ITRPV: Weltweite Photovoltaik-Modullieferungen erreichten 2025 rund 706 Gigawatt
Die weltweiten Lieferungen von Photovoltaik-Modulen haben sich 2025 mit rund 706 Gigawatt auf dem Rekordniveau des Vorjahres stabilisiert. Das geht aus der 17. Ausgabe der International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) hervor, die auf Angaben von 38 Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette basiert. Nach den starken Preisrückgängen in den Jahren 2023 und 2024 stieg demnach der durchschnittliche Spotmarktpreis für kristalline Siliziummodule bis Ende 2025 gegenüber dem Vorjahresende um rund neun Prozent. Langfristig bestätigt die ITRPV jedoch den anhaltenden Kostensenkungstrend: Über den Zeitraum von 1976 bis 2025 lag die Lernrate der Modulpreise bei rund 26 Prozent. Die ITRPV-Roadmap kann kostenfrei beim VDMA heruntergeladen werden, dessen Fachabteilung Photovoltaik Produktionsmittel den Bericht alljährlich aktualisiert.
Technologisch bleibt die kristalline Silizium-Photovoltaik mit einem Marktanteil von etwa 98 Prozent klar dominierend. Innerhalb dieses Segments dominieren monokristalline Czochralski-Silizium-Wafer, wobei etwa 82 Prozent n-Typ-Wafer sind und damit p-Typ-Materialien übertreffen. Die Topcon-Technologie behauptete 2025 ihre Marktführerschaft, während p-Typ-Perc weiter an Bedeutung verliert. Für die kommenden Jahre erwartet die Roadmap wachsende Marktanteile für Silizium-Heterojunction-Zellen (SHJ) sowie Rückkontakttechnologien. Tandem-Siliziumzellen sollen den Prognosen zufolge nach 2027 in die Massenproduktion eintreten und innerhalb eines Jahrzehnts einen zweistelligen Marktanteil erreichen.

Auch bei den Produktionsprozessen setzt sich der Trend zur Materialeinsparung fort. Der Silberverbrauch für bifaziale Topcon-Zellen lag 2025 laut ITRPV bei etwa 10 Milligramm pro Watt, für SHJ-Zellen bei 12 Milligramm pro Watt. Bis Mitte der 2030er Jahre werden weitere deutliche Reduktionen erwartet, etwa auf 6,3 Milligramm pro Watt für Topcon- und 4,3 Milligramm pro Watt für SHJ-Zellen. Neben Effizienzsteigerungen gewinnt die Substitution von Silber zunehmend an Bedeutung, parallel zu Fortschritten in der Siebdrucktechnologie mit rekordniedrigen Fingerbreiten. Insgesamt wurden den Berechnungen zufolge im vergangenen Jahr rund 7.244 Tonnen Silber für die Modulproduktion benötigt – etwa 20 Prozent weniger als 2024 und rund 21 Prozent der weltweiten Silberförderung.
Bei den Fertigungstechnologien hat sich Laser Enhanced Contact Optimization (LECO) in der Topcon-Produktion weitgehend etabliert. Kombinationen aus homogenen Emittern und LECO erreichten 2025 einen Marktanteil von rund 74 Prozent; bis zum kommenden Jahrzehnt soll dieser auf etwa 86 Prozent steigen. Gleichzeitig gewinnt die Kantenpassivierung nach der Zelltrennung, etwa durch Passivated-Edge-Technologien, an Bedeutung, da sie zusätzliche Effizienzsteigerungen ermöglicht.
Auf Modulebene erwartet die Roadmap eine weitere Verbreitung großer Modulformate im Freiflächenbereich. Zudem werden Produktionsstätten mit Jahreskapazitäten von mindestens fünf Gigawatt künftig den Markt prägen, während Fabriken unter einem Gigawatt Kapazität voraussichtlich in Nischenanwendungen und regionalen Märkten bestehen bleiben. Die Analyse von Produktionsdaten wird sich laut Roadmap im kommenden Jahrzehnt grundlegend verändern, da zunehmende Datentransparenz und intelligente Assistenzsysteme stärker in Produktionsprozesse integriert werden. Als zentraler Treiber dieser Entwicklung gilt der verstärkte Einsatz fortschrittlicher Tracking-Technologien.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment