Vivint Solar stoppt Übernahme durch Sunedison

Vivint Solar, Inc. hat den Übernahmevertrag mit Sunedision aufgelöst. Sunedison habe gegen mehrere Punkte des Vertrags verstoßen, den die zwei US-Unternehmen im Juli 2015 geschlossen hätten, hieß es bei Vivint Solar am Dienstag zur Begründung, etwa zur Finanzierung der Übernahme. Darüber hinaus kündigte der Anbieter von privaten Photovoltaik-Dachanlagen an, alle rechtlichen Mittel nutzen zu wollen, um gegen mögliche vorsätzliche Verletzungen des Vertrags durch Sunedison vorzugehen.

Am 20. Juli 2015 hatten die beiden Unternehmen den Zusammenschluss in einem definitiven Kaufvertrag vereinbart. So wollte Sunedison 2,2 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Vivint Solar und damit sein Geschäft mit Photovoltaik-Dachanlagen in den USA stärken. Nach Angaben von GTM Research ist Vivint Solar der zweitgrößte Installateur von Dachanlagen in den USA, während sich Sunedison auf Kraftwerksprojekte konzentriert. Die US-Kartellbehörden hatten die Übernahme im August bereits genehmigt. Anschließend bildeten beide Unternehmen ein kleines Integrationsteam.

In der Folge geriet Sunedison jedoch in massive Schwierigkeiten. Im Oktober kündigte der US-Konzern den Abbau von weltweit rund 7300 Stellen an, was rund zehn Prozent der Mitarbeiter sind. Zudem sollten mit weiteren Maßnahmen die Geschäftstätigkeit optimiert werden. Insgesamt wolle Sunedison 30 Prozent seiner Gesamtkosten einsparen. Erst kürzlich verkündete das Unternehmen, die Schließung mehrerer Fabriken. Seit der Veröffentlichung des Übernahmevertrags mit Vivint Solar hat der Aktienkurs von Sunedison massiv an Wert eingebüßt. Lag er im Juli 2015 noch bei mehr als 30 US-Dollar, werden die Aktien derzeit für unter 2 US-Dollar gehandelt. (Sandra Enkhardt)