Erneuerbare werden 2026 weltweit zur wichtigsten Stromquelle
Das laufende Jahr markiert einen Wendepunkt: Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und Biomasse werden 2026 zusammen zur weltweit wichtigsten Stromquelle. Das geht aus dem Halbjahresbericht der Internationalen Energie-Agentur IEA zum globalen Strommarkt hervor. Für das kommende Jahr erwartet die IEA einen Erneuerbaren-Anteil von 37 Prozent, nach 33 Prozent in 2025.
Noch ist die Wasserkraft die weltweit wichtigste erneuerbare Stromquelle. Die Photovoltaik holt aber stark auf und dürfte sie zum Ende des Jahrzehnts überholen. Für 2026 erwartet die IEA, dass die Photovoltaik 3.289 Terawattstunden Strom liefert (Wasserkraft: 4.536 Terawattstunden). Damit überholt sie die Windenergie, die in diesem Jahr auf 2.898 Terawattstunden kommt. Die Photovoltaik legt 2026 um 613 Terawattstunden zu, die Windenergie um 172 Terawattstunden.
Bei den fossilen Energien geht die IEA davon aus, dass die Kohleverstromung in diesem Jahr mit knapp 11.000 Terawattstunden leicht zunehmen wird. Bei Gaskraftwerken rechnet sie aufgrund der gestiegenen Brennstoffkosten mit einer Stagnation. Sie liefern 2026 knapp 7.000 Terawattstunden Strom. Bei der Atomenergie verzeichnet die IEA ein leichtes Plus, sie kommt in diesem Jahr auf gut 3.000 Terawattstunden – also etwas weniger als die Photovoltaik-Anlagen liefern. Die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung steigen 2026 um ein Prozent.
Stromnachfrage steigt schneller
Darüber hinaus erwartet die IEA, dass die globale Stromnachfrage 2026 um 3,6 Prozent und 2027 um 3,8 Prozent steigen wird. Im Vorjahr lag der Wert bei drei Prozent. Als Ursache nennt sie das industrielle Wachstum, die zunehmende Verbreitung von elektrischen Haushaltsgeräten, Elektrofahrzeugen, Klimaanlagen und Wärmepumpen sowie den Bau neuer Rechenzentren. Auf Länderebene sticht Indien mit einem Plus von sieben Prozent in diesem Jahr hervor. China benötigt 5,5 Prozent mehr Strom, die USA sowie die EU etwa zwei Prozent. Die Zahlen könnten jeweils noch höher ausfallen, abhängig vom Kühlbedarf in Folge des El-Niño-Phänomens und der allgemeinen Erderhitzung.
Zudem beobachtet die IEA, dass die Zahl der Stunden mit negativen Börsenpreisen in vielen Ländern und Regionen zunimmt. Namentlich nennt sie Spanien, Südaustralien und Kalifornien. In Schweden und Finnland sank die Zahl dagegen. Die IEA führt dies auf eine stärkere Flexibilisierung von Einspeisung und Verbrauch zurück.
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