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Neue Online-Karte zeigt Erneuerbare-Einspeiser aller Verteilnetze

Die gratis aufrufbare Karte zeigt, wie viele Anlagen mit welcher Leistung in das jeweilige Netzgebiet einspeisen. Die Karte hat die Initiative evu+ im edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation erstellt.
Die Karte stellt die Verteilnetze aller 871 deutschen Netzbetreiber dar. | Bild: Initiative evu+ im edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation

Ins Verteilnetz des Elektrizitätswerks Max Peissker im thüringischen Kaulsdorf speisen 53 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von zusammen 638 Kilowatt ein, in das von Bayernwerk Netz 575.136 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von zusammen etwa 13,5 Gigawatt. Das geht aus einer neuen, kostenfrei aufrufbaren Karte hervor, die die Initiative evu+ im edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation jetzt online gestellt hat.

Die halbjährlich aktualisierte Karte stellt dar, wie viele Erzeugungsanlagen und Speicher mit welcher Leistung in die Verteilnetze der 871 deutschen Netzbetreiber einspeisen. Auch Batteriespeicher sind dabei berücksichtigt. Daneben stehen eine Reihe von Auswertungen zur Verfügung, in denen die Daten nach Netzbetreiber, Bundesland, Erzeugungsart oder anderen Kriterien analysiert werden. Freie Netzkapazitäten zeigt die Karte allerdings nicht an.

Erstellt wurde die Karte von Martin Käßler – hauptberuflich in Kommunikation und Marketing des edna-Mitglieds Fraunhofer IOSB-AST in Ilmenau tätig – mit KI-Unterstützung auf Basis der Daten des Marktstammdatenregisters. 

Die Bundesnetzagentur hat im Juli eine Karte veröffentlicht, die zeigt, wie es um die Versorgungsqualität in sämtlichen Verteilnetzen bestellt ist. Deutschland ist auf der Karte in verschiedene Farben getaucht. Sie spiegeln wider, wie schnell und umfassend Verteilnetzbetreiber die Energiewende umsetzen und wie konsequent sie dabei auf digitale Lösungen setzen.

Mehr Netzbetreiber pro Einwohner in Österreich und der Schweiz

„Die häufig geäußerte Kritik, Deutschland habe zu viele Netzbetreiber, greift aus unserer Sicht zu kurz“, sagt Richard Plum, Geschäftsführer des edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V. „Unsere neue Karte belegt eindrucksvoll, dass insbesondere die kleinen und mittleren Netzbetreiber einen unverzichtbaren Beitrag zur Stromversorgung und zur Versorgungssicherheit leisten.“ Zugleich seien sie zentrale Treiber und Träger der Energiewende, da die Erzeugung in ihren Netzen fast vollständig auf erneuerbaren Energien beruhe.

Der Verband wehrt sich gegen die Kritik, dass die Netzbetreiber-Landschaft in Deutschland zu kleinteilig sei. Dazu verweist er auf andere europäische Länder: Mit etwa 55 Verteilnetzbetreibern in Dänemark und 75 in Finnland verfügten beide Länder in Relation zur Einwohnerzahl über eine ähnlich hohe Netzbetreiberdichte wie Deutschland. Während die Relation in Deutschland bei rund 98.000 Einwohnern je Netzbetreiber liegt, sind in Österreich mit 75.000 Einwohnern/Verteilnetzbetreiber (insgesamt 120) und in der Schweiz mit 15.000 Einwohnern/Verteilnetzbetreiber (insgesamt rund 600) im Verhältnis sogar deutlich mehr Netzbetreiber pro Einwohner aktiv.

Der Schwerpunkt des edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V. auf den Prozessen der Marktkommunikation, Digitalisierung und IT-Standardisierung im Energiemarkt. Zu den Mitgliedern zählen Stadtwerke, Netzbetreiber und Versorger sowie Software-Hersteller und IT-Dienstleister für die Energiewirtschaft. Die Initiative evu+ soll die Interessen von kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber Politik, Behörden und anderen Verbänden vertreten.

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