man , wenn das Industrieprodukt nach genau definierten Jahren zurückgegeben, und ein neues Produkt in Empfang genommen wird. Bezogen auf das Industrieprodukt Elektroauto:
+ Nach 11 Jahren erlischt die Betriebserlaubnis unwiderruflich , und das Auto muss an eine zertifizierte Stelle abgegeben werden. Dort wird es stofflich und produktiv ( Eine Schraube die nur ein einziges Mal angezogen wurde , kann genau so noch mal verwendet werden ) verwertet.
+ Die Hersteller können im Innenraum mehr natürliche Materialien verwenden , die nach 11 Jahren nicht mehr wie
neu aussehen müssen . Holz , Kork und andere
naturfreundliche Stoffe .
+ Die Elektronik der modernen Elektroautos sollte wirklich auch am letzten Tag vor dem Erlöschen der Betriebserlaubnis perfekt funktionieren. Ein “ spinnender “ Autopilot, ein ausgefallener Abstandssensor oder eine funktionsunfähige elektrische Feststellbremse ist unter Umständen sehr gefährlich.
+ Um das Potential der Batterie im Elektroauto vollständig innerhalb des Zyklus‘ zu nutzen , geht kein Weg an V2L , V2G , VtH vorbei.

gernot
Aug 27, 2026

Wenn die Batteriepreise so fallen, wie es viele Studien vorhersagen (15-30 Euro/kWh), wird Batterierecycling generell unwirtschaftlich. BloombergNEF hat in seiner Dezember-Preisabfrage bereits Preise von 36 USD/kWh für LFP berichtet (Zellebene), was rund 31 EUR/kWh entspricht.