Enpal und Roof+ wollen gemeinsam große Photovoltaik-Projekte im C&I-Segment umsetzen
Enpal will sein Geschäft deutlich mehr als bislang auf Projekte für Gewerbe- und Industriebetriebe (C&I) sowie Immobilieneigentümer ausweiten. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, in Deutschland zum führenden EPC-Anbieter für dieses Segment zu werden, wie es gegenüber pv magazine erklärte. Hierbei sollen gemeinsam mit Partnern auch die im C&I-Bereich oft nötigen, anspruchsvollen Konzepte für Anlagensteuerung und Energiemanagement umgesetzt werden.
Der Startschuss für die angestrebte Expansion ist in dieser Hinsicht allerdings noch vergleichsweise einfach: Gemeinsam mit dem auf Photovoltaik-Anlagen auf Parkplätzen und Logistikflächen spezialisierten Anbieter Roof+ mit Sitz in Bochum realisiert Enpal einen Solar-Carport mit 11 Megawatt Leistung auf dem rund 53.000 Quadratmeter großen Messeparkplatz P10 in Essen. Den Stromertrag von voraussichtlich etwa 11,5 Gigawattstunden jährlich nimmt der Projektträger, die Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV), komplett ab und nutzt ihn für den Bedarf der Stadt Essen. Die Anlage ist hierzu über eine Trasse an das Umspannwerk Kupferdreh angebunden. Ein Batteriespeicher ist zumindest derzeit noch nicht vorgesehen.
Viel ungenutztes Potenzial
Baugenehmigung und finale Investitionsentscheidung stehen nach Angaben von Enpal zwar noch aus, der Baustart wird aber für den Herbst dieses Jahres erwartet. Roof+ obliegen Gesamtleitung, Planung, Genehmigung, und Umsetzung. Enpal ist für die Installation der Anlage zuständig und mit seiner „Energie- und Digitalisierungskompetenz“ beteiligt. Roof+, ein Schwesterunternehmen der Bochumer Eisenhütte, nutzt seine Kompetenz in Sachen Stahlbau für Unterkonstruktionen mit großen Stützweiten oder anderen besonderen Anforderungen.
Nach ähnlichem Muster wollen die beiden Unternehmen weitere Projekte umsetzen, das Projekt in Essen markiert den Angaben zufolge den Beginn einer strategischen Partnerschaft. Das gemeinsame Angebot richtet sich unter anderem auch an Unternehmen, deren Gebäude nicht die erforderliche Größe oder Tragfähigkeit für die benötigte Photovoltaik-Leistung haben und die deshalb Park- oder Logistikflächen nutzen wollen.
Die Partnerschaft mit Roof+ erschließe „eine Fläche, die in Deutschland noch viel ungenutztes Potenzial mit sich bringt“, erklärt Franz Martin-Mayeur, Geschäftsführer der Gewerbesparte von Enpal. Philipp Oostenryck, Geschäftsführer von Roof+, ergänzt, sein Unternehmen könne als spezialisierter Generalunternehmer „Planung, Genehmigung, Stahlbau und Photovoltaik-Integration zu einer ganzheitlichen Energie-Infrastruktur“ umsetzen. Der Kunde für das Projekt in Essen, die EVV, will mit der Anlage „einen bedeutenden Teil des jährlichen Energieverbrauchs der städtischen Einrichtungen decken“, so Geschäftsführer Jochen Sander: „Somit kommen wir dem Ziel deutlich näher, CO2-neutral zu werden.“
15 Megawatt umgesetzt, 55 unter Vertrag
Die Gewerbesparte von Enpal ist nach Angaben des Unternehmens vor rund zwei Jahren gestartet und hat seither rund 70 Projekte mit circa 15 Megawatt Gesamtleistung umgesetzt. Derzeit seien 160 weitere Anlagen mit einem Volumen von rund 55 Megawatt vertraglich gesichert. Anders als in Essen gehören bei den meisten Projekten Batteriespeicher zum Konzept, erklärte das Unternehmen gegenüber pv magazine. Auch reine Batteriespeicherprojekte seien für C&I-Kunden möglich.
Zielgruppe der Gewerbesparte sind Unternehmen und Immobilieneigentümer mit geeigneten Flächen ab 100 Kilowatt, etwa mittelständische Betriebe, Logistik‑ und Produktionsstandorte sowie große Immobilienportfolios. Zum Angebot gehören dabei auch gesamtheitliche, auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Energiekonzepte. Über Partnerschaften will man Kunden zudem „Zugang zu einem KI‑gestützten Energiemanagement“ bieten.
Das Projekt in Essen – eine der größten Carport-Anlagen in Deutschland – ist von der installierten Leistung her zwar bislang noch ungewöhnlich für das Enpal-Portfolio. Das soll aber nicht unbedingt so bleiben. Generell sei im C&I-Bereich ein Trend zu größeren Anlagen zu beobachten, und für das eigene Angebot ist deshalb ganz bewusst keine Obergrenze für Photovoltaik-Leistung oder Batteriespeichergröße definiert.
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„Enpal …wollen … große Photovoltaik-Projekte im C&I-Segment umsetzen“
Aha, der private Markt ist „kahl gefressen“ und jetzt ist der C&I Markt dran 🥴