Ariadne-Report verzeichnet sinkende Heizkosten – vor allem bei Wärmepumpen
Die Wärmepumpe war 2025 erstmals die in deutschen Haushalten am häufigsten neu eingebaute Heizungsart. Nicht nur die Förderung durch die Bundesregierung dürfte der Grund dafür sein, dass mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizungen auch im Gebäudebestand allmählich auf dem Rückzug sind.
Dies ist ein zentrales Ergebnis der neuen Ausgabe des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Kopernikus-Projekts Ariadne auf Basis des „Wärme- & Wohnen-Panels“. Das Panel ist eine zum mittlerweile fünften Mal durchgeführte Erhebung, bei der jährlich 15.000 Haushalte zu ihrer Heiz- und Wohnsituation befragt werden. Themen sind der Stand energetischer Maßnahmen, die finanzielle Belastung durch Haushaltsenergie und die Einstellung zur CO2-Bepreisung. Den Report zu der im vergangenen Herbst durchgeführten Erhebung haben nun das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und das Institut der deutschen Wirtschaft vorgelegt.
„Während der Einbau von Wärmepumpen beim Heizungstausch im Gebäudebestand seit 2021 stark angestiegen ist, hat sich der von Heizkesseln halbiert“, sagt PIK-Forscher Anton Knoche, Hauptautor der Studie. „Dies deutet darauf hin, dass sich die fortgesetzte Förderung für Wärmepumpen durch die Bundesregierung positiv auf Investitionsentscheidungen auswirkt.“ Als attraktivitätssteigernden Faktor nennt Knoche auch die Kühlfunktion moderner Wärmepumpen.
Fernwärme ist am teuersten
Laut Ariadne-Repost stieg der Anteil der befragten Haushalte, die eine neue Wärmepumpe installiert haben, von 0,8 Prozent im Jahr 2021 auf 1,9 Prozent im Jahr 2025; auch 2024 war dieses Niveau bereits erreicht. Bei fossil betriebenen Heizungen war der Verlauf andersherum, hier betrug die Quote 2021 noch 3,0 Prozent, 2025 hingegen 1,4 Prozent. Nur 0,1 Prozent der befragten Haushalte stiegen 2025 auf Fernwärme um, diese Quote war nur 2022 mit 0,2 Prozent nicht ganz so niedrig wie in den sonstigen Jahren.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind aber sicherlich auch die Heizkosten. Dem Report zufolge sind diese 2025 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt rückläufig, sie sanken 2025 im Mittel von 17,70 auf 17,00 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Haushalte mit Wärmepumpe zahlten dabei aber mit 12,20 Euro pro Quadratmeter nicht nur am wenigsten, sondern verzeichneten mit -11,7 Prozent auch den deutlichsten Rückgang. Gas (16,20 Euro je Quadratmeter) und Öl (17,10 Euro) waren nicht nur deutlich teurer, sondern verzeichneten auch nur 4 bis 5 Prozent Kostenreduktion gegenüber dem Vorjahr. Kritisch ist die Situation für Fernwärmekunden: Sie zahlten mit 20,90 Euro am meisten und mussten obendrein auch eine Steigerung um 2,5 Prozent hinnehmen.
Hinsichtlich der Einstellung zum CO2-Preis ergibt der Report ein geteiltes Bild: Nur 35 Prozent der Befragten befürworten dieses Instrument, ebenso viele wie ein und zwei Jahre zuvor. Ebenfalls 35 Prozent lehnen den CO2-Preis ab. Klimaschutz generell finden aber 77 Prozent wichtig. „Die Menschen wollen Klimaschutz, machen sich aber verständlicherweise Sorgen um die Kosten und bezweifeln teilweise, dass der CO2-Preis überhaupt wirkt“, lautet die Schlussfolgerung von Kathrin Kaestner vom RWI, Mitautorin des Reports. Nach Einschätzung des Forschungsteams ist es deshalb wichtig, den CO2-Preis mit gezielter Kompensation und Regulierung zu ergänzen. Dies habe auch schon ein im März dieses Jahres erschienener Ariadne-Report zur Akzeptanz von Klimapolitik in Deutschland bestätigt: Denn auch wenn die CO2-Bepreisung wegen der zusätzlichen Kosten oft kritisiert werde, mache sie den Umstieg auf Wärmepumpen insgesamt attraktiver.
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