Enervis-Batteriespeicher-Index: Erlöse in Deutschland bleiben im Juni auf hohem Niveau – starke Photovoltaik-Einspeisung und Preisspitzen während der Hitzewelle treiben die Erlöse
Seit einem Jahr veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme an den Spotmärkten als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Neue Erlöszahlen für Juni 2026
Nach den bereits starken Vormonaten blieben die erzielbaren Batteriespeicher-Erlöse in Deutschland auch im Juni auf einem hohen Niveau und stiegen leicht auf rund 18.000 Euro pro Megawatt an. Dies entspricht einem Anstieg von rund 1 Prozent gegenüber Mai und liegt in etwa auf dem Niveau des Juni 2025. Die günstigen Marktbedingungen hielten damit weiter an. Die Spotmarkt-Spreads stiegen an (Day-ahead: rund +16 Prozent gegenüber Mai), getrieben durch mehrere ausgeprägte Preisspitzen, insbesondere während der Hitzewelle Ende Juni. Zwischen dem 18. und 30. Juni überschritten die Day-ahead-Preise an vier Abenden die Marke von 500 Euro pro Megawattstunde und unterstrichen damit erneut den hohen Wert von Batteriespeichern und flexibler Vermarktung in Phasen hoher Marktvolatilität. Auch die Regelleistungsmärkte leisteten weiterhin einen wichtigen Beitrag zu den Erlösen, da die Preise für Primärregelleistung und Sekundärregelleistung auf einem vergleichsweise hohen Niveau blieben.
Allgemeine Trends
Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den letzten 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im September 2025 mit 18.900 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5700 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen. Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der PV-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday Markt.
In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp über 12.500 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 150.500 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).
Erwartete Erlöse 2026
Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone-Speichers im Jahr 2026 modelliert.

Für die prognostizierten Erlöse im Gesamtjahr 2026 wurde das zugrunde liegende Strompreisszenario auf unser Q3/2026-Szenario aktualisiert. Die modellierten Erlöse im neuen Szenario liegen unter denen des Q2/2026-Szenarios. Insgesamt sinken die Erlöse um rund 13.100 Euro pro Megawatt, was einem Rückgang von etwa 8 Prozent entspricht. Niedrigere kurzfristige Gaspreisannahmen infolge einer Entspannung der Erwartungen rund um den Konflikt im Iran sowie methodische Weiterentwicklungen auf Grundlage der beobachteten Markteffekte nach der Einführung von Viertelstundenprodukten im Day-ahead-Markt führen zu niedrigeren kurzfristigen Batteriespeicher-Erlösen. Die prognostizierten Erlöse belaufen sich aktuell auf 151.500 Euro pro Megawatt. Damit liegen sie rund 1000 Euro pro Megawatt über dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate. Die zugrunde gelegten Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.
Über die Autoren:
Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.
Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.
Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.
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