Trina Solar will offenbar Downstream-Geschäft ausgründen

Trina Solar Ltd. plant für voraussichtlich im kommenden Jahr einen Börsengang für sein Downstream-Geschäft. „Wir sehen bei Solarparks großes Potenzial für Renditen in den kommende 25 Jahren und so wollen wir dieses Teil des Geschäfts ausgliedern, um eine eigene Plattform für die Finanzierung zu haben“, sagte Teresa Tan, Finanzvorstand von Trina Solar, auf dem Weltwirtschaftsforum im chinesischen Dalian in der vergangenen Woche. „Der Zeitpunkt für einen solchen Börsengang könnte im nächsten oder übernächsten Jahr sein. Wir werden versuchen, den Prozess zu beschleunigen“, so Tan in einem Interview mit den Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie ließ offen, ob das neue Unternehmen an einer Börse in China, Hongkong oder Europa gelistet werden wird.

Während US-Photovoltaik-Unternehmen wie Sunpower und First Solar sogenannte „Yieldcos“ gründen, in die sie ihr Downstream-Geschäft auslagern, will Trina mit dem Börsengang eine „Growthco“ schaffen. Dieses neue Unternehmen sei dann auf Expansion ausgerichtet, während die US-Modelle eher auf den Betrieb bestehender Photovoltaik-Kraftwerke ausgerichtet seien, so Tan weiter. Hauptaugenmerk liege zunächst auf den Wachstumsperspektiven für die Solarparks, nicht nur bei den Einnahmen. Die Geschäftsaussichten des Photovoltaik-Projektgeschäfts seien dabei sicher besser in China als etwa in den USA, wo die Yieldcos mehr an ihrem Cashflow, als an den zukünftigen Entwicklungen von Investoren gemessen würden.

Nach Ansicht von Bloomberg New Energy Finance (BNEF)-Analyst Nick Duan sind beide Modelle ein Versuch von Photovoltaik-Herstellern, aus dem kapitalintensiven Projektgeschäft aussteigen zu können. Erst kurz zuvor hatte Tan darauf hingewiesen, dass die Schwierigkeiten gerade bei Photovoltaik-Projekten in China wie verzögerter Netzanschluss oder Subventionszahlungen zu einem Schaden der heimischen Solarindustrie führen könnten.

„Yieldcos sind weniger praktisch für chinesische Photovoltaik-Vermögenswerte, die unter Verzögerungen bei den Förderzahlungen oder einigen stillgelegten Kapazitäten leiden“, so BNEF-Analyst Duan weiter. Im August schätzte das Nationale Zentrum für Klimaschutzstrategie und Internationale Zusammenarbeit der chinesischen Regierung die Höhe der nicht-gezahlten Vergütungen auf 30 bis 40 Millionen Yuan, umgerechnet etwa 4,2 bis 5,6 Milliarden Euro. Die Stilllegung von etwa neun Prozent der landesweit installierten Photovoltaik-Leistung im ersten Halbjahr hatte die Nationale Energiebehörde (NEA) in Peking mit einer Überlastung des Stromnetzes begründet.

Bei der kürzlich erfolgten Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Trina Solar bekräftigt, in diesem Jahr Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 700 bis 750 Megawatt ans Netz bringen zu wollen. Derzeit hat der Photovoltaik-Hersteller 358 Megawatt installiert, wovon knapp 340 Megawatt in China stehen. Im zweiten Quartal seien zudem Photovoltaik-Hersteller habe Trina Solar zudem rund 600 Megawatt im Bau gehabt. (Sandra Enkhardt)