Corona-Krise untermauert Notwendigkeit von großen Photovoltaik-Produktionen in Europa

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Der VDMA hat am Donnerstag nochmals darauf aufmerksam gemacht: Eine Produktion von Photovoltaik-Produkten in Europa ökologisch und vor allem ökonomisch machbar ist – und zwar ohne Subventionen. Die Sektion Photovoltaik-Produktionsmittel des Verbands und das Fraunhofer ISE haben bereits im vergangenen Jahr dies mit Zahlen in einer gemeinsamen Studie unterlegt. Dabei geht es um die Wiederansiedlung einer voll integrierten Photovoltaik-Produktion mit mindestens fünf Gigawatt Jahreskapazität in Europa.

Als zusätzliches Argument, warum es in Europa wieder eine Photovoltaik-Produktion entlang der Wertschöpfungskette braucht, liefere die Corona-Krise. Sie habe die Lieferketten-Problematik deutlich gemacht. Da der überwiegende Teil der Komponenten in China und anderen asiatischen Ländern gefertigt wird, kam es während des Lockdowns zeitweise zu Engpässen – zum einen für die noch verbliebenen Modulhersteller hierzulande, die auf Vorprodukte wie Zellen angewiesen sind. Zum anderen waren Projektierer betroffen, deren bestellte Modulware nicht aus Übersee geliefert werden konnte. All dies – gepaart mit dem erwarteten Wachstum der Photovoltaik-Nachfrage in Europa in den kommenden Jahren – nach Europa als Produktionsstandort attraktiv, wie es vom VDMA weiter heißt. Der Verband rechnet dabei wegen der Sektorenkopplung und der Herstellung von grünem Wasserstoff damit, dass in den europäischen Ländern ein jährlicher Zubau von rund 100 Gigawatt Photovoltaik notwendig wird.

Das Wiederaufleben der Photovoltaik-Wertschöpfungskette hat in den vergangenen Monaten als Thema deutlich an Fahrt gewonnen. So gibt es bereits mehrere Initiativen und Zusammenschlüsse in Europa, die eine Wiederansiedlung der Solarindustrie forciert vorantreiben, etwa die Aktion „Solar act now“ vom IPVF-Institut in Frankreich und auch die „Solar Manufacturing Accelerator“-Initiative. Aus Sicht des VDMA braucht es drei strategische Achsen, um das Ziel zu erreichen. Dies sei ein ambitioniertes Forschungs- und Entwicklungsprogramm mit Fokus auf die Märkte, die Entwicklung von kollaborativen Technologieplattformen sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen, die faire Wettbewerbsbedingungen, finanzielle Stabilität und Nachhaltigkeit des entstehenden Ökosystems, integriert in die europäische Kreislaufwirtschaft, gewährleisten.

Doch auch direkt aus der Industrie gibt es erste Initiativen. So prüft der Schweizer Technologiekonzern Meyer Burger derzeit den Aufbau einer Gigawatt-Fabrik für seine Heterojunction-Module in Deutschland. REC wiederum hat den Aufbau einer großen Fertigung in Frankreich in den Blick genommen.