Die europäische Solarindustrie kann die Korken knallen lassen: Die neu installierte Leistung wächst 2019 EU-weit um insgesamt 16,7 Gigawatt – ein Anstieg um 104 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem 8,2 Gigawatt dazu kamen. Damit ist das laufende Jahr das stärkste seit 2010, vermeldet der Branchenverband Solarpower Europe in seinem „EU Market Outlook for Solar Power“.
Das erste Mal seit 2008 hat sich Spanien wieder an die Spitze des Marktes gesetzt – hier kommen 4,7 Gigawatt hinzu. Dahinter folgen Deutschland (4 Gigawatt), die Niederlande (2,5 Gigawatt), Frankreich (1,1 Gigawatt) sowie Polen, wo sich die Neuinstallationen binnen Jahresfrist auf 784 Megawatt vervierfacht haben. Die Zeichen stehen EU-weit günstig für die Photovoltaik: In 26 der 28 Mitgliedsstaaten steigt die installierte Leistung 2019. Zum Jahresende werden in der EU 131,9 Gigawatt installiert sein, insgesamt 14 Prozent mehr als Ende 2018 (115,2 Gigawatt). „Wir sind in eine neue Ära des Photovoltaik-Wachstums getreten“, jubelt Walburga Hemetsberger, CEO von Solarpower Europe.
Michael Schmela, Executive Advisor and Head of Market Intelligence bei Solarpower Europe, ist überzeugt, dass 2019 den Beginn eines lang anhaltenden Aufwärtstrends markiert. „Die nächsten Jahre werden phänomenal für die Photovoltaik in Europa“, prognostiziert Schmela. Solarpower Europe erwartet, dass die Neuinstallationen 2020 um 26 Prozent auf 21 Gigawatt steigen werden. Für 2021 rechnet der Verband mit einem Zubau von 21,9 Gigawatt, für 2022 mit 24,3 Gigawatt. Im Folgejahr würden gar 26,8 Gigawatt zugebaut.
Als Gründe für den Boom nennt Aurélie Beauvais, Policy Director von Solarpower Europe, vor allem zwei Entwicklungen – die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik, die mittlerweile oftmals die günstigste Erzeugungstechnologie ist, sowie den Umstand, dass die EU-Mitglieder ihre verbindlichen Erneuerbare-Energien-Ziele für 2020 erreichen müssen. Zudem hätten die Mitgliedsstaaten die Vorgabe für 2030 – ein Erneuerbare-Energien-Anteil von 32 Prozent – im Auge. „Viele nationale Regierungen setzen mehr und mehr auf die kostengünstige Photovoltaik, um ihre Ziele zu erfüllen“, sagt Beauvais.
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Einen besseren Beweis für die brutale Bremswirkung der „Lex Solarworld“- Zölle 2013-2018 kann es nicht geben. Solarpower und die SAFE- Initiative lagen mit ihren Prognosen (ein Boom nach dem Auslaufen der Zölle) also mehr als richtig.
Über Jahre haben diese Zölle den Klimaschutz und die Entwicklung der Branche extrem ausgebremst. Etliche tausend Arbeitsplätze in der Wertschöpfungskette wurden dadurch vernichtet.
Und die Nutznießer der Zölle wie Solarworld haben daraus exakt garnichts gemacht.
Zum Glück ist das Geschichte- freuen wir uns über das Wachstum welches sicher weitergehen wird und die vielen neuen Arbeitsplätze die schon jetzt in der EU so neu entstanden sind.
Die „Nutznießer“ wie Solarworld mussten ja auch Einfuhr-Zoll für Solarglas zahlen. Natürlich hätten sie stattdessen grünlich-trübe Gläser aus europäischen eisenreichen Sand wählen können, aber dann wären sie noch schneller verschwunden. Faktisch waren sie gezwungen, Zoll auf Glas zu zahlen. Ist ja auch naiv zu glauben, Sand würde eisenärmer, wenn es Zoll auf Solarglas gibt.
Das macht deutlich, dass die Einfuhrzölle auf Solarglas, -Zellen und -Module nur den alten Kohle- und Atomstrom-Erzeugern genutzt haben.