Wasserstoff-Kernnetzbetreiber melden hohe Nachfrage nach Transportkapazitäten
Die Nachfrage nach Ein- und Ausspeisekapazitäten im deutschen Wasserstoff-Kernnetz zieht deutlich an: Die 23 Netzbetreiber melden, dass Unternehmen in den Clustern zum Stichtag 23. Juli 2026 fast sechs Gigawatt Transportkapazitäten kostenpflichtig angemeldet haben. Das bedeutet eine Verdoppelung gegenüber dem vorigen Stichtag 13. Mai 2026.
Für den Clusterübergangstransport (CÜT) verbuchen die Netzbetreiber vertragliche Reservierungen von etwa 0,6 Gigawatt. Darüber hinaus sind weitere Kapazitäten in Höhe von 0,5 Gigawatt angefragt. Sie werden derzeit geprüft. CÜT meint den Transport von Wasserstoff über die Grenzen eines einzelnen regionalen Wasserstoff-Clusters hinaus.
Die größte Nachfrage nach Ein- und Ausspeisekapazitäten gibt es im Cluster Nord-West, Aachen und MoselHYc. Hier wollen Unternehmen ab 2030 gut 1.500 und ab 2031 etwa 2.000 Megawattstunden pro Stunde einspeisen sowie ab 2030 rund 1.000 Megawattstunden pro Stunde entnehmen. Im Cluster Ost verzeichnen die Netzbetreiber ab 2030 eine geplante Einspeisung von knapp 1.200 Megawattstunden pro Stunde sowie eine Entnahme von gut 600 Megawattstunden pro Stunde. Bereits ab 2027 sollen im Cluster Burghausen und im Cluster Ingolstadt etwa 650 Megawattstunden pro Stunde ausgespeist werden.
„Starkes Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“
„Die hohe Nachfrage nach Transportkapazitäten und die damit verbundene Zahlungsbereitschaft sind ein starkes Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“, erklärt Barbara Fischer, Geschäftsführerin des FNB Gas. Die Verteilung der Reservierungen über große Teile des Kernnetzes bestätige die bedarfsgerechte Planung des Netzausbaus und unterstreiche den konkreten Bedarf an einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur.
Den Netzbetreibern zufolge hat sich bei den Reservierungen der Übernachfrageprozess bewährt. Er sei mehrfach erfolgreich zum Einsatz gekommen, um Nachfragen, die das initiale Kapazitätsangebot überstiegen, zu befriedigen. Die Netzbetreiber rufen daher ausdrücklich dazu auf, auch zukünftig Kapazitäten, die über das Angebot hinausgehen, anzufragen.
Der Übernachfrageprozess sieht ein mehrstufiges Vorgehen vor, um jede Nachfrage nach Möglichkeit zu befriedigen. Zunächst wird eine Optimierung innerhalb der Angebotszonen angestrebt. Falls dies nicht ausreicht, untersuchen die Netzbetreiber eine Reallokation zwischen den Angebotszonen und auch Clustern. Schließlich wird geprüft, ob durch physische Maßnahmen im Netz die angefragte Kapazität bereitgestellt werden kann. Zu diesen physischen Maßnahmen zählen sowohl Druckanpassungen durch die Netzanschlusskunden als auch die Einbringung weiterer Infrastruktur auf Basis des Netzentwicklungsplans. Diese stufenweise Herangehensweise soll gewährleisten, dass die Entwicklung des Wasserstoff-Kernnetzes effizient und bedarfsgerecht erfolgt.
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