The smarter E Europe antwortet mit Sonderschau auf den aktuellen politischen Gegenwind und die Dunkelflauten-Debatte
Viele, die schon länger in der Erneuerbaren-Branche aktiv sind, fühlen sich angesichts der aktuellen energiepolitischen Diskussion, in der auch die Abschaffung der Einspeisevergütung und der so genannte Redispatchvorbehalt gefordert wird, an frühere Auseinandersetzungen erinnert. Im Jahr 2013 hatte der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier mit seiner sogenannten Strompreisbremse heftige Debatten ausgelöst. In der Folge verschlechterten sich die Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich. „Dieses Mal verhält es sich anders“, sagt Markus Elsässer, Geschäftsführer des Unternehmens Solar Promotion, das die The smarter E Europe mit ausrichtet. Mit der Sonderschau „Renewables 24/7“ wollen die Veranstalter nun zeigen, dass eine sichere, zuverlässige, erneuerbare Energieversorgung rund um die Uhr technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Die Sonderschau ist nach Angaben der Veranstalter breiter angelegt als frühere Themenpräsentationen. Besucherinnen und Besucher finden sie in Halle C5. Sie soll nicht nur Technologien zeigen, sondern auch eine energiepolitische Botschaft transportieren: Die Energiewende sei weiter möglich, wirtschaftlich vernünftig und eine Chance für die europäische Industrie. „Es darf nicht geschehen, dass wir angesichts des politischen Gegenwinds nicht dagegenhalten“, sagt Elsässer. Ein Bestandteil dieses Gegenhaltens sei es, sichtbar zu machen, was die Erneuerbaren-Branche in den vergangenen Jahren erreicht habe.
Situation 2026 deutlich anders als 2013
Elsässer nennt drei Gründe, warum die Ausgangslage heute aus seiner Sicht anders ist als in früheren energiepolitischen Auseinandersetzungen. Der erste Grund seien die stark gesunkenen Kosten erneuerbarer Energien. Wie sich diese Kosten im Gesamtsystem auswirken, soll eine Begleitstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigen, die am ersten Messetag vorgestellt wird. Die Studie mit dem Titel „Kostenoptimale Transformation des deutschen Energiesystems bis 2045“, soll am Beispiel Deutschland auch darstellen, wie ein auf Erneuerbaren basierendes Energiesystem Versorgungssicherheit gewährleisten kann.
Der zweite Grund sei die stärkere Unterstützung aus der Industrie. Die Sonderschau wird von über 20 Industriesponsoren der Sonderschau unterstützt, unter anderem von Siemens. „Die Energiewende ist eine industriepolitische Chance“, sagt Elsässer. Elektrifizierung sei für die Wirtschaft ein Innovations- und Wachstumsmotor. In der Themenwelt „Industrie“ sollen deshalb Best-Practice-Beispiele zeigen, wie Unternehmen erneuerbare Energien, Speicher, Flexibilisierung und digitale Steuerung bereits nutzen.
Der dritte Grund sei die breitere gesellschaftliche und technologische Verankerung der Energiewende. Die Sonderschau wird von zwölf deutschen und europäischen Verbänden unterstützt. Aus Sicht der Veranstalter zeigt das: Die Erneuerbaren stehen heute weder als Branche noch als Technologie allein. Wärmepumpen, Elektromobilität, Batteriespeicher, Flexibilisierung, Sektorenkopplung und zunehmend auch bidirektionales Laden sind Teil eines größeren Energiesystems.
Gelegenheit zum Gespräch mit Branchenexperten
Die Sonderschau besteht nicht nur aus Exponaten und Schautafeln, sondern soll auch ein Ort für Diskussionen sein. Solar Promotion hat dafür bekannte Branchengrößen wie den Buchautor Tim Meyer gewonnen, die die Themenbereiche betreuen, um mit Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Auf einem Podium werden am Dienstag unter anderem der Medienexperte Christian Stöcker und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer zum Thema „Die Energiewende scheitert nur im Kopf“ diskutieren.
Dabei könnten sich die Besucherinnen und Besucher auch davon überzeugen, so Elsässer, dass die „Mär von der Dunkelflaute“ nicht den Tatsachen entspreche und die Versorgung – gezeigt am Beispiel Deutschland – auch funktioniere, wenn mal keine Sonne scheine und kein Wind wehe. Ein erneuerbares Energiesystem sei zuverlässig und robust, technisch machbar sowie wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvoll. Die Sonderschau soll deshalb auch verbreitete Einwände gegen eine vollständig erneuerbare Energieversorgung adressieren. Wie wichtig Solar Promotion das Thema ist, zeigt auch ein eigens produzierter 40-minütiger Film zur Sonderschau. Der Trailer ist bereits verfügbar.
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