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Wie digitale Werkzeuge einen effizienten und zielgerichteten Netzanschlussprozess ermöglichen

Netzbetreiber sind mit einer Flut an Netzanschlussanfragen konfrontiert. Dabei werden häufig vielfache Anfragen für am Ende ein konkretes Projekt, das auch in die Umsetzung geht, gestellt. Mehr Transparenz über freie Netzkapazitäten kann den gesamten Netzanschlussprozess entscheidend verbessern: Digitale Lösungen liefern Antragstellern die notwendigen Informationen für eine zielgerichtete, verbindliche Anfrage an aussichtsreichen Standorten im Netz. Gleichzeitig reduzieren sie die Bearbeitungsdauer sowie den Personalaufwand bei den Netzbetreibern.
Stromnetz, Netzausbau, Freileitungsbau, Amprion
Wo und wann entstehen frei Kapazitäten im Netz? Wer einen Netzanschluss beantragt, wüsste das gern schon im Voraus. | Foto: Amrion GmbH

Damit die Energiewende gelingt, muss eine Vielzahl dezentraler Anlagen in die Stromverteilnetze integriert werden. Die Zahl der Anschlussgesuche von stationären Batteriespeichern und Rechenzentren boomt ebenfalls. Der Anschlussprozess dieser Anlagen wird zunehmend zum Flaschenhals für die Transformation unseres Energiesystems. Die freie Netzkapazität wird immer knapper und der Netzausbau benötigt Zeit.

Antragsteller, zum Beispiel Batteriespeicherentwickler, können die freien Kapazitäten jedoch meist nicht einsehen und die technische Machbarkeit eines Anschlusses somit nicht überprüfen, bevor sie eine Anschlussfrage stellen. Die Folge sind eine Vielzahl von teils spekulativen Anfragen, die sowohl bei Anlagenentwicklern als auch bei Netzbetreibern zu hohen Aufwänden und Frust führen.

Sowohl bei Antragstellern als auch bei Netzbetreibern gilt: Die mangelnde Transparenz über freie Netzkapazitäten kostet auf beiden Seiten Zeit, bindet Ressourcen und bremst letztendlich die Energiewende.

Transparenz beim Anschlussprozess

Was es braucht, damit der Anschlussprozess effizient und zielgerichtet stattfindet, sind moderne Softwarelösungen, welche die erforderliche Transparenz liefern. Digitalisierung und Automatisierung ermöglichen es Antragstellern, zunächst freie Netzkapazitäten selbstständig und unverbindlich zu ermitteln. So können sie für ihr Projekt geeignete Flächen identifizieren und die Kosten des Netzanschlusses abschätzen, bevor sie einen verbindlichen Antrag stellen.

Die Anfragen, die anschließend an die Netzbetreiber geleitet werden, sind qualitativ hochwertiger und realistisch. Das reduziert nicht nur den Aufwand seitens der Netzbetreiber, sondern lenkt Anfragen auch gezielt dorthin, wo tatsächlich Kapazitäten frei sind und ein Anschluss (volks-)wirtschaftlich sinnvoll ist.

Effiziente Anschlussprüfung

Die nachfolgende Anschlussprüfung ist oft langwierig: Da die Netze immer stärker ausgelastet werden, müssen Anfragen intensiver geprüft und komplexere Anschlussvarianten bestimmt werden. Wenn viele Prozesse noch manuell ausgeführt werden, ist das mit einem hohen Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Auch bei diesem Part des Netzanschlusses gibt es großes Potenzial zu digitalisieren und automatisieren: Beispielsweise ist eine teil- bis vollautomatisierte technische Bewertung der Anfragen sowohl für Erzeuger als auch für Verbraucher im Verteilnetz möglich.

Auf diese Weise verkürzt sich die Bearbeitungsdauer und verringert sich der Personalaufwand für Netzbetreiber deutlich. Gleichzeitig können digitale Lösungen auch die Ergebnisse verbessern: Denn auf Basis eines sogenannten digitalen Zwillings – eines digitalen Abbilds des Netzes und seines Zustands – können auch komplexere Anschlussszenarien oder flexible Netzanschlussvereinbarungen automatisiert und präzise analysiert werden.

So können Netzbetreiber die steigende Zahl der Anschlussanfragen bewältigen und komplexe Anschlussoptionen analysieren, wo eine rein manuelle Vorgehensweise scheitern würde. Die Antragsteller bekommen zudem deutlich schneller eine Rückmeldung vom Netzbetreiber.

Digitale Werkzeuge für einen schnelleren Netzanschluss

Für die Energiewende sind solche digitalen Werkzeuge von zentraler Bedeutung: Die Anschlussplanung von erneuerbaren Energien, Rechenzentren, Batteriespeichern und Co. darf nicht an intransparenten und langwierigen Prozessen scheitern. Antragsteller sollten unkompliziert auf alle Informationen zugreifen können, um eine qualitativ hochwertige, technisch machbare und verbindliche Anfrage zu stellen. Netzbetreiber wiederum sollten bei der Bearbeitung der Anfragen entlastet werden.

Digitale Werkzeuge helfen beiden Seiten: Sie ermöglichen Netzbetreibern einen effizienteren Anschlussprozess und bieten den Netzkunden Transparenz. So können dezentrale Anlagen rasch, zielgerichtet und mit weniger Aufwand angeschlossen werden. Das bringt schließlich auch die Energiewende weiter voran.

Envelio, Simon Koopmann

—- Simon Koopmann ist Mitgründer und Geschäftsführer von Envelio. Das 2017 gegründete Spin-off der RWTH Aachen ist Anbieter von Smart-Grid-Software. Unter dem Motto „Intelligente Netze für eine nachhaltige Zukunft weltweit” entwickeln Koopmann und sein Team Lösungen, die Stromnetze intelligenter und effizienter machen und damit die Grundlage für den Ausbau erneuerbarer Energien legen sollen. —-

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