Dena fordert verbesserte Rahmenbedingung für die Power-to-Gas-Technologie

Die Umwandlung von Strom zu Wasserstoff (Power-to-Gas) ermöglicht, Energie aus den volatilen erneuerbaren Energien in großem Maßstab zu speichern und könnte der Energiewende so den Durchbruch verhelfen. In der am Montag veröffentlichten „Roadmap Power-to-Gas“ fordert daher die Deutsche Energieagentur (Dena) eine Verbesserung der Rahmenbedingung und mehr Offenheit gegenüber dieser viel versprechenden Technologie.

Nach kürzlich veröffentlichten Studien ist der CO2-Ausstoß im Jahr 2016 nochmals gestiegen und liegt mit 906 Millionen Tonnen wieder auf dem Niveau von 2009. Demnach droht die Bundesregierung deutlich ihr Zusagen bei der Senkung der Emissionen zu verfehlen. Hauptproblem sei unter anderem, dass die Energiewende im Verkehrssektor nicht vorankomme, da die heutigen Batterietechnologien der Elektromobilität die benötigten Reichweiten nicht erreichten. Die Dena sieht gerade hier, wo bestehende Lösungen an Grenzen stoßen, die Chance für Power-to-Gas-Technologien.

Dabei werde Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse in Wasserstoff, beziehungsweise nach weiteren Schritten in Methan oder flüssige Kraftstoffe umgewandelt. Dieses erneuerbare Gas könne gespeichert, in bestehenden Pipelines einfach transportiert und anschließend in verschiedenen Anwendungsbereichen genutzt werden. So sei es möglich aus Solarstrom gasförmige oder flüssige erneuerbare Energieträger zu produzieren, die zur Reduzierung der CO2-Emissionen in allen Sektoren beitragen könnten.

In diesem Zusammenhang fordert die Dena das Potenzial von Power-to-Gas für die Energiewende voll auszuschöpfen. Dabei seien an mehreren Stellen Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen erforderlich, um einen fairen und technologieoffenen Wettbewerb zu ermöglichen. So müsse die Fuel Quality Directive der EU vollständig umgesetzt und im Bundesimmissionsschutzgesetz eine Unterquote für fortschrittliche Kraftstoffe verankert werden. Weitere Ansätze seien, die Förderung der Nutzung von Wasserstoff und synthetischem Methan im neuen Gebäudeenergiegesetz sowie ein Anerkennen erneuerbarer Gase in der Industrie im Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz. Die Roadmap zeigt dabei unter anderem Anwendungsbereiche und notwendige Schritte, damit Power-to-Gas dazu beitragen kann, das Energiesystem effizient und umweltverträglich umzubauen.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, wird die Roadmap offiziell am Dienstag auf der Jahreskonferenz der Strategieplattform Power-to-Gas vorstellen. Er betonte bereits im Vorfeld, welches Innovationspotenzial und Exportchancen die Power-to-Gas-Technologien für Deutschland mit sich bringe. „Die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff und Methan aus erneuerbarem Strom konnte in Deutschland in den vergangenen Jahren vielversprechend weiterentwickelt werden. Sowohl Start-ups als auch größere, etablierte Unternehmen testen bereits neue Technologien und Verfahren und entwickeln innovative Geschäftsmodelle“, so Kuhlmann. Aber auch andere Länder wie Japan und die USA arbeiteten an der Entwicklung dieser Technologien. Die deutsche Politik müsse daher jetzt handeln, wenn die internationale Vorreiterrolle beibehalten werden soll.