Handreichung zu Moor-Photovoltaik veröffentlicht
Seit dem EEG 2023 wird die Photovoltaik-Erzeugung auf wiedervernässten Moorböden gefördert. War in der ersten Zeit nach der Einführung das Thema auf vielen Veranstaltungen zu finden, ist es mittlerweile eher wieder ruhig geworden. Mit einer Handreichung soll sich dies nun wieder ändern, denn das technische Potenzial für die Moor-Photovoltaik-Anlagen hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE mit 134 bis 268 Gigawatt deutschlandweit ermittelt. Etwa 334.500 Hektar durch die landwirtschaftliche Nutzung entwässerte und degradierte Moorflächen ohne naturschutzrechtliche Einschränkungen stehen demnach für die Erzeugung von Solarstrom zur Verfügung.
Die Handreichung, die sich an landwirtschaftliche Betriebe, Photovoltaik-Unternehmen und die öffentliche Verwaltung richtet, gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik von Moor-Photovoltaik-Anlagen. Dabei werden auch Empfehlungen für Planung, Umsetzung, Wartung und Rückbau gegeben. Zudem enthält die Handreichung Handlungsempfehlungen an die Politik, blickt auf technische Herausforderungen und den rechtlichen Rahmen.
Mit der Wiedervernässung können die Treibhausgasemissionen der für landwirtschaftliche Zwecke entwässerten Böden deutlich reduziert werden. »Aktuell sind rund 70 Prozent aller ehemals intakten Moore in Deutschland für landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt, sie verursachen knapp 7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands«, sagt Agnes Katharina Wilke, Projektleiterin des Forschungsvorhabens „MoorPower“ am Fraunhofer ISE.
So werde eine Wiedervernässung von 50.000 Hektar degradierter Moorfläche pro Jahr angestrebt, um die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig würde Moor-Photovoltaik auch für landwirtschaftliche Betriebe und Flächeneigentümer eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnen sowie die Flächendruck für den weiteren Ausbau der Photovoltaik mildern. »Wichtig ist, für die Doppelnutzung aus Moorböden und Photovoltaik nur entwässerte und stark degradierte Flächen zu erschließen«, sagt Franziska Tanneberger, Leiterin des Greifswald Moor Centrum und Wissenschaftlerin an der Universität Greifswald. »Naturschutzfachlich wertvolle Moore und Moorböden innerhalb gesetzlicher Schutzgebiete sollten ausgenommen sein«, fordert sie weiter. Selbst dann bleibe das Potenzial für Moor-Photovoltaik groß. Allein in Mecklenburg-Vorpommern gebe es degradierte, landwirtschaftlich genutzte Moorböden ohne naturschutzrechtlich einschränkende Schutzauflagen mit insgesamt mehr als 85.000 Hektar. Neben der norddeutschen Tiefebene finden sich auch im Alpenvorland verbreitet kohlenstoffreiche Torfböden. Moore bedecken fünf Prozent der Landesfläche Deutschlands. Da fast alle entwässert sind, sind sie von außen nur schwer als Moor erkennbar.
Die Handreichung hat das Fraunhofer ISE in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald, der Humboldt-Universität zu Berlin, Becker Büttner Held, Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater und dem Institut für Landwirtschaftsrecht der Georg-August-Universität Göttingen erstellt. Unterstützt wurde es vom Projekt „MoorPower“, dessen Arbeiten vom Bundesforschungsministerium gefördert werden.
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Vielen Dank, eine sehr interessante Perspektive. Da Pflanzen max. 5% des Sonnenlichts verwerten können, verbleibt unter den PV-Panels noch ausreichend Licht für die Pflanzen. Die PV-Panels liefern den Schatten, den sonst die lichte Bebuschung der Moore für die eigentlichen Moorpflanzen liefern.
Technische Machbarkeit sagt alles. Wirtschaftlich ist Moor-Power nämlich eher nicht. Darum ist es sehr still im Moor in Sachen PV geworden. Möge es so bleiben, denn irgendwer müsste den Moor-Strom bezahlen. Jedwede Subventionierung von Einspeisetarifen bei PV-Anlagen aller Art ist nicht mehr notwendig. Wenn eine PV-Anlage sich nicht rechnet, möge sie bitte nicht errichtet werden.