Bundesnetzagentur legt Trassenkorridor für zweiten Abschnitt von Suedostlink fest

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Suedostlink kommt voran: Die Bundesnetzagentur hat die Trasse für den zweiten Teil der Gleichstrom-Verbindung bekannt gegeben. Sie verläuft über 137 Kilometer vom oberfränkischen Hof bis nach Schwandorf in der Oberpfalz. Der Trassenkorridor ist 500 bis 1.000 Meter breit. Suedostlink wird in diesem Abschnitt in ganzer Länge als Erdkabel realisiert. Den Trassenverlauf für den ersten Abschnitt der Verbindung von Naumburg/Eisenberg bis zum Ländereck Thüringen, Bayern und Sachsen bei Gefell hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Oktober festgelegt.

Suedostlink beginnt in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und endet im bayerischen Landshut. Das Gesamtvorhaben besteht aus insgesamt vier Abschnitten. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Die Korridore in den verbleibenden Abschnitten Wolmirstedt – Eisenberg und Schwandorf – Landshut werden voraussichtlich im ersten Quartal 2020 genehmigt.

Die Bundesnetzagentur folgt in ihrer Festlegung für den zweiten Abschnitt in weiten Teilen dem Vorschlag des zuständigen Netzbetreibers Tennet. Der Vorschlag berücksichtigt Ergebnisse der Antragskonferenz sowie Anforderungen der Bundesnetzagentur. Die Behörde hat jedoch bei Marktredwitz einen abweichenden Trassenkorridor festgelegt. Grund dafür ist, dass sie den von Tennet vorgeschlagenen Verlauf für wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig hält.

Eine Forderung aus den Antragskonferenzen hat die Bundesnetzagentur nur in sehr begrenztem Maße erfüllt: die Bündelung der Trasse mit der Autobahn A93. Eine Prüfung verschiedener Alternativen habe ergeben, dass dies auf ganzer Strecke wegen räumlicher Einschränkungen nicht möglich ist. So hätte sich der Trassenkorridor bei enger, durchgehender Bündelung einigen großen Siedlungs- und Gewerbegebieten angenähert. Auch hätten zahlreiche Wasserschutzgebiete und Natura-2000-Gebiete gequert und über längere Strecken Waldschneisen geschlagen werden müssen. Auch die bewegte Geländetopographie habe gegen eine Bündelung gesprochen. Die Naab hätte gequert werden müssen, ebenso zahlreiche Täler und Hangeinschnitte mit entsprechenden Trog- und Dammlagen der Autobahn. Insgesamt wären viele Unterquerungen der A 93 notwendig gewesen, um diesen Konflikten auszuweichen, so die Bundesnetzagentur. Deshalb verläuft die Trasse nur auf zehn Kilometern entlang der Autobahn – östlich von Gattendorf bei Hof.

Nach Abschluss der Bundesfachplanung folgt nun das Planfeststellungsverfahren. In diesem Genehmigungsschritt werden der genaue Leitungsverlauf innerhalb des Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung festgelegt. Tennet hat den Antrag auf Planfeststellung nach Kenntnissen der Bundesnetzagentur bereits parallel zum Bundesfachplanungsverfahren vorbereitet und dürfte diesen in Kürze einreichen.

„Die Festlegung des Korridors für den Suedostlink ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Projekts“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir liegen mit den Genehmigungsverfahren für die großen Stromleitungen gut im Zeitplan.“ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier spricht von einem „wichtigen Fortschritt beim Netzausbau“.

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