Smart Power übernimmt Speichererprobung in Modellgemeinde „Energy Neighbor“

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Im Zuge der Energiewende gewinnen Speicher immer mehr an Bedeutung. Sie sind geeignet, die schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Windkraft auszugleichen. In der Praxis werden derzeit verschiedene Modelle für den technischen und wirtschaftlichen Einsatz von Speichern erprobt. Bereits 2015 hatte die Technische Universität (TU) München das Verteilnetz im bayerischen Moosham als Testfeld ausgesucht und in Kooperation mit den Haager Kraftwerken und mit Unterstützung der Staatsregierung in München das Modellprojekt „Energy Neighbor“ gestartet.

Fünf Jahre lang sind nun Messkonzepte erprobt sowie ein auf die Bedürfnisse des Netzes abgestimmter Speicher projektiert worden, um Erfahrungen zu sammeln. Aufbauend auf den gelieferten Erkenntnissen soll der Speicher nun für neue Aufgaben im Bereich der Forschung der TU München fit gemacht werden. Dazu werde er an einen neuen Standort verlegt und im Laborumfeld für den Second-Life-Betrieb getestet.

Die Haager Kraftwerke wollen die geschaffene Infrastruktur und den extra eingerichteten Netzanschluss in Moosham jedoch auch künftig für innovative Projekte nutzen. Als neuer Partner kommt dabei nun die Smart Power GmbH aus dem bayerischen Feldkirchen ins Spiel, die bereits Projekte im Megawatt-Maßstab realisiert hat. Das Unternehmen schloss nach eigenen Angaben einen Kooperationsvertrag mit den Haager Kraftwerken für die weitere Speichererprobung in Moosham.

Smart Power will den Standort Moosham ab demnächst für Praxistests des 2019 neu entwickelten „Smart Power Cube“ nutzen. Der TÜV Nord werde die Erprobung begleiten. Das Speichersystem mit Leistungen bis zu 220 Kilowatt sei speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Gewerbebetriebe zugeschnitten worden. Zudem lasse er sich auch für die Pufferung von Schnellladestationen nutzen, die im Zuge der Energiewende im Verkehr verstärkt installiert werden.

Wie schnell die Entwicklung im Speichersektor voranschreitet, zeigt sich in Moosham auch ganz plastisch. Für den neuen Batteriespeicher von Smart Power wird nur noch eine Fläche von rund drei Quadratmetern gebraucht und damit nur noch ein Fünftel dessen, was der Schiffscontainer der TU München beanspruchte. Doch auch der „Energy Neighbor“ gehört nach fünf Jahren noch nicht zum „alten Eisen“ und wird wieder bei einem der gemeinsamen Förderprojekte von Smart Power und der TU München zum Einsatz kommen, wie es weiter hieß.