Europäischer Solarmonitor sieht weiterhin Dominanz lokaler Photovoltaik-Installateure
Viele Marktstudien greifen auf Schätzungen, Sekundärquellen und andere Hilfsmittel zurück. Selten wird dies allerdings so transparent offengelegt wie im „Solarmonitor“ des Zentrums Nachhaltige Transformation an der Quadriga Hochschule Berlin. Die jetzt zum dritten Mal vorgelegte Marktübersicht zum europäischen B2C- (Business to Customer-) Markt für Photovoltaik-Anlagen mitsamt zugehörigen Komponenten wie Wärmepumpen oder Energiemanagement soll die größten Anbieter auf diesem Gebiet ermitteln. Die Datenbasis der Studie ist aber, das erklären die Autoren selbst, „uneinheitlich und teilweise unvollständig“.
Grund dafür ist im Wesentlichen die mangelnde Auskunftsfreudigkeit der kontaktierten Anbieter: Rückmeldungen blieben vielfach aus „oder es wurde die Auskunft verweigert“, heißt es in der Marktstudie: „Daher mussten teilweise Schätzungen vorgenommen werden. Zusätzlich stützte sich die Datenerhebung auf Informationen aus Pressemitteilungen, Medienberichten und Unternehmenswebsites.“ Es gibt allerdings auch strukturell bedingte Schwierigkeiten der Abgrenzung, etwa bei großen Konzernen wie der französischen EdF, die zwar den Umsatz mit Photovoltaik-Installationen getrennt ausweist, hier aber nicht zwischen gewerblichen und privaten Anlagen unterscheidet. Und auch bei Akteuren wie beispielsweise Enerix, Energieversum oder 1Komma5° ist die Zahl der im Berichtsjahr 2025 neu installierten Anlagen entweder geschätzt oder gänzlich unbekannt.

Mit diesen Einschränkungen entstand eine Liste der größten europäischen B2C-Anbieter, auf der, wie schon im Vorjahr, Enpal, Eon und 1Komma5° das Spitzentrio bilden. EDF Solutions Solaires auf Platz vier ist der erste nicht-deutsche Akteur.
Große Akteure mit kleinem Marktanteil
Insgesamt werden im Solarmonitor zwölf B2C-Solarunternehmen in kurzen Abschnitten behandelt, außerdem gibt es Kapitel zu den fünf größten Wärmepumpenanbietern im Eigenheim-Segment; der Studie zufolge sind dies Enpal, Thermondo, Octopus Energy, 1Komma5° und Aira.
In der Analyse kommt die Marktübersicht indes selbst zu einem Schluss, der vor allem für die vielen kleineren, meist nur regional aktiven Konkurrenten der großen Anbieter zumindest in Deutschland interessant ist: „Es gibt bis heute keine Unternehmen mit einem wirklich dominanten europaweiten Marktanteil“. In Deutschland erreichen die Top-Ten-Anbieter zusammen (basierend auf Zahlen von 2024) nur rund 14 bis 17 Prozent Anteil am B2C-Markt, selbst Marktführe Enpal hält hier nicht mehr als vier Prozent. Für das gesamteuropäische B2C-Segment fehle es allerdings an belastbaren Daten.
Diversifikation ihres Angebots und Konsolidierung durch Übernahmen oder den Einstieg strategischer Partner – etwa des Finanzinvestors Pemberton bei der deutschen EKD im März 2025 – sind zwei typische Reaktionen darauf, dass auch für die großen Akteure der Eigenheim-Markt seit 2023 erheblich geschrumpft ist. Einen weitere Option definiert der Solarmonitor als „Strategische Neuausrichtung“ in Form verstärkter Bemühungen um Kooperationen mit lokalen Betrieben, wie sie Enpal etwa seit 2025 verstärkt vorantreibt. Dass letzteres nicht nur dem geschrumpften Marktvolumen geschuldet ist, unter dem ja auch die kleinen Akteure in mindestens gleichem Maße leiden, formuliert die Studie an anderer Stelle: Das Installationsgeschäft sei nun einmal „lokal-intensiv: Vertrieb, Planung, Installation und Service erfordern physische Präsenz sowie Vertrauen beim Kunden, was lokale Marken begünstigt“.Die Analyse steht zum kostenlosen Download bereit: Europäischer Solarmarkt Unternehmensmonitor 2026 (Benjamin Kupke, Torsten Oltmanns, Carl-Philipp von Stosch, Ute Preusse-Hüther).
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Früher hieß das:
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Heute heißt das:
Mit jedem Zug kommt ein Schlauer.