Energiewirtschaft hat 2019 in Deutschland insgesamt 15,5 Milliarden Euro investiert

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Etwa 23 Prozent der gesamten Investitionen der Industrie in Deutschland entfielen 2019 auf Unternehmen der Strom- und Gasversorgung. Insgesamt investierte die Energiewirtschaft im vergangenen Jahr etwa 15,5 Milliarden Euro. Das zeigt der neue Investitionsbericht des Bundesverbandes der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft BDEW.

Mit einem Anteil von 60 Prozent machten die Netze 2019 das Gros der Investitionen aus. Ein Drittel entfiel auf die Erzeugung. Für 2020 rechnet der BDEW damit, dass die Investitionen auf gut elf Milliarden Euro fallen werden. Für die Netze prognostiziert der Verband einen Anteil von 69 Prozent, für die Erzeugung von 23 Prozent. Die Investitionen in die Erzeugung sind seit dem höchsten Stand 2014 rückläufig.

Die Investitionen in Zähler und Messgeräte haben sich dagegen seit 2016 mehr als verdoppelt, vor allem wegen der stark zunehmenden Implementierung von Smart Metern. Insgesamt 300 Millionen Euro entfielen 2019 darauf. Die Investitionen in diesem Bereich dürften in den kommenden Jahren weiter steigen, erwartet der BDEW.

Mit der Gesamtsumme von 15,5 Milliarden Euro investierte die Energiebranche fast doppelt so viel wie der Maschinenbau und mehr als Metallerzeugnis-, Chemie- und Nahrungsmittelindustrie zusammen. Lediglich der Fahrzeugbau investierte mit 16,6 Milliarden Euro noch etwas mehr.

Die Investitionsquote, also das Verhältnis der Investitionssumme zum Gesamtumsatz, lag bei den Unternehmen der Elektrizitäts- und Gasversorgung bei 13,9 Prozent. Etwa jeder achte eingenommene Euro wurde also wieder investiert. Zum Vergleich: In der gesamten deutschen Industrie wird beträgt die Investitionsquote nur 3,3 Prozent. Bei der Investitionsintensität, also dem Verhältnis von Investitionssumme zur Zahl der Beschäftigten, liegt die Energiewirtschaft mit 87.475 Euro klar an Nummer eins. Sie ist hier mehr als achtmal so hoch wie im Durchschnitt der deutschen Industrie (10.236 Euro).

„Die Investitionszahlen zeigen, welche große Bedeutung die Unternehmen der Elektrizitäts- und Gaswirtschaft für die deutsche Volkswirtschaft haben“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Mit ihren jährlichen Milliardeninvestitionen leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Standortes Deutschland. Investitionen der Energiebranche, gerade bei Netzen, Photovoltaik, Windkraft, Mobilität und Wärmeversorgung liefern zudem den Mehrwert, dass sie zur Daseinsvorsorge und zur Wertschöpfung vor Ort beitragen.“

Gerade in Hinblick auf die derzeit diskutierten Konjunkturprogramme zur Abfederung der Folgen der Corona-Pandemie sei die Investitionstätigkeit der Energiewirtschaft ein wichtiger Faktor. „Die Unternehmen können und wollen weiter in eine nachhaltige Energieversorgung investieren.“ Die Branche könne so zu einem Grundpfeiler der wirtschaftlichen Erholung werden. Hierfür sei es aber essenziell, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen möglichst ohne Verzug in reale Investitionen umgesetzt werden kann und nicht weiter durch regulatorische Hemmnisse gebremst wird.