Green Flexibility legt FCA-Blueprint vor
Bislang fehlt ein Standard für den Abschluss von flexiblen Netzanschlussvereinbarungen, kurz auch FCA genannt. Eon kündigte kürzlich an, dass seine Verteilnetztöchter einen einheitlichen FCA für den Anschluss von Batteriespeichern bis zum Jahresende ausrollen wollen. Er basiert auf Erfahrungen von SH Netze für den Betrieb des Batteriespeichers von Eco Stor in Bollingstedt in Schleswig-Holstein.
Nun meldet ich auch Green Flexibility. Das Allgäuer Unternehmen hat vor einem Jahr begonnen, netzneutrale Speicher in Betrieb zu nehmen. Basierend auf der einjährigen Erfahrung mit dem Batteriespeicher in Immendorf mit 15 Megawatt Leistung und 33 Megawattstunden Kapazität, der nach den Vorgaben von Allgäu Netz betrieben wird, sowie aus 15 ausgehandelten FCAs mit verschiedenen Netzbetreibern in den vergangenen Monaten hat das Unternehmen nun einen „FCA-Blueprint aus der Praxis“ vorgelegt. Dabei habe sich gezeigt, welche Regelungen praktikabel sind, wo pauschale Vorgaben an ihre Grenzen stoßen und wie sich Netzsicherheit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit besser austarieren lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Blueprint sei eine „praxiserprobte Vorlage für künftige FCA-Vereinbarungen zwischen Speicher- und Netzbetreibern“. Im kommenden Jahr sollen auf dieser Basis im Gebiet von Allgäu Netz weitere große Batteriespeicher ans Netz gehen.
„Zu pauschale oder zu restriktive FCA-Vorgaben helfen dem Netz am Ende nicht weiter“, erklärt Volker Wiegand, Geschäftsführer von Allgäu Netz. „Sie können Flexibilität verhindern, statt sie gezielt nutzbar zu machen. Aus unserer Sicht braucht es deshalb praxiserprobte Modelle, die Netzsicherheit gewährleisten, aber Speicher nicht unnötig in ihrer systemischen Funktion beschneiden.“
Der FCA-Blueprint basiert auf einem realen Zusammenspiel von Speicher- und Netzbetreiber. Er beinhaltet insbesondere dynamische Leistungsbegrenzungen, ein Volllaststunden-basierten Einschränkungsmodell sowie eine systemische Steuerung der Regelleistung. Es werden Netzstabilität, Planungssicherheit und wirtschaftlicher Flexibilität kombiniert, wobei der Vorschlag einem standardisierten, parameterbasierten Ansatz folgt, der zwischen Netzneutralität und Netzdienlichkeit differenziert und Einschränkungen konsequent am tatsächlichen Netzzustand ausrichtet, wie es von Green Flexibility heißt.
„Die Vorschläge von großen Verteilnetzbetreibern zeigen beispielhaft, dass FCAs im Markt noch zu häufig als Einschränkungsinstrument gedacht werden – und nicht als intelligentes Betriebsmodell für netzverträgliche Speicherintegration“, sagt Wiegand weiter. „Die Verlagerung der Prognoseverantwortung auf Speicherbetreiber ist nur ein Beispiel dafür, wo aktuelle Ansätze zu kurz greifen. Wer netzsichere, transparente und diskriminierungsfreie Leistungsbegrenzungen will, muss diese Verantwortung dort verankern, wo die relevanten Netzdaten und die Systemverantwortung liegen: beim Netzbetreiber.“
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