Singulus legt Restrukturierungskonzept für Anleihe vor

Die Singulus Technologies AG hat sich mit dem Gemeinsamen Vertreter der Gläubiger auf ein finanzielles Restrukturierungskonzept verständigt. Letzte Details zum Besicherungskonzepts sowie zur Höhe des Zinssatzes für die geplante neue Anleihe müssten noch ausgehandelt werden, teilte der Anlagenbauer aus Kahl am Main bereits am Montag mit. Dennoch hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, eine Anleihegläubigerversammlung für den 18. Januar 2016 und eine außerordentliche Hauptversammlung am 16. Februar 2016 einzuberufen, um über die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts zu entscheiden.

Den Anleihegläubigern der Teilschuldverschreibung 2012/2017 will Singulus vorschlagen, dass sie ihre Schuldverschreibungen an ein Kreditinstitut als Abwicklungsstelle gegen die Gewährung von Erwerbsrechten übertragen. Im Gegenzug erhielten die Anleihegläubiger das Recht zum Erwerb von entweder 96 neuen Aktien pro Schuldverschreibung oder einem Barausgleich, dessen Höhe sich nach dem Erlös aus der Verwertung der nicht erworbenen neuen Aktien richte. Zudem hätten sie das Recht zum Erwerb von entweder zwei Inhaber-Teilschuldverschreibungen mit einem Nennwert von je 100 Euro an der neuen Anleihe oder wiederum einem Barausgleich. Die neue besicherte Anleihe solle einen Gesamtnennwert von 12 Millionen Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren haben, teilte Singulus weiter mit. Die jährliche Verzinsung werde bei drei Prozent liegen.

Weitere Tagesordnungspunkte für die Gläubigerversammlung seien die Stundung der Zinsansprüche aus der Anleihe, die noch bis zum 23. März 2017 läuft. Die Ermächtigung und Bevollmächtigung des Gemeinsamen Vertreters, die bislang nicht erfolgte, da auf den zuvor einberufenen Gläubigerversammlungen kein beschlussfähiges Quorum erreicht wurde.

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung sollten dann die Aktionäre über den geplanten Schuldenschnitt entscheiden. Singulus wolle das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von knapp 49 Millionen Euro im Verhältnis 160 zu 1 im Zuge einer vereinfachten Kapitalherabsetzung auf 305.814 Euro senken. Danach sei eine Sachkapitalerhöhung um 5,76 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Inhaberaktien mit dem Nennbetrag von einem Euro geplant. Die derzeitigen Aktionäre seien davon aber ausgeschlossen, ihr Anteil an der Gesellschaft sinke nach dem Schnitt auf rund fünf Prozent. Zudem solle es zur Wiederherstellung einer soliden Eigenkapitalbasis und Zuführung von liquiden Mitteln, wie es bei Singulus weiter heißt, eine Barkapitalerhöhung um weitere gut zwei Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien im Nennwert von einem Euro geplant.

Singulus betonte, dass zunächst Gläubiger und Aktionäre dem Schuldenschnitt zustimmen müssten. Die Angaben seien daher vorläufig. Der Vollzug könne unter Voraussetzung der Zustimmung auf den Versammlungen voraussichtlich im Juli oder August kommenden Jahres erfolgen. Vorstand und Ausichtsrat häten zudem beschlossen, die 5241 von ihnen gehaltenen Inhaber-Teilschuldverschreibungen der Anleihe an einen Investor zu verkaufen. Den Namen des Investors nannte Singulus allerdings nicht. (Sandra Enkhardt)