AG Energiebilanzen: Energieverbrauch im Minus und Erneuerbare im Aufwind

Teilen

Nach den vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Energiebilanzen lag der Primärenergieverbrauch in Deutschland in den ersten sechs Monaten 2019 bei 6536 Petajoule. Dies sei ein Rückgang um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders starke Rückgänge seien bei der Kohlenutzung zu verzeichnen. So sei der Beitrag der Braunkohle um 18,4 Prozent und der Steinkohle um 15,1 Prozent gesunken. Der Anteil der Kernenergie lag 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Alle anderen Energieträger steigerten hingegen ihren Beitrag. Um vier Prozent konnten die Erneuerbaren zulegen, wie die AG Energiebilanzen am Dienstag veröffentlichte. Bei der Windkraft habe es dabei ein Plus von 18 Prozent und bei der Solarenergie von fünf Prozent zu verzeichnen. Die Biomasse erlebte hingegen leichte Rückgänge und die Wasserkraft lieferte ein Prozent mehr Strom. Insgesamt kommen die erneuerbaren Energien nach den Berechnungen auf einen Anteil von 15,2 Prozent am gesamten Energieverbrauch – im ersten Halbjahr 2018 waren es noch 14,4 Prozent.

Den größten Anteil mit einem Drittel verzeichnete das Mineralöl. Erdgas folgt mit einem Anteil von 26,7 Prozent auf Platz zwei. Damit legten beide Energieträger im Jahresvergleich zu. Die Braunkohle verliert fast zwei Prozent Anteile und kommt noch auf 9,2 Prozent und die Steinkohle auf 9,0 Prozent. Die AKW lieferten zwar weniger Strom, angesichts des gesunkenen Energieverbrauchs stieg der Anteil aber leicht auf 6,1 Prozent an.

Die Verluste bei der Braunkohle führt die AG Energiebilanzen vor allem auf die gestiegene Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, die Überführung weiterer Kraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft, eine größere Zahl von Kraftwerksrevisionen sowie die Auswirkungen des Rodungsstopps im Hambacher Forst auf die Braunkohlenförderung zurück. Zudem sei auch die erhöhte Stromerzeugung aus Erdgas zu Lasten der Kohle gegangen.