Enervis-Batteriespeicher-Index: Im Mai bleiben die Erlöse in Deutschland auf hohem Niveau und steigen leicht an, getragen von ähnlichen Marktbedingungen wie im April
Seit einem Jahr veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme am Intraday-Markt als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Neue Erlöszahlen für Mai 2026
Nach dem bereits starken April blieben die erzielbaren Batteriespeicher (BESS)-Erlöse in Deutschland auch im Mai auf einem hohen Niveau und stiegen leicht weiter an. Die Erlöse erreichten rund 17.800 Euro pro Megawatt und lagen damit etwa 4 Prozent über dem April, jedoch rund 7 Prozent unter dem hohen Niveau des Mai 2025. Die Marktbedingungen blieben dabei insgesamt ähnlich wie im Vormonat. Die Spotmarkt-Spreads verharrten auf einem hohen Niveau, getragen von weiterhin relativ hohen Gaspreisen sowie einer weiterhin starken Photovoltaik-Erzeugung. Gleichzeitig verdeutlichten mehrere außergewöhnliche Preisereignisse erneut den Wert von Batteriespeichern und flexibler Vermarktung: So fielen die Day-ahead-Preise am 1. Mai zeitweise auf -500 Euro pro Megawattstunde, während sie am 28. Mai Spitzenwerte von etwa 467 Euro pro Megawattstunde erreichten. Auch die Regelleistungsmärkte trugen mit weiterhin relativ hohen FCR- und negativen aFRR-Preisen zu den hohen Erlösen bei.
Allgemeine Trends
Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den letzten 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im Mai 2025 mit 19.100 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5.700 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen. Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der Photovoltaik-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday Markt.
In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp über 12.500 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 150.400 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).
Erwartete Erlöse 2026
Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone Speichers im Jahr 2026 modelliert.

Für das Erlöspotenzial im Gesamtjahr liegt weiterhin unser Current Efforts Szenario Q2/2026 zugrunden Aktualisierung des Szenarios erfolgte in diesem Monat nicht. Die prognostizierten Erlöse liegen aktuell bei 164.600 Euro pro Megawatt. Es liegt etwa 9 Prozent über dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate. Die Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.
Über die Autoren:
Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.
Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.
Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.
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